Yoga als Geburtsvorbereitung?

Muss man sich auf eine Geburt wirklich vorbereiten? Eine Frage, an der sich die Meinungen scheiden. Einige sagen vielleicht, dass man es nicht muss. Schließlich bekommen Frauen seit tausenden von Jahren Kinder und besuchten damals auch keine Kurse zur Geburtsvorbereitung. Doch in unserer heutigen Zeit können viele nur noch mit dem Kopf fühlen, müssen alles ganz genau wissen. Und dann sind die Kurse wieder perfekt.
Ich gehöre wohl zum anderen Extrem – ich wollte es nie so genau wissen. Ich konnte auch keine Bücher über Schwangerschaft oder Geburten lesen und habe mir immer gesagt, dass mein Kind schon irgendwie auf die Welt kommen wird. Durch Zufall las ich 2008 dann einen Artikel über Wassergymnastik als Geburtsvorbereitung und mir war klar – das will ich auch. Gedacht, gesucht und schon wenige Wochen später hatte ich eine ganz tolle Hebamme, die 1x wöchentlich einen Wassergymnastikkurs zur Geburtsvorbereitung abhielt. Die Aufteilung war super, denn erst wurde „geturnt“ und danach noch geredet. Alle möglichen Themen rund um die Geburt wurden angesprochen und auch im Wasser immer wieder getönt und geatmet. Auch wenn es eine eher unkonventionelle Methode ist – es war toll und ich fühlte mich trotzdem optimal vorbereitet.
Und so war für mich war damals schon klar, dass ich das beim 2. Kind auch unbedingt will.

Mutterpass

Ich war einigermaßen geschockt als meine Hebamme mir dann letztes Jahr erzählte, dass es leider kein Schwimmen mehr gibt. Die Halle wurde geschlossen und in der ganzen Stadt war kein brauchbarer Ersatz zu finden. Also entschied sie sich dafür, Yoga als Geburtsvorbereitung anzubieten. Das Konzept blieb gleich, nur statt im Wasser fand man sich nun in dicken Socken auf Yogamatten ein.
Mein erster Gedanke war eher „och nöööö….“. Ich wollte schwimmen und nicht irgendwelche Verrenkungen machen, schließlich hatte ich mich Monate darauf gefreut. Klar, man kann auch selbst ins Schwimmbad gehen, aber das ist einfach nicht das gleiche wie mit einem Haufen schwangeren Frauen. Doch ich ging hin und habe es bis heute nicht bereut.

Besucht man einen Kurs zur Geburtsvorbereitung, kommt es sehr auf denjenigen an, der den Kurs abhält. Wusstet ihr, dass die Krankenkasse keinen Inhalt vorschreibt? Selbst wenn eine Hebamme 8 Stunden lang über Cremes und ihre Anwendungen philosophiert, darf sie es als Geburtsvorbereitung verkaufen. So wird vielleicht auch klar, warum man einfach Yoga anstatt eines typischen Hechelkurses besuchen kann. Meine Hebamme brachte, wie vor 3 Jahren schon, wieder die Atmung, das Tönen und auch den Sport unter einen Hut. Perfekt und genau richtig. Dazu am Ende 20 Minuten Entspannung, Fragenrunde oder auch mal eine kleine Massage. Herrlich.
Yoga für Schwangere ist nicht wirklich anspruchsvoll. Man benötigt keinerlei Vorkenntnisse oder sportliche Befähigungen. Auch braucht man keine spezielle Kleidung. Natürlich ist es praktisch, eine bequeme tiefsitzende oder eine Yogahose mit breitem Bund zu haben, es tut aber auch eine ganz normale bequeme Hose. Hauptsache man kann sich gut bewegen. Und wer trotzdem immer gut gestylt aussehen will, besorgt sich eine Schwangerschafts-Yogahose.
Die Bewegungen werden von Woche zu Woche eher geringer. Vorbeugen und den Oberkörper bzw. die Arme auf einem Stuhl ablegen ist da schon eher anspruchsvoll. Allerdings belastet Yoga auch durch das viele Atmen gerade am Anfang bei Schwangeren den Kreislauf recht stark. Ich kämpfte die ganzen 8 Wochen lang mit meinem Kreislauf, aber ich hatte sowieso sehr starke Probleme damit – auch ohne Yoga. Alle anderen im Kurs hatten meist in den ersten beiden Wochen immer mal wieder das Gefühl, gleich umzukippen. Im Normalfall gibt sich das aber ganz schnell wieder.

