Von Rockzipfeln und Spinnenläusen

Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde, aber unser großer Sohn hat tatsächlich Spaß im Kindergarten! Dazu muss man wissen, dass er schon 1.5 Jahre lang 1-2x/Woche regelmäßig zum Spielkreis ging. Zusamen mit 6-10 anderen Kindern wurde im Kindergarten gespielt, gebastelt und gesungen – alles Dinge, die Kindergartenkinder auch tun. Trotzdem war das Drama jedes Mal sehr groß, wenn er allein da bleiben sollte. Ich musste immer wieder mindestens eine halbe Stunde bleiben und ihm zuschauen, damit er dort allein blieb. An sich ja kein Problem, aber bei einem Spielkreis, der sowieso nur 2 Stunden geht, schon irgendwie nervig. Kam ich ihn dann wieder abholen, heulte er, weil er nicht nach Hause wollte.

Doch nun ist alles anders. Morgens sucht er sich ein Buch aus seinem Regal, dass er gern mitnehmen möchte, inspiziert seine Brotdose und besteht darauf, dass er den Rucksack alleine packen will. Nur Schuhe und Jacke muss ihm jemand anders anziehen, weil er verschlafen ist, behauptet er zumindest jeden Morgen. Nach einigen Diskussionen macht er es aber dann doch allein. Er kann das sogar richtig gut und schnell, er muss halt nur wollen!
Inzwischen haben wir uns in den bald 3 Wochen recht gut eingespielt und ich bin erstaunt, wie gut der Große mitmachen kann, wenn er nur will. Er ist aber auch kuscheliger und anhänglicher geworden, vor allem hier zu Hause. Und er hat wieder mal seine „Was anderes“-Phase, in der man ihm hier kaum etwas Recht machen kann. Ich glaube, beim nächsten Mal krame ich tatsächlich mal mein „Was anderes“-Rezept zum Abendbrot raus, wenn er wieder rumnörgelt.

Kastanientier

Grundsätzlich habe ich aber immer noch das Gefühl, dass er im Kindergarten noch nicht ganz ausgelastet ist. Gespielt und getobt wird zwar viel, aber das Basteln kommt bis jetzt recht kurz. Von den mehreren Kilogramm Kastanien, die wir letzte Woche in den Kindergarten gaben, haben wir keine einzige zurückbekommen. Es wurde zwar damit Murmeln gespielt, aber nichts gebastelt. Schade eigentlich, denn die andere Gruppe im Haus bastelt ganz viel – auch mit Kastanien. Und während sie schon mehrere Kastanientiere pro Kind, gemalte Bilder und bemalte Steine und sogar einen Drachen haben, gab es bei uns nur eine kleine bebastelte Kastanie mit nach Hause.
Dafür wurde letzte Woche getanzt – richtig mit Musik und Video dazu. Sohnemann ist heute noch völlig begeistert und redet ganz viel davon. Überhaupt redet er ständig von den anderen Kindern in seiner Gruppe. Er mag zwar immer nicht erzählen, was sie alles gemacht haben, erzählt dafür aber andere Dinge, die bei ihm sehr viel mehr Eindruck hinterlassen haben. Da ist zum Beispiel der Junge, der ständig beim Essen rölpst und deshalb Ärger bekommt, das Mädchen, dass gespuckt hat, der Junge der Läuse hat und vieles mehr.

Beim Thema Läuse rollen sich bei mir ja schon beim reinen Hören die Fußnägel auf und ich denke mit Grauen an die Zeiten zurück, als ich in der Praxis vermeintliche Hautschuppen unters Mikroskop legen musste, um zu schauen, ob es wirklich nur Schuppen oder vielleicht doch Nissen sind. Ich könnte mich dann direkt schon gleich wieder kratzen. Ich hatte eigentlich gehofft, dass das Läusethema komplett und bis ans Lebensende an uns vorbei geht. Das es uns schon gleich 2 Wochen nach Kindergartenstart einholt, ist irgendwie fies. Allerdings klammere ich mich jetzt noch an die Tatsache, dass ich beim Großen bisher nichts auf dem Kopf gefunden habe und das ganze schon eine gute Woche her ist. Am Wochenende werde ich wieder kontrollieren und hoffe, dass sich bis dahin nicht doch noch irgend eine Laus gewachsen ist bzw. sich eingenist hat. Wider Erwarten bin ich noch relativ entspannt was das angeht, allerdings habe ich auch noch keine große Waschaktion gestartet.
Übrigens gibt es bei netmoms eine schöne Übersicht zum Thema „Läuse bei Kindern„. Ich musste so einiges auch selbst erst einmal wieder nachlesen, denn wenn man es nicht braucht, vergisst man ja auch vieles. Auch zum Zeigen fand ich es super, denn natürlich wollte Sohnemann ganz genau erklärt und gezeigt haben, was eine Laus denn überhaupt ist und was sie macht. Er meinte dann auch promt „Eine Spinne!“ und behauptet auch heute noch steif und fest, dass das eine Spinne ist und keine Laus ist.

Aber es kann nur besser werden. Für Läuse kann man ja nun mal bekanntlich nichts und der Kindergarten ist ja nun erst ganz neu und alles muss sich noch zurechtlaufen.  Diese Woche ist die erste Woche, in der keine Eltern mehr zur Eingewöhnung da sind. Immer noch kommen fast täglich ein oder zwei neue Spielsachen an, viele fehlen aber auch noch komplett. Die Außenanlage wird wohl bis nächstes Jahr brach liegen und immer noch sind fast täglich Handwerker im Haus. Sogar noch die Maler, wie ich erst vorgestern am dunkelblauen (und nun stellenweise weißen) Pullover meines Sohnes feststellen musste.  Übrigens – falls jemand einen Tipp hat, wie man Farbe wieder auswaschen kann – immer her damit! Mit Vorwaschen und ganz viel Ariel Fleckenlöser ging leider nicht alles raus …

1 Kommentar

  1. ticketi2000

    Ahhh bei uns sind auch gerade Läuse im Kindergarten. Am liebsten hätte ich Emma zu Hause gelassen, denn jetzt vorm Urlaub kann ich Läuse gar nicht gebrauchen. O.k, eigentlich braucht man sie nie. Aber sie kommen jedes auf neue. Ich habe noch kein Kindergartenjahr mitgemacht wo es sie nicht gab.
    LG

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