Welche Kindermöbel braucht man wirklich?

Eine Woche noch, dann ist der kleine Mann ein Jahr alt. Ein Kleinkind, das sich nun endlich krabbelnd seine Welt erobert und täglich mehr und mehr entdeckt.
1 Jahr Möbelerfahrung mit dem kleinen Mann, vorher 3 Jahre mit dem großen Bruder. Zeit zu kucken, was sich in dieser Zeit als sinnvoll herausgestellt hat und was nicht. Schlussendlich ist natürlich alles Geschmackssache, aber vielleicht kann ich so den Erstmüttern unter euch eine kleine Entscheidungshilfe an die Hand geben.

Das findet man zum Teil bei uns:

  • Wickelkommode
    Man kann sich darüber streiten, ob man sie wirklich braucht oder nicht. Wir haben eine, während unsere Nachbarn schon von Anfang an auf dem Fußboden auf einer Decke wickelten. Es funktioniert auch – sehr problemlos sogar. Großer Vorteil dabei ist, dass das Kind garantiert nicht vom Wickeltisch fallen kann. Allerdings hat man, wenn das Kind zum Beispiel plötzlich piescht, auch alles gleich auf der Decke. Da fand ich die abwischbare Wickelauflage mit Schutzbezug schöner. Auch wenn mein Mann sich immer wieder beschwert, weil die Wickelkommode eine ziemlich ungünstige Höhe hat, wenn Kind mal wieder tritt. …
  • Wickeltisch-Heizstrahler
    Für ein Sommerkind eine relaiv unnützige Anschaffung, die wir auch nie vermisst haben. Allerdings kenne ich so einige Familien mit Winterkindern, die nicht mehr darauf würden verzichten wollen.
  • Windeleimer
    Beim Großen noch im Dauereinsatz fristet er schon seit Wochen ein einsames Dasein und wird wohl bald entsorgt. Der Vorteil am Haus ist halt, dass man die Mülltonne in der Regel sehr dicht am Haus hat, sie also direkt in die Mülltonne entsorgen kann. Spart Müll und stinkt vor allem nicht so. Und wenn es dann doch mal regnet, kommt die Windel in eine kleine Mülltüte.
    Auf gar keinen Fall kaufen würde ich die Windeleimer mit Kassetten oder wenn dann nur, um sie mit Müllbeuteln selbst zu befüllen (mit ein bisschen basteln geht das).
  • Beistellbett
    Unverzichtbar! Ich würde hier immer wieder zum Fabimax Beistellbett raten, denn das ist so groß, dass der Nachwuchs auch mit einem Jahr noch problemlos darin schlafen kann. Noch dazu ist es nicht so teuer wie andere, sehr viel kleinere Betten anderer Hersteller.
    Als absolut unpraktisch erwies sich auf Dauer die Idee, das Fabimax Beistellbett PRO täglich zum Stubenwagen umzubauen. Das kostet Zeit und nervt, weil man jedes Mal die Matratze teilen und rausnehmen muss. Dafür wurde das Pro-Bett unser Stubenwagen.
  • Stubenwagen
    Der Große lag nie in einem, der Kleine dafür um so öfter. Auch wenn das Fabimax Beistellbett PRO-Bett recht schmal ist, passte der Kleine lange hinein – auch heute noch. Während der große Bruder damals auf einer großen Decke auf dem Fußboden lag, hatte ich den kleinen Mann im „Stubenwagen“ sehr viel besser im Blick. Auch beim Essen war es sehr viel unproblematischer, denn er stand im Bett einfach neben dem Tisch. Später fanden wir heraus, dass der Maxi Cosi perfekt quer auf das Bett passt und so saß er dann immer in der Autoschale auf dem Stubenwagen, überblickte alles und es war fast so, als würde er mit am Tisch sitzen.
    Geschlafen hat er darin übrigens nur in Ausnahmefällen. Überhaupt diente das Bett eher dazu, dass er überall mit dort stand, wo ich gerade war und vor dem großen Bruder ein wenig geschützter war.
  • Federwiege / Hängesessel
    Unbedingt! Hier kommt es natürlich auf die Gegebenheiten der Wohnung an, denn nicht überall kann ein Hängesessel angebracht werden. Federwiegen dagegen kann man zwar am Türrahmen aufhängen, jedoch sind diese in der Regel nicht für eine sehr lange Nutzung ausgelegt.