Inzwischen ist mein Sohn nun schon 4 Wochen alt. So lange habe ich nun schon kein Yoga mehr gemacht. Was ich nie gedacht hätte: es fehlt mir. Mir fehlen die sanften Dehnungen, die Bewegungen allgemein. Und auch das positive Gefühl, etwas Gutes für sich getan zu haben. Gut, dass meine Hebamme auch hier Abhilfe weiß und einen Mutter-Kind Yogakurs anbietet. Die Teilnehmerinnen sind wohl in der Regel alle relativ frische Mütter, die mit ihrem Baby den Kurs besuchen. Mama macht Yoga und massiert nachher das Baby. Das klingt total toll und ich freue mich schon richtig auf das erste Mal in einigen Wochen. Wenn die 8 Wochen rum sind, werde ich mir dann wohl einen regelmäßigen Yogakurs im Fitneßstudio suchen. Und 5 Monate nach der Geburt habe ich hoffentlich auch wieder ein paar Kilo der Schwangerschaft runter, so dass sich dann doch der Kauf einer Yogahose oder eines Oberteils lohnt. Ein paar richtig schöne habe ich schon bei http://www.wellicious.com/de gefunden. Aber dafür müssen zwingend die Schwangerschaftspfunde schmelzen, da die Sachen doch recht klein ausfallen. Aber vielleicht bestelle ich mir ja auch schon eine Hose und hänge sie mir als Ziel vor Augen an den Kleiderschrank? Reizen würde es mich ja schon …

 

Wie war das bei euch? Habt ihr den klassischen Hechelkurs besucht oder ein Alternativprogramm genutzt? Oder habt ihr vielleicht gar nichts gemacht und habt die Geburt einfach auf euch zukommen lassen?

5 Kommentare

  1. Anika

    Ich habe auch einen Yogakurs zur Geburtsvorbereitung genutzt und war ebenfalls ganz begeistert. Ich habe dort viele nette Mamas kennengelernt und zudem noch etwas für mich und meinen Rücken getan.

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  2. Kerstin

    Ich habe in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass es ohnehin anders kommen wird als man glaubt. Wir wollten in der 1. Schwangerschaft einen Paarkurs besuchen, was dann nicht klappte und ich bin sicher, dass der „Hechelkurs“ bei dieser Geburt auch kein Stück geholfen hätte.
    Die 2. Geburt begann schon schlimm und endete auch nicht gerade nett (außer dass das Kind irgendwann da war…). Insofern: ich gehöre zu denen, die behaupten, dass man keinen Vorbereitungskurs braucht – ich brauche aber auch keine PEKiP-Kurse :D

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    1. Sandra

      PEKIP-Kurse? Grusel … Neeeee… ;)

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  3. Mauilein

    als ich mit meiner Tochter vor 15 Jahren ss war, hab ich keinen besucht. Bei meinem Sohn vor 9 Jahren eher aus Langeweile. Was uns die Hebamme da uns erzählte, wussten wir aber alle schon, ich hab aber dadurch liebe Mädels kennengelernt und wir haben auch heute noch Kontakt und hatten bis unsere Jungs in die Schule kamen noch alle 4 Wochen ein Treffen. Ich kann so einen Kurs nur empfehlen, schon um Kontakt zu Gleichgesinnten zu haben und um sich auszutauschen;-) LG Maui

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    1. Sandra

      Stimmt, der Kontakt zu anderen Schwangeren ist wirklich wichtig. Für mich war der Aspekt mit dem später mal Treffen allerdings eher unwichtig, denn meine Hebamme wohnt am anderen Ende der Stadt. Dementsprechend ist natürlich auch ihr Kundenstamm. Auf Dauer und vor allem mit Kind schlecht zu bewerkstelligen …

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