Zoo oder Baustelle?

Während andere Familien am Samstag überlegen, ob sie in den Zoo oder vielleicht doch lieber auf den Spielplatz gehen, gibt es für uns nur ein Ziel: die Baustelle bei uns „um die Ecke“.
Ich hatte es schon ein paar Mal erwähnt – bei uns wird eine neue Straße gebaut. Nach über 10 Jahren Planung. Oder waren es sogar 20 Jahre? Inzwischen ist eine große Teilstrecke schon geebnet, mit Kies verfüllt und gefestigt. Eigentlich könnten in Teilbereichen die Straßenfertiger anrücken. Das tun sie auch, allerdings ein bisschen weiter weg am Anfang der neu zu bauenden Straße, denn der erste Kreuzungsbereich ist fertig. Ungewohnt schnell für unsere Stadt, die selbst für eine kleine Baustelle oft mehrere Monate braucht. Hier wurde teilweise Tag und Nacht gearbeitet, so als könnte man dadurch die letzten Jahre der Planung und des Klagens vor Gerichten wieder einholen.

Nachdem die Kreuzung nun schon am Freitag abend gesperrt wurde, schnappten wir uns gestern vormittag beide Kinder und den Fahrradanhänger und fuhren zur Baustelle. Leider völlig umsonst, denn weit und breit war niemand zu sehen – schon gar keine Bauarbeiter. Ein Drama für unseren Großen, denn er kennt zwar sämtliche Baufahrzeuge und ist auch schon in vielen mitgefahren oder hat selbst gebaggert, aber einen Straßenfertiger kennt er nur aus Büchern.
Wenigstens standen schon alle Fahrzeuge für die spätere Arbeit bereit …

Baufahrzeuge

Ok, so ganz umsonst war der Weg nicht. Schließlich wollte ich ja endlich wieder was für meine Fitness tun und schnallte mir den Leggero somit ohne zu fragen direkt hinter mein Fahrrad. Allerdings auch mit Hintergedanken, denn wen interessieren schon die 25kg Zuladung mit Kindern und Gepäck, wenn es einen Teil der Strecke bergab geht? Und auf gerader Strecke merkt man den Hänger sowieso fast gar nicht.
Und da man ja in einer Ehe alles teilt, durfte der Mann den Rückweg mit Anhänger fahren. Schließlich mussten wir den Berg nach Hause ja wieder rauf. ;)
Manchmal hat es auch Vorteile, 2 Kinder zu haben. Andere haben Personal Trainer oder gehen ins Fitneßstudio – wir rennen dagegen dem Großen auf dem Laufrad hinterher oder lassen uns vor den Fahrradanhänger spannen. Übrigens hört man sich dann während mindestens der Hälfte der Fahrt immer wieder den selben Spruch an: „Treten, treten. Immer treten“. Kleine Kinder können soooooo toll sein….

2 Kommentare

  1. MestraYllana

    Hach ja… in dieser „Baustelle-anglotzen“-Phase bin ich selbst in meinem Alter noch… :-P aber zu einem Großteil eher beruflich, wenn ich ehrlich bin.

    Außer es geht um Bagger – da schaue ich einfach gerne zu, vor allem, wenn ein Baggerfahrer fährt, der wirklich was drauf hat – wie die oft Wurfsteinmauern mit so einem groben, patscherten Ding wie einem Bagger legen – WOW!!

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    1. Sandra

      Oh ja, ich hätte bei unserem Abriss damals auch stundenlang zusehen können. Die können da richtig filigrane Sachen mit machen. :)
      Unser Großer saß inzwischen schon mehrfach im Bagger – jedes Mal bei jemandem anderen. Witzig war, dass alle zu ihm meinten, dass er doch mal ein paar Hebel drücken könnte. Dachten, er legt so ganz zaghaft los. Schlussendlich hat er fast den glattgezogenen Garten wieder aufgerissen und ordentlich zugedrückt. ;)

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