    Bei uns hing schon beim nun Großen der Hängesessel in XXL für Erwachsene. Während er damals noch sehr gern darin schlief, ist es heute der Lieblingsspielplatz geworden und auch der Kleine liebt ihn. Eingebettet auf bzw. in sein Stillkissen ist der Hängesessel nicht so riesig und er kann bequem und leicht schaukelnd schlafen.
    Nachteil des Hängesessels ist jedoch, dass man dort viel leichter rausfallen kann als in einer Federwiege, man also sehr viel besser aufpassen muss.
  • Gitterbett
    Für alle mit zu kleinem Beistellbett: Versucht doch mal, euer Baby-Gitterbett zum Beistellbett umzubauen. Das funktioniert nur, wenn man es auch zum Jugendbett umbauen kann, ist dann aber einfach praktisch. Auf einer Seite bleibt das Gitter, auf der anderen wird das Seitenbrett vom Jugendbett angebracht. Mit dieser Seite wird das Gitterbett an das Elternbett gestellt und mit Bändern oder langen Schnürsenkeln am Elternbett festgebunden. Die Matratze muss natürlich in entsprechend passender Höhe zu dem Brett befestigt werden (bei uns passte das wie dafür gemacht…)
    Diese Variante nutzten wir beim großen Sohn, der mit 5 Wochen aus seiner Wiege in das große Bett zog. Am Anfang zwar verkleinert durch ein Stillkissen lag er schon bald nur noch mit Armen und Beinen ganz weit ausgestreckt.
  • Laufgitter
    Das Laufgitter ist bei uns der Sammelplatz für das ganze Babyspielzeug, dass hier so rumfliegt. Dort stört es nicht und der Kleine zieht sich immer wieder mal etwas anderes durch das Gitter. Im Laufgitter sitzt er so gut wie nie, eigentlich nur, wenn ich beim Staubsaugen bin, damit er nicht ins Kabel beißt. Trotzdem ist es gut zu wissen, dass ich ihn kurz „wegsperren“ könnte, wenn ich denn wollte. Gerade wenn der große Bruder mal extrem toben und springen möchte, kann es darin sehr viel sicherer sein, als auf dem Fußboden.
  • Hochstuhl
    Schon für den Großen hatten wir einen Tripp Trapp, für den Kleinen nun auch. Es ist sicher eine Ansichtssache, welchen man sich kauft. „Hauptsache sicher“ sollte hier nur absoluten Vorrang haben.
    Von diesen Babyschalen für den Hochstuhl halte ich persönlich übrigens gar nichts. Stokke hat eine Variante, in der Kinder bis 6 Monaten sitzen können. Unser Sohn ist fast ein Jahr alt und sitzt erst seit einer Woche. Das ist zwar im Durchschnitt relativ spät, aber mit 6 Monaten sitzen die wenigsten Kinder.
  • Krabbeldecke
    Manchmal frage ich mich wirklich, warum alle immer so ein Aufhebens um Krabbeldecken machen. Wenn ich mir eine wünschen könnte, wäre sie groß. Sehr groß. Schließlich soll Kind darauf krabbeln und spielen und sich nicht nur hochkant um die eigene Achse drehen können.
    Für den großen Sohn bekamen wir damals eine Decke in 60x80cm geschenkt, auf der ich ihn dann immer mit in andere Zimmer nahm. Sobald er sich nur ein Mal drehte, lag er neben der Decke – etwas, das mich ganz furchtbar nervte. Deshalb kauft entweder eine wirklich große Decke oder lasst es lieber ganz.
    Wenn ihr den Platz im Wohnzimmer habt, legt euch lieber eine alte 140×200 Matratze hin, alternativ kauft eine günstige neu. Sie ist tausend Mal mehr wert als eine Krabbeldecke, denn man kann darauf perfekt kuscheln, toben, springen, ein Schläfchen halten, den ersten Purzelbaum machen und vieles mehr. Für uns stellte sich die damals eher durch Zufall hingelegte Matratze als wahrer Glücksgriff heraus. Und auch wenn sie 20cm hoch ist – der kleine Mann kann sie schon seit rund 2 Monaten komplett allein und ohne Probleme rauf- und wieder runter klettern. Auch wenn sie sicher nicht ewig bleiben wird – ein paar Monate noch ganz bestimmt.
bevorzugte Schlafposition - nicht nur im Elternbett

