Von Kindern und Falten

Heute morgen weckte mich ein Schlag auf den Kopf. Ok, eigentlich war ich schon so halb wach, denn die beiden Jungs stänkerten schon eine ganze Weile neben mir rum. Aber spätestens mit dem Schlag, der sich später als „Kopf-Dong“ vom kleinen Sohn herausstellte, war die Nacht vorbei. Der Wecker zeigte 5.30 Uhr – immerhin eine Stunde früher, als ich normalerweise aufstehen müsste. Ich legte mich also zwischen die beiden Kampfhähne und bekam sofort das nächste an den Kopf, während der Kleine ganz laut „Bu! Buhhhhh!“ schrie. Für ihn heißt das so viel wie „vorlesen“. Buch eben. Der große Bruder spielte perfekt mit und schaltete sofort das superhelle Deckenlicht ein. Aua.

Eine Stunde später stand der Mann auf und grinste, als er beide Kinder auf mir rumturnen sah. Ich glaube, er war einfach nur froh, dass er diesmal nicht unter den beiden lag. Aber immerhin stritten sich die beiden Kleinen so endlich mal nicht.  Ich machte ihnen klar, dass ich nun aufstehen müsse, was mit einem wütigen „Naiiiiin!“ und ebenso klaren Worten vom großen Sohn beantwortet wurde. Da sind sie sich dann wenigstens mal einig. …
10 Minuten später stand ich vorm Spiegel und kam mir dabei vor wie mindestens 50, nicht wie 35. In den letzten Wochen hatte ich dank Krankenhausaufenthalt, meiner Hand und weiteren Problemchen oft nicht mehr als 4 Stunden Schlaf, unterteilt in 3-4 Phasen – definitiv zu wenig, um wirklich erholsam zu sein. Wohl nicht umsonst drückte mir Schwiegermama vor einigen Tagen ein paar Proben Antifaltencreme in die Hand und empfahl mir ihre Lieblingsmarke Babor gleich mit der passenden Bezugsadresse im Internet. Aber eine Antifalten – Creme mit 35? Will ich nicht. Noch nicht.

heul doch

Während alle 3 Männer einträchtig ihr Müsli löffelten oder sich ein bisschen füttern ließen, schlich ich mich raus und hing Wäsche auf. Es war zwar noch nicht mal 7 Uhr, aber was solls. Immerhin schien schon die Sonne und ich hatte so meine Ruhe. Als ich die beiden Jungs im unrhythmischen Sekundentakt an die Scheibe hämmern hörte, grinste ich sie zwar an, aber ließ mir gleich noch ein bisschen mehr Zeit dabei. Immerhin hatte ich so noch ein wenig meine Ruhe vor dem alltäglichen Drama, dass sich gleich wieder abspielen würde.
Zähneputzen, Anziehen, rechtzeitig fertig sein, weil er mit Papa mitfahren will – all das sind für den Großen Dinge, denen er am liebsten mit ganz viel Weinen begegnet. Er findet es ganz furchtbar, dass man sich überhaupt die Zähne putzen und sich anziehen muss. Und obwohl wir immer die gleiche Routine am Morgen haben, so gibt es doch immer wieder heftiges Weinen, weil er nicht zum vereinbarten Zeichen (wenn der Wecker klingelt) fertig ist. Anstatt sich dann aber zu beeilen, setzt er sich lieber in die Ecke und weint.
Relativ pünktlich waren sie dann aber doch zur Tür raus und auf dem Weg zum Kindergarten – natürlich erst nach ganz viel Drama. Der Kleine auf meinem Arm ließ sich anstecken und zeterte seinerseits wieder rum, was er bis zum Mittagsschlaf vor rund einer Stunde beibehielt. Aktuell steckt er in einer sehr schlimmen Papa-Phase. Sobald er da ist, darf ich nichts mehr machen. Weder Windeln wechseln, noch ihm beim Essen helfen oder ihm auch nur den Trinkbecher geben. Alles ganz falsch. Heute ließ er sich vor dem Essen von mir nicht mal den Latz umlegen oder die Ärmel hochkrempeln. Er wedelte mit den Armen in der Luft und schrie nach Papa.
Ich rief mir während dessen immer wieder mein derzeitiges Mantra in den Kopf – „Es ist nur eine Phase. Nur eine Phase und sie wird vorbeigehen“. Das die nächste Phase meist auf dem Fuß folgt, verdränge ich dabei allerdings mehr oder weniger erfolgreich.

Während der Kleine heute vormittag rumwütete und jedes zweite Wort ein „Naiiiiin!“ war, dachte ich ein bisschen über meine Schwiegermutter nach. Und über meine angeblich vorhandenen Falten. Hatte sie vielleicht doch recht? Im Spiegel war außer dicken Augenringen nicht viel zu finden, allerdings könnte ich immerhin den kühlenden Augen-Roll on aus der Petitebox mal wieder suchen. Vielleicht hilft er ja doch ein bisschen. Außerdem könnte ich mir den Onlineshop ja wenigstens mal anschauen.

Inzwischen schläft der kleine Mann schon eine gute Stunde und mein besser-Aussehen-Schlachtplan steht. Die Babor-Produkte klingen zwar alle ganz toll und die Auswahl ist schier unglaublich, aber ich werde mir heute abend nach meinem 15-Minuten Yogaprogramm ganz entspannt eine Quark-Gesichtsmaske anrühren. Ich werde mich wohl in den nächsten Tagen mal durch diesen Artikel der Brigitte lesen und die verschiedenen Kosmetik-Rezepte ausprobieren. Außerdem habe ich da auch einen Artikel über Schönmacher aus dem Gartenbeet gefunden und vielleicht überdenke ich ja meine Beeteinteilung noch mal. Ich probier’s auf jeden Fall erst einmal auf natürlichem Wege – für Antifaltencreme fühle ich mich auf jeden Fall noch zu jung! Alternativ könnte ich auch einfach mal vor Mitternacht ins Bett gehen, aber wer tut das schon? ;)

Antifaltencreme – ja oder nein?

1 Kommentar

  1. Sara

    Ich bekomme auch schneller Falten, wenn ich mal eine Woche nicht richtig geschlafen habe. Was ja die vergangen 2 Wochen so war, wegen der ganzen Hitze. Da hat es mein Mann leichter, der schläft bis 2 Stunden vor Arbeitsbeginn, Steht auf, rasiert sich, frühstückt und geht dann zur Arbeit. Ich bin aber schon um 5e am Aufstehen und es geht auch immer bis Mitternacht. Aber ich hoffe auch jedes Mal, es ist nur eine Phase…

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