Wie aus einem kleinen Zweig ein ganz großes Ding wurde

In der letzten Zeit war es ein wenig ruhig hier im Blog, dabei habe ich schon seit Wochen so viele Ideen im Kopf. Ich müsste endlich mal wieder nähen, denn der große Sohn braucht dringend neue Hosen. Ich müsste unser Bad fertig verfugen, denn der Mann hat einfach kein Händchen für ein schönes und vor allem gleichmäßiges Fugenbild. Und ich wollte ganz viel bloggen. Über die LEGO Neuvorstellungen im März, einige Bücher, ein paar coole Neuanschaffungen, ein neues Nähtutorial will geschrieben werden und und und…. Statt dessen verbrachte ich mit dem kleinen Sohn nach seinem Fieberkrampf ein paar Tage im Krankenhaus und trug nicht einmal eine Woche nach Entlassung plötzlich eine Gipsschiene. Die Geschichte dazu gibt es jetzt.

Wer nicht hören will, muss fühlen

Mit unserem Haus kauften wir nicht nur einen großen Garten, sondern auch eine recht ungeliebte Schlehenhecke. Eigentlich verdient sie den Namen nicht, denn es sind ein paar Pflanzen nebeneinander, die früher nie zurückgeschnitten wurden und einfach nur wild in der Gegend wuchern. Vor rund 3 Wochen sollte damit allerdings Schluss sein und ich rückte ihnen in einem spontanen Anfall von Wahnsinn mit der Astschere zu Leibe. Ich schnitt sie so weit zurück, wie mit der großen Schere möglich – allerdings ohne Handschuhe. Warum auch, schließlich war die Astschere lang und ich schnitt nur ab. Die heruntergefallenen Äste und Zweige wollte ich später mit Handschuhen aufheben, schließlich haben Schlehen Dornen. Irgendwann fragte mich der Mann, ob ich nicht lieber Handschuhe anziehen wolle – sei doch schließlich viel sicherer. Ich lachte und lehnte ab, denn zum einen hat man damit einen viel schlechteren Griff und zum anderen schnitt ich ja nur. ….
Keine zwei Minuten später hatte sich ein spitzer und pilzbewachsener Ast 2cm tief in den Mittelfinger gebohrt. Bis zum Fingergrundgelenk – bis Anschlag sozusagen.
Wirklich hingeschaut hab ich nicht, sondern den Ast einfach nur herausgezogen und die Wunde ausgewaschen. Ich habe es bluten lassen, damit auch möglichst viel Dreck herauskommt, dann ein Pflaster mit Jodsalbe drauf – fertig.

verbundene hand 2

Nun hat es medizinisches Personal so an sich, dass sie entweder nie Verbandsmaterial zu Hause haben oder generell recht unbesorgt mit Unfällen oder sonstigen Dingen umgehen. Ich will mich da gar nicht ausschließen, auch wenn ich dank der Kinder inzwischen immerhin Verbandsmaterial zu Hause habe. Ich cremte regelmäßig mit Jodsalbe, beobachtete aber auch genau, ob sich die Stelle entzünden würde. Die ersten beiden Tage blieb allerdings alles gut – es gab weder eine Rötung, noch war die Stelle übermäßig warm.
Irgendwann machte ich mir dann doch Gedanken, wie es mit einer drohenden Blutvergiftung wäre und als hätte mein Körper nur darauf gewartet, wurde die Stelle innerhalb von rund 3 Stunden plötzlich richtig rot und dick. Der Arzt diagnostizierte eine Entzündung, gab Antibiotikum und schickte mich weiter zum Chirurgen, denn bei so tiefem Eindringen würden eigentlich immer Reste im Körper zurückbleiben oder es Komplikationen geben. Reizende Aussichten.
Der Chirurg sah dagegen alles recht entspannt, wechselte den Verband und kontrollierte regelmäßig. Immerhin 2.5 Wochen lang tat er das, dann musste er doch schneiden. Zu deutlich war der Fremdkörper im Finger zu fühlen und zu viele Probleme machten der Mittel- und der Ringfinger bei Bewegung. Gefühlte 2 Stunden später  hatte mein Chirurg sich immer am Nervenkanal lang bis zur Gelenkkapsel durchgewühlt und sämtliche Splitter aus dem Finger entfernt. Ich bekam einen dicken Verband und eine Gipsschiene auf die Unterseite des Armes, damit die Finger still gelegt waren. Es gab wieder Antibiotikum und den Hinweis, mich zu schonen. Aber was soll man nur mit dem linken Arm schon groß anfangen?

Inzwischen bin ich die Gipsschiene wieder los, die Wunde sieht gut aus und Ende nächster Woche werden die beiden Fäden gezogen. Meine Finger kann ich schon fast wieder so gut wie vorher bewegen und alles scheint irgendwie gut zu werden.
Unseren großen Sohn hat das Ganze übrigens sehr beeindruckt. Im Kindergarten erzählte er ständig, dass ich bestimmt bald ins Krankenhaus müsste, weil ich da was im Finger hätte. Meinen Gipsarm fand er immerhin noch so cool, dass er ihn unbedingt im Kindergarten vorführen wollte. Allerdings sagt er auch selbst, dass ich beim nächsten Mal Hecke verschneiden doch unbedingt Handschuhe anziehen muss. Und ich glaube, das werde ich auch freiwillig tun. ;)

4 Kommentare

  1. Tabea

    Gute Besserung, liebe Sandra!

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  2. Romy Matthias

    Autsch, das tut schon weh beim Lesen. Dann hoffe ich mal, dass alles gut verheilt und nix zurück bleibt. Ich wünsch dir gute Besserung. LG Romy, besuch doch meinen Blog auch mal wieder

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  3. Klaus Lehmann

    Ooooooo Ha… das hört sich ganz schön böse an!

    Da bleibt mir nur übrig, dir gute Besserung zu wünschen und hoffe du lernst für das nächste mal dazu. ;) (und ziehst Handschuhe an)

    Grüße und bis bald!
    Klaus Lehmann

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  4. Pingback: Verletzungen im Garten – ein paar Verhaltenstipps › Sandra's Testblog

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