unsere Spiel- und Tobematratze

Nach dem einen Jahr ist das Beistellbett schon ausgezogen, der Stubenwagen nun auch. Das Laufgitter darf noch bleiben, schließlich ist es gut, einen Plan B zu haben. Die Matratze wird sicher auch noch ein paar Monate bleiben, aber so langsam schaue ich mich nach Alternativen um, denn ich möchte endlich mal wieder ein richtiges Wohnzimmer haben. Am liebsten hätte ich ja ein Funktionssofa, das man auch gleich zum Gästebett umfunktionieren kann. Alternativ könnte man das dann immer noch zu einer großen Kuschelwiese ausklappen. Da muss ich wohl aber noch mal den Mann bearbeiten, denn der möchte am liebsten dauerhaft die Matratze im Wohnzimmer liegen haben.
Nächstes Wochenende steht mal wieder Möbel kucken auf dem Programm – ich muss es einfach mal ausnutzen, dass wir in Hamburg sind und andere Möbelhäuserluft schnuppern.  Eigentlich geht es ja zum Schweden, aber das Einrichtungscenter Schulenburg liegt quasi auf dem Weg und dort habe ich online schon einige tolle Sofas gesehen. Vielleicht bekomme ich den Mann so ja doch überredet.  Auf der anderen Seite sollte ich vielleicht erst einmal abwarten, wie viel uns die Einrichtung der Kinderzimmer und des Schlafzimmers kosten werden. Vielleicht will ich dann doch kein Sofa mehr. …

12 Kommentare

  1. beny

    Vielen Dank für diese schöne und ausführliche Liste. :)

    Gerade als neue Eltern ist man ja doch verunsichert was man den nun alles für das erste Kind braucht. Die aufgelisteten Möbel sind denke ich eine ganz gute Auswahl. Wobei man bei Dingen wie dem Heizstrahler oder dem Windeleimer geteilter Meinung sein kann. Die einen schwören darauf und die anderen wiederum finden es unnötig. Hier muss wohl jeder selbst entscheiden. Wobei es da die eigenen Freunde und Bekannten auch nicht einfach machen. Jeder empfielt was anderes und am Ende ist die Verunsicherung dann noch größer.

    Liebe Grüße

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  2. Patrick

    Echt eine tolle Liste – mein Bruder wird jetzt dann Vater und wir suchen die ganze Zeit schon nach einem geeigneten Geschenk für ihn und seine Frau. Vielleicht eignet sich ja irgendetwas aus deiner Liste gut als Geschenk für die beiden.

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  3. Hannes

    Hallo und danke für diese Liste. Gerade eine Wickelkommode ist ja in der heutigen Zeit beinahe unverzichtbar, auch wenn du oben schreibst, dass es auch ohne geht. Aber dadurch kann man das Baby in der idealen Höhe wickeln und man hat gleich alle Utensilien an einem fixen Platz.

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  4. Dennis

    Wir haben uns gerade einen Hochstuhl angeschafft und das Essen mit unserem Kleinen ist seitdem viel entspannter. Er weiß, dass er „mit dabei“ ist und muss auch bei niemandem mehr auf den Beinen sitzen. War eine gute Investition!

