Wer braucht schon ein Auto

Autos sind ein absolutes Luxusgut. Es ist schön sie zu haben, aber eigentlich geht es auch ohne – wenn man nur will!
Klar ist es sehr viel einfacher, sich morgens ins Auto fallen zu lassen, anstatt sich auf’s Fahrrad zu setzen und noch dazu treten zu müssen. Aber ein Auto kostet Unterhalt. Es will betankt und gepflegt werden, das Finanzamt und die Versicherung möchten nicht gerade wenig Geld und auch der TÜV hält alle 2 Jahre die Hände auf. Lohnt sich das also wirklich?

Ich gestehe – wir haben (noch) 2 Autos. Als ich noch gearbeitet habe, ging es schon aufgrund meiner recht speziellen Arbeitszeiten gar nicht ohne Auto. Später, als unser großer Sohn auf der Welt war, war es einfach angenehm, unabhängig zu sein. Ich musste mit dem Mann nichts abklären, konnte hinfahren wo ich wollte und war frei. Dann wurde ich schwanger und obwohl das Auto schon längst verkauft sein sollte, erwies es sich mal wieder als äußerst praktisch. Schließlich wollte mein Frauenarzt damals nicht mit mir auf die andere Seite der Stadt ziehen, also fuhr ich halt 30 Minuten zu ihm. Mit dem Auto, denn dank dem Busplan wäre ich wohl sonst rund 2 Stunden unterwegs gewesen. Inzwischen ist der kleine Sohn schon fast 11 Monate alt und wir alle aus dem Gröbsten raus. Zwei Autos brauchen wir schon eine Weile nicht mehr und so wird mein Auto nun endlich dieses Jahr verkauft.

Schon ein paar Wochen übe ich mich im (teils zwangsweisen) Verzicht und es geht wirklich gut! Allerdings kommt mir unser langer Winter dabei auch sehr gelegen, denn bevor ich mein Auto im Schnee gefunden habe, kann ich auch zu Fuß mit Kinderwagen und Schlitten loslaufen. Noch dazu lohnen sich Kurzstrecken, wie zum Kindergarten oder ähnliches, einfach nicht und schaden eher meiner sowieso nicht mehr ganz neuen Autobatterie. Und schlussendlich ersetzt es jedes Fitneßstudio, wenn man täglich den Kinderwagen vor sich her schiebt und gleichzeitig den Schlitten zieht. ;)

auto zugeschniet

Auto mit 2 kleinen Kindern zügig freischippen? – Unmöglich!

Meine Chefin sagte schon vor Jahren immer, dass man am Stadtrand gar nicht ohne zwei Autos könnte. Mit einem ist (in der Regel) der Mann unterwegs, das zweite ist der Kleinwagen der Frau für Einkäufe und den Fahrdienst der Kinder. Schließlich müssten sie regelmäßig von A nach B und dann wieder nach C gebracht werden.
Schon als ich es das erste Mal hörte war für mich klar, dass ich garantiert nie ein Auto haben wollen würde, um Taxi für meine Kinder zu spielen. Warum auch, schließlich kann man Fahrrad fahren und zur Not gibt es nicht weit entfernt eine Bushaltestelle. Außerdem müssen die Kinder ja nun nicht gerade in den Sportverein am anderen Ende der Stadt eintreten. So zumindest mein Plan heute. Ob ich das in 2.5 Jahren auch noch so sehe, wenn der Große in die Schule kommt, wird sich zeigen.

Ich bleibe dabei – sobald es etwas wärmer ist, findet mein Auto (hoffentlich) einen neuen Besitzer. Auch wenn es komisch sein wird, schließlich war es 13 Jahre lang mein Auto! Aber eigentlich ist es ja wirklich nur eine Art Statussymbol, das noch dazu teuer ist und reichlich Zeit kostet.
Und sollte ich in ein paar Jahren merken, dass wir vielleicht doch ein zweites „Hausfrauenauto“ brauchen, kann ich mir immer noch einen günstigen Gebrauchten kaufen. Wahrscheinlich ist die Technik dann schon so weit fortgeschritten, dass man es nicht mal mehr persönlich anmelden muss, sondern alles nur noch per PC erledigt. Heutzutage braucht man ja schon nicht mal mehr die Versicherungsdoppelkarten, sondern kann sich eine so genannte eVB-Nummer online beantragen. Wenn ich mir dann überlege, was es noch vor 13 Jahren für ein Umstand war, sein Auto anzumelden ….

2 Kommentare

  1. Kerstin Pfenninger

    Ich brauche definitv ein Auto. :-)
    Wir wohnen hier wo sich Hase und Igel Gute Nacht sagen. Busverbindungen sind ein Fremdwort und mit dem Fahrrad 10 km zum einkaufen zu fahren ist mir ehrlich gesagt zu mühsam.
    Autos haben wir zwei. Meines und das Geschäftsauto meines Mannes. Mit nur einem Auto würde das hier auf keinen Fall gehen.

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  2. Sabrina

    Wir hatten sogar 3 Autos, da wir in einem Dorf wohnen und der Bus nur jede Stunde fährt. Seit 5 Monaten besitzen wir „nur“ noch zwei und ich fahre mit dem Fahrrad zur Universität. Du hast vollkommen recht, man spart so einiges, wenn man darauf verzichtet. Ich habe gemerkt, dass die hälfte des Geldes von meinem Nebenjob für mein Auto ausgegeben wird. Mittlerweile bin ich sehr zufrieden und außer im Winter habe ich wirklich nie Probleme ;)

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