Von Disteln, Löwenzahn und dem Gardena Unkrautstecher

*Werbung, aber selbst gekauft*

Nachdem beide Kinder tagsüber in Schule und Kindergarten gut versorgt sind, finde ich auch endlich wieder Zeit, mich unserem Garten zu widmen. In den letzten Wochen habe ich ihn ziemlich vernachlässigt, allerdings lag das weniger an der Hitze (wir hatten ja im Norden praktisch keinen Sommer), sondern eher an der mangelnden Zeit. Nachdem ich mich heute durch mein Gewächshaus gekämpft und gründlich ausgemistet und auch gleich noch den Komposthaufen umgesetzt habe, geht es morgen den Disteln an den Kragen. Dabei fiel mir ein, dass ich euch noch gar nicht meinen inzwischen nicht mehr so neuen Helfer vorgestellt habe! Ich zweifelte lange, ob sich die Geldausgabe wirklich lohnt und genau deshalb gibt es heute dieses Posting.

Unkrautstecher vs. Teleskop-Unkrautstecher

Unkrautstecher gibt es viele und grundsätzlich teilt man sie in zwei Arten ein. Da wäre zum einen die kurze Variante, bei der man sich hinkniet oder (ganz rücken-unfreundlich) runterbeugt, mit dem Unkrautstecher dicht an der Pflanze in den Boden sticht und sie dann durch Lockern der Umgebung aus dem Boden zieht.
Wer es lieber einfacher, aber trotzdem effektiv mag, sollte sich die lange Variante, den Teleskop-Unkrautstecher anschauen. Er besteht aus einem langen Stab, hat an einem Ende einen Haltegriff und am unteren Ende mehrere Zacken oder ähnliches, die in den Boden gestochen werden. Mittels Drehung oder Kippen des Unkrautstechers entfernt man das unerwünschte Grünzeug ganz ohne Bücken und mit nur wenig Kraftanstrengung. Selbst der Auswurf des Unkrauts erfolgt per Tastendruck, so dass die Hände in der Regel sauber bleiben.
Übrigens hat die lange Variante nicht zwingend den Zusatz „Teleskop“ im Namen, allerdings kann man sie auf Bildern recht gut unterscheiden.

Der Unkrautstecher von Gardena

Der Unkrautstecher von Gardena

Jeder der schon einmal versucht hat, Löwenzahn oder Disteln per Hand auszugraben weiß, wie mühselig das ganze sein kann. Wenn man dann noch eher dörflich wohnt und fast nebenan eine große Wiese voller Löwenzahn und Disteln hat, ist es schon fast aussichtslos. Trotzdem überlegte ich lange, ob sich die Ausgabe wirklich lohnen würde und verglich zwischen mehreren Herstellern, deren Bewertungen bei Amazon damals alle nicht wirklich toll waren. Hängen blieb ich bei der Variante von Gardena*, konnte mich aber trotzdem nie so richtig zum Kauf durchringen. Erst als er dank Insolvenz-Verkauf unseres Baumarktes gerade noch die Hälfte kostete, schlug ich zu und habe es in den letzten Jahren kein bisschen bereut. Unseren Löwenzahn bin ich komplett los, einen Großteil der Disteln auch. Der Arbeitsaufwand ist dabei gar nicht so groß, wie es sich gleich liest oder wie man denken mag. Vor allem ist es sehr viel entspannter, als wenn man alles per Hand ziehen würde.

Der Unkrautstecher kommt im bekannten Gardena Farbschema, besteht bis auf den Handgriff aus robustem Stahl und macht einen sehr wertigen Eindruck. Von unserem schweren Lehmboden zeigte er sich bisher wenig beeindruckt und arbeitet sich seit über 2 Jahren problemlos und ohne größere Anstrengungen selbst durch trockenen und teilweise steinharten Boden.
Er arbeitet mit zwei großen Zacken, die bei der Drehung um die eigene Achse ein Loch rund um die Pflanze in den Boden graben. Ein großer Vorteil und für mich auch Kaufgrund ist der geringe Platzbedarf beim Arbeiten. Man dreht das Gerät auf der Stelle und hebt es nach oben raus, muss also nicht zur Seite kippen oder ähnliches. Ein Nachteil ist, wie schon gesagt, das recht breite Loch, das nach der Entfernung verbleibt und die damit verbundene große und schwere Menge an Müll. Aber auch dafür gibt es Abhilfe.