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  5. denikoe

    Wir haben für unseren kleinen gerade in einen Heizstrahler speziell für das Baby investiert um uns schon mal für den Winter auszurüsten, da es im Bad bei uns sehr kalt wird.

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  6. denikoe

    Super Liste. Haben uns auch gerade einen Heizstrahler für das Bad geholt und wird sicherlich auch weiterhin seine Dienste leisten, sobald unser das unser kleiner kein Baby mehr ist.

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  7. Susanne

    Danke für diese tolle Auflistung :-)
    Mach weitere so mit deinem Blog, einen weiteren treuen Fan hast du schon ;-)

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  8. Annemarie Hubnick

    Super zusammengefasst!

    Wirklich klasse der Block, gefällt mir richtig gut :-)
    Hab ihn gleich meiner Freundin empfholen.

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  9. Nadine

    1A Auflistung, damit kann man definitiv etwas anfangen :-)

    Danke dir dafür!

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  10. Marina

    Badezimmer:

    ich würde min. 2-3 Badetücher da haben (die pieseln da gerne drauf…), solche mit Kapuze, das ist echt praktisch

    Badezusatz: für den Anfang haben wir Olivenöl und Milch rein, ganz toll, macht super weiche Haut, Tipp von der Hebamme. Danach haben wir was handelsübliches genommen (vorzugsweise Weleda)

    Creme: für den Popo und für den Rest auch eine von Weleda. bei Wundsein hilft die von Weleda wirklich am besten!

    Wärmelampe ist meiner Meinung nach für Herbst/Winterbabys ausreichend, bzw. es kommt auf die Grundwärme bei euch im Haus an. bei uns z.B. ist es relativ kühl, wir hatten die selbst im Frühling/Sommer teilweise noch an

    Rest passt soweit. was du jetzt soweit ich weiss nicht auf deiner Badezimmer Liste hattest, sind so spezielle Baby-Ohrenputzer, hoffe du weisst was ich meine :-)

    Windeln hatte ich 1 Pack 1er daheim, aber theoretisch hätte ich auch schon mit 2er anfangen können

    evtl. noch Schwimmwindeln besorgen, soll man ja aber eh frühestens ich glaub nach dem 4. Monat anfangen

    Küche:

    erfahrungsgemäss kannst du alles innerhalb kürzester Zeit besorgen, sollte etwas fehlen, das gilt für alle Zimmer :-)

    was ich an deiner Stelle da hätte sind 3-4 Fläschen mit Kirschformsauger, das sind die für den Anfang. und 1 Pack so Allergikermilch. und ein Pack Baby-Bäuchleintee

    Sterilisator & Co halte ich für unnötig, hab auch alles immer gut ausgekocht.

    alles was du sonst noch aufgezählt hast für die Küche würde ich später besorgen, das gibt sich dann nach und nach.

    Schlafzimmer:

    passt alles was du aufgezählt hast. ganz frischgeborene brauchen meiner Meinung nach nix zum spielen (schon gar nicht im Schlafzimmer), ausser ne Spieluhr, mit evtl. ner bekannten Melodie drauf. min 2-3 Schlafsäcke, wenn du ein Kind hast das viel spucken muss, z.B.

    zum Thema Tragetuch und Co kann ich nicht viel beitragen. wir hatten eine Manduca, da kam unsere Kleine (und dann natürlich auch wir) überhaupt nicht mit zu recht, für uns war das ein Fehlkauf.

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  11. Hans jendler

    Ein echter Geheimtipp ist der Stoffkleiderschrank. So kann sich Kind nicht verletzten.
    Einfach super.
    Liebe Grüße,
    Hans

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  12. Tobias Robrahn

    Den Wickeltisch-Heizstrahler haben ich noch verpackt stehen aber der Rest ist wirklich MUST HAVE.

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