Veränderungen

Veränderungen – ein Wort, dass für so viele Dinge steht. Freude, Glück, Ärger und Stress, Neuanfang, Chance, und vieles mehr. Oft entscheiden wir uns bewusst für eine (positive) Veränderung, während die negativen meist einfach da sind, ohne das wir sie beeinflussen können. Unsere ganzen letzten Wochen waren beeinflusst von Veränderungen, die nicht zwangsläufig immer positiv waren. In der letzten Woche hatte ich allerdings das Gefühl, dass alles noch mal geballt auf uns einstürzte. Im Positiven und im Negativen.

Der kleine Mann wird groß!

Nun ist unser Jüngster schon 1 Jahr alt und ich frage mich immer wieder, wo das letzte Jahr eigentlich geblieben ist. Kleinkind, kein Säugling mehr. Täglich nimmt sein Entdeckerdrang zu, täglich macht der kleine Kasperkopf mehr Blödsinn. Fing er erst in den letzten 2 Wochen richtig an zu krabbeln, sitzt er inzwischen wie ein Großer am Tisch, bespaßt dort mit Vorliebe die ganze Familie und hat erst vor ein paar Tagen die Schwerkraft so richtig für sich entdeckt. Er lässt zwar schon lange Dinge fallen und beobachtet sie dann fasziniert, das Spiel mit Brot oder jeglichem anderen Essen ist für ihn allerdings „neu“. Und so fliegt im Moment alles vom Tisch, egal ob Käse, Brot oder Kartoffeln. Dafür ißt er aber auch alles und hat sich vom Brei-Fan zum absoluten Brei-Verweigerer entwickelt. Feste Nahrung muss es nun sein, was mich persönlich sehr freut.

In der letzten Woche hatte er Geburtstag. Ein Tag, den wir nur im sehr kleinen Rahmen gefeiert haben, der aber doch für reichlich Gesprächsstoff sorgte.

Der eifersüchtige Bruder

Geburtstage haben es so an sich, dass ein Kind im Mittelpunkt steht. Unser Großer steht sehr gern im Mittelpunkt und Eifersucht ist schon lange immer wieder ein Thema bei uns. Grund dazu hat er keinen, denn wir behandeln beide Kinder im gewissen Rahmen immer gleich. Das geht natürlich nicht immer, aber wir geben uns Mühe. So schnappte ich mir auch einen Tag vor dem „großen Tag“ den Großen und erklärte ihm, was morgen passieren würde. Er sollte wissen, dass der kleine Bruder Geschenke bekommen würde, er aber nicht. Als kleinen Trost schenkte ich ihm dafür ein kleines LEGO-Auto und erinnerte ihn daran, dass er sich auch schon so sehr darauf freut, mit dem neuen Autobahn/Parkhaus von Fisher Price zu spielen, dass der Bruder am nächsten Tag bekommen würde. Außerdem ist sein Geburtstag auch nicht mehr weit weg und dann würde sein Bruder nicht im Mittelpunkt stehen, dafür aber er. Sogar mehr als sein Bruder, schließlich ist da ja auch die Geburtstagsparty mit seinen Freunden.

Es kam, wie ich es trotz unseres Gesprächs befürchtet hatte, denn es gab Streit ohne Ende. Der Große beanspruchte die Autobahn für sich und sah überhaupt nicht ein, dass der kleine Bruder auch damit spielen wollte. Dabei sollte man nun wirklich meinen, dass bei einer Bahn, die ca. 50x60cm ist und mit 4 Autos daherkommt, beide Jungs Platz haben. Als der Kleine dann auch noch vom Nachbarn und besten Kumpel des Großen ein Buch geschenkt bekam, ging gar nichts mehr. Stinkstiefel lässt grüßen, maulte und motzte er den ganzen Tag rum, obwohl der kleine Bruder dann schon längst nicht mehr „interessant“ war oder im Mittelpunkt stand. Am nächsten Morgen zeigte der Große Papa ganz stolz das Buch mit den Worten: „Kuck mal, was ICH gestern geschenