„Willy: Mama wollte doch winken“ – Rezension

Hier gibt es alle Infos zum Buch selbst.


Ausschnitt aus „Willy: Mama wollte doch winken“

Die Geschichte
Mama Huhn arbeitet seit 3 Wochen in einer Eierlikörfabrik. Ihr Sohn Willy und seine anderen Geschwister werden vom Au-pair-Mädchen Poulette versorgt. Jeden Morgen und jeden Mittag fährt der Kindergartenbus an der Eierlikörfabrik vorbei und Mama Huhn hat Willy versprochen zu winken, doch leider klappt das nicht. Willy ist geknickt, aber sein Freund Tom-Tom versucht ihn wieder aufzubauen. Schließlich kann Tom-Tom schon lesen und Willy deshalb Geschichten erzählen, die er gerade liest. …

Das meine ich
Willy stammt aus einem Facebook-Gewinnspiel des Thienemann-Verlages. Selbst gekauft hätte ich es wohl nicht, denn das Thema klang für einen 2-jährigen noch zu schwierig. Außerdem hatte ich einen Screenshot gesehen und fand diese eine Illustration total doof. Ich mag eher die klassischen Kinderbücher, die durchweg gezeichnet sind. Hier sind allerdings auch immer wieder Fotos eingearbeitet.
Als ich das Buch dann sah, war ich sehr positiv überrascht. Die Zeichnungen sind deutlich in der Überzahl und total witzig. Die Fotos sind so eingebunden, dass sie sich perfekt integrieren und gar nicht so wirklich auffallen. Das Buch besticht durch sehr viele witzige Details. So gibt es zum Beispiel die Stute Franziska, die ihren Morgensport macht. Oder Poulette mit dem Staubsauger, Mama Huhn auf einem Roller, Tom-Tom mit Nickelbrille, … Es gibt einfach immer wieder etwas zu entdecken, vieles davon sogar erst auf den 2. oder 3. Blick.
Eine Sache finde ich nur schade: Tom-Tom liest während der Fahrt ein Buch. Aber warum liest eine kleine Maus in einem deutschen Kinderbuch etwas mit dem Titel „Danger Mouse“? Auf der nächsten Seite sieht das Buchcover plötzlich ganz anders aus und das Buch heißt nun „Trouble on the water“. Wobei sich Herr Löhlein sicher etwas dabei gedacht haben wird ;)
Die Geschichte ist total süß und wird sehr gut erzählt. Man merkt, dass es ein Buch für etwas ältere ist, denn die Satzstellung ist schon nicht mehr ganz so simpel wie in Pappbilderbüchern. Trotzdem ist sie noch sehr kindgerecht und eingängig. Viele Dinge haben mich zum Schmunzeln gebracht, so auch die Namen. Mama Huhn, die ausgerechnet in einer Eierlikörfabrik arbeitet, Poulette das Au-Pair-Mädchen, …
Ich frage mich nur schon die ganze Zeit immer wieder, ob Papa Hahn auf dem Misthaufen eigentlich „arbeitet“ oder einfach nur das typische Klischee bedienen soll, dass Männer nix tun und Frauen die ganze Arbeit erledigen …. ;)

 
und das meint mein Sohn
Es war Liebe auf den ersten Blick. Inzwischen kräht er jeden Tag mindestens 10x „Wiwi“ und möchte vorgelesen bekommen. Die Bilder findet er total toll, auch wenn er Lotte Katz anhand der Zeichnung immer wieder für einen Hund hält. Mama Huhn’s Roller findet er super – so sehr, dass ich nach jeder Seite immer wieder auf ihren Roller blättern muss.
Doch auch die anderen Charaktäre im Buch findet er super. Die meisten Namen hatte er schon nach einem Mal vorlesen drauf. Da wären „dondon“ (Tom-Tom), der kleine Mäusejunge und „galo“ (Carlos), der Kater. Die Gänsemädchen werden allerdings pauschal als Ente bezeichnet. Auch sonst gibt es viel zu entdecken und er hält damit auch keineswegs hinter dem Berg. So kann sich das vorlesen schon etwas schwierig gestalten, wenn man immer wieder warten muss, bis er alle Dinge fertig aufgezählt hat ;)
Ich weiß nicht, ob und wie weit er den kompletten Sinn der Geschichte begreift – ich glaube es allerdings nicht. Er ist ja immerhin erst 2. Doch das Buch macht auch ohne das sehr viel Spaß. Die Zeichnungen entschädigen für alles.

Von mir gibt es eine absolute Kaufempfehlung, auch für Kinder unter 4 Jahren!
5/5 Sternen!

 

 

 

 

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