Gardena Unkrautstecher - Zacken im Detail

Und so funktioniert es

Man suche sich ein Unkraut mit langer Wurzel und positioniere sich selbst mitsamt dem Unkrautstecher mittig darüber. Die Zacken sollten so in die Erde gedrückt werden, dass die Pflanze mittig darunter ist – nur so kann man sie wirklich optimal entfernen.
Der Unkrautstecher wird bis Anschlag in den Boden gestochen und dann eine halbe Runde gedreht, um die Pflanze aus dem Boden zu lösen. Als nächstes zieht man den Unkrautstecher gerade nach oben heraus und hat nun die Pflanze mitsamt Gras und Erde zwischen den Zacken hängen.

Gardena Unkrautstecher in Aktion

Der einfache und saubere Weg wäre es nun, den Unkrautstecher über die Mülltonne zu halten, oben auf den Knopf zu drücken und so alles herauszuschieben. Habe ich früher auch so gemacht und jedes Loch dann mit Sand verfüllt, allerdings ist die Menge an Erde, die man so entfernt, auf Dauer ganz schön groß. Irgendwann begann ich, das Entfernte direkt neben dem Loch aus dem Gerät zu schieben, die Pflanze einfach vorsichtig herauszuziehen oder über dem Loch abzuschütteln und den verbleibenden Erd/Grasklumpen wieder ins Loch zu stecken. Dafür muss man sich zwar bücken und macht sich die Hände „schmutzig“, allerdings ist der Schaden, den der Rasen nimmt, so wesentlich geringer und der Müllberg viel kleiner.

Gardena Unkrautstecher LochDer offizielle Weg von Gardena schlägt statt dessen vor, auf beiden Seiten neben dem Loch erneut einzustechen und durch leichtes Drehen ein wenig Erde vom Rand ins Loch zu „schieben“. So vergrößert man zwar die Einstichstelle noch ein wenig, allerdings schließt man das Loch dabei auch wieder ein Stück. Ich finde meinen Weg allerdings trotzdem eleganter. ;)

Gardena Unkrautstecher - Pflanze

Na, seht ihr das Loch noch?

Eine Anschaffung, die sich lohnt

Anders als damals befürchtet, steht der Unkrautstecher nicht nur in der Ecke, sondern wird immer wieder mehr oder weniger regelmäßig genutzt. Bisher kam zwar nichts der entfernten Unkräuter wieder, allerdings halten sich gerade unsere flach und sehr breit wachsenden Disteln hartnäckig und kehren immer wieder an anderen Stellen zurück.
In den ersten Monaten fand ich das Arbeiten damit eher nervig, denn um keine Löcher im Boden zu haben, schüttete ich sie alle wieder mit Sand zu. Ich schleppte also neben der Unkrauttonne und dem Unkrautstecher auch noch ein Eimerchen mit Sand plus Schaufel durch die Gegend. Seit ich die Erde direkt wieder ins Loch schüttele, schleppe ich nicht nur weniger Geräte mit, sondern ist mein Mülleimer auch endlich nicht mehr so voll und vor allem schwer. Die nicht sehr aufwendige Zusatzarbeit lohnt sich wirklich, auch wenn man sich dann doch wieder kurz bücken muss.
Auch wenn unser Boden recht hart ist, empfinde ich das Arbeiten damit nicht wirklich als anstrengend. Man braucht ein wenig Kraft, allerdings bekommt mein 6jähriger das Drehen bei feuchtem Boden auch problemlos bei mehreren Löchern hintereinander hin. Zu empfehlen ist die Nutzung allerdings wirklich nur bei langen Pfahlwurzeln oder großen und halbwegs tiefen Wurzelballen. Flachwurzler bekommt man damit nicht gezogen!

Erde mit Pflanze in Gardena Unkrautstecher

Wie von Gardena gewohnt, bekommt man hier auf jeden Fall sehr viel Qualität für sein Geld. Nach den 2 Jahren Nutzung sieht er zwar nicht mehr neu, sondern an den Zacken schon reichlich abgeschrabt aus, aber das sind normale Nutzungsspuren. Der Rest ist tatsächlich wie neu.
Falls es euch also wie mir geht und ihr zweifelt – der Gardena Unkrautstecher lohnt sich auf jeden Fall!

*Affiliate-Link

8 Kommentare

  1. vera maas

    Super Artikel, hat mir wirklich she weitergeholfen…vielen dank für die Infos !!!

