„Wir töten nicht jeden“ – Rezension

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Juan Pérez Pérez ist geschieden, Vater zweier Kinder und ein Auftragskiller. Wobei es für ihn ein Job wie jeder andere auch ist. Er geht morgens aus dem Haus, muss zu Seminaren oder Fortbildungen und zahlt normal seine Steuern. Doch da es Berufe gibt, über die man einfach nicht spricht, glaubt alle Welt, dass Juan ein Pharmavertreter ist. Seine Aufträge bekommt er am Telefon von Nummer 2 genannt, normalerweise in Form eines Autokennzeichens – das Todesurteil für den Besitzer.
So geschieht es auch auf dem Weg in den Urlaub mit seinen 2 Kindern Leti und Antonio. Statt Valencia ändert die FIRMA Juans Plan plötzlich um, denn er soll jemanden überwachen. Und so findet er sich auf einem FKK-Campingplatz in der Nähe von Murcia wieder – dem gleichen Platz, auf dem auch seine Ex-Frau Urlaub macht. Ist es nur Zufall, dass sie genau das Zelt nebenan bewohnt? Schließlich ist es ihr Autokennzeichen, dass er genannt bekommen hat. Doch warum sollte jemand sie töten wollen? Oder geht es vielleicht um ihren Freund – einen großartigen und unbestechlichen Richter, der etwas bewegen will? Oder vielleicht doch um Tony, seinen besten Freund? Schließlich hat er das Auto seiner Ex gekauft. Und was hat Tonys Freundin Sofia damit zu tun? Oder ist vielleicht sogar er selbst das Ziel?
Juan hat keine Ahnung, wer oder was er beobachten soll. Er weiß nur, dass er zwar die Nummer 3 in der Rangliste ist, aber jemand anders weit unter ihm den Auftrag schlussendlich ausführen soll. Und so beobachtet er und gibt sich so normal wie möglich, was auf einem FKK-Platz gar nicht so einfach ist. Gleichzeitig versucht er aber auch herauszufinden, was vor sich geht und genießt seinen Urlaub. Dieser wird erst perfekt durch Yolanda und die Gefühle, die er für sie entwickelt. Aber hängt sie vielleicht in all dem mit drin? …

Bei meinem letzten Krimi – geschrieben von einer Frau – hatte ich mich noch gefragt, ob Männer wirklich so blumig reden und denken würden. Glauben konnte ich es nicht und ich behielt hier genau Recht. Carlos Salem schreibt und beschreibt zwar viel und gut, aber alles trotzdem sehr kurz und knapp. Kein Wort ist zu viel und keins zu wenig. Die oft kurzen Sätze untermauern das ganze noch.
In relativ kurzen Kapiteln schlüpft der Leser in die Rolle von Juan und erlebt das Leben aus seiner Sicht. Er erinnert sich mit ihm an die – von ihm umgebrachte – ehemalige Nummer 3, denkt an Tony und seine Kindheit, an seine Ex, geht aber mit ihm auch ins Bett und erlebt und genießt.
Schon nach dem ersten Kapitel stellte sich eine gewisse Sucht ein, ich konnte das Buch einfach nicht zur Seite legen. Auch wenn der Anfang noch nicht wirklich spannend ist, so versteht C. Salem es doch trotzdem, den Leser in seinen Bann zu ziehen und den perfekten Spannungsbogen zu schaffen. Am Anfang mochte man vielleicht denken, dass es schnell eine öde Geschichte werden könnte. Schließlich kann es gar nicht so viel Zufälle geben – und wenn doch, werden sie in einem Buch schnell langweilig. Doch Salem versteht es vortrefflich, den Personen eine Persönlichkeit zu geben und so stark miteinander zu verknüpfen, dass die Geschichte ohne sie wohl nicht das gleiche gewesen wäre. Durch die unterschiedlichen Charaktäre und den Teils typisch guten oder bösen Hintergrund sind sowohl Spannung, als auch diverse Lacher garantiert.

Eine spannende Geschichte, voll von Komik, Zufällen die es doch eigentlich gar nicht gibt und Sex. Ich will unbedingt mehr davon und kann es kaum erwarten, bis der nächste seiner beiden Krimis ins deutsche übersetzt wird!

Von mir gibt es 5/5 Sternen!

 

 

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