    Antworten
  2. siebenkilopaket

    Liebe Sandra,

    wieder was dazu gelernt, vielen Dank! Ich habe vor 3 Jahren zum ersten Mal im Leben Unkraut gezupft. Und wirklich, ich konnte einfach nicht glauben, dass man im Jahr 2012, wo Menschen schon auf dem Mond gewesen sind und es sogar Staubsaugerroboter gibt, immer noch nichts existiert was diese furchtbare Aufgabe etwas erleichtert. Am Abend tat mir alles weh – inzwischen ist so viel Zeit vergangen und erst jetzt entdecke ich hier einen Unkrautstecher. Ich freue mich schon den auszuprobieren! Der nächste Sommer kann kommen :)

    Liebe Grüße und ein sonniges Wochenende
    Daniela

    Antworten
    1. Sandra

      Haha, du hast absolut Recht! Man erfindet für alles und jeden Blödsinn ein Gerät, aber für’s Unkraut ziehen gibt es immer noch nichts. Ich würde mich liebend gern auch als Testperson zur Verfügung stellen :D

      Viel Spaß mit dem Unkrautstecher – der macht echt Spaß! :)

      Antworten
  3. Mikkl

    Hallo Sandra,

    nachdem wir jetzt auch eine Garten haben, beschäftigen wir uns jetzt auch mit ziemlich vielen Theman rund um den Garten. Danke für den tollen Artikel. Das Frühjahr ist da, der Sommer kommt auch bald. Ran an die Gartenarbeit.

    Antworten
  4. Anthony Fedri

    Da wir nun aktiver unseren großen Garten nutzen und diesen Sommer erstmal gemerkt haben was das für Arbeit machen kann, sieht das definitiv nach einer lohnenswerten Anschaffung aus.
    Dankeschön für diesen ausführlichen Testbericht! :)

    LG
    Anthony

    Antworten
  5. Paul

    Wir haben auch lehmigen Boden und ich hab am Dienstag und Gestern insgesamt 100 Kg Löwenzahn auf einer Fläche von ca. 900 m² rausgestochen.
    Das Problem sind die Löcher die Bleiben (vor allem, wenn der Löwenzahn großflächig wuchert).
    Wir haben auch einen lehmigen Boden.

    Allerdings hat der Fiskars einige Vorteile gegenüber „Handstecher und dem Robben“
    Gerade auf großen Flächen spart der Fiskars gewaltig viel Zeit und man hat eine enorme Arbeitserleichterung.
    Da ich den Höhenverstellbaren genommen habe, kann man aufrecht und damit Rückenschonend arbeiten.
    Das Gerät hält das ausgestochenen Unkraut (nicht nur Löwenzahn) fest und man kann dank der Länge und dem Auswurfmechanismus in einem großen Umkreis um den Ablageplatz (Eimer,…) arbeiten ohne immer hin und her rennen zu müssen.

    Ich persönlich bin vom Fiskars begeistert, da er wirklich qualitativ und solide gearbeitet ist (den Löwenzahn stech ich nur so lange bis der abgeblüht ist, dannach kann er ruhig stehenbleiben). Die Arbeitsweise ist sehr kräfteschonend und eingängig ist.
    Das Unkrautstechen geht schnell von der Hand und macht sogar irgendwie Laune (ein Anflug von Spass).
    Man muss das Unkraut nur wirklich an der Wurzel erwischen, das ist das Einzige worauf man wirklich achten muss.

    Antworten
  6. Sandra

    Bei dir wächst jetzt – am 1. März – schon Löwenzahn und dann noch so viel? Wow, wo wohnst du denn?

    Mal absehen von der Höhenverstellung arbeitet der Unkrautstecher von Fiskars genauso wie der von Gardena. Wir hatten damals lange überlegt, uns schlussendlich aber ganz bewusst für Gardena entschieden. Insgesamt wirkte er einfach durch das wenige Plastik sehr wertig und überzeugte damit deutlich vor dem von FIskars.

    Antworten
  7. Christian

    Überlege jetzt auch ernsthaft über die Anschaffung eines Unkrautstechers nach. Habe in unserem Garten auch das Gefühl, wenn ich einen Löwenzahn per Hand entferne, dass 2 Wochen später 5 neue wachsen. Langsam kommt man auch in ein Alter, wo man sich nicht ständig bücken möchte. Werde mir den Unkrautstecher beim nächsten Baumarktbesuch mal genauer anschauen. Danke für den informativen Artikel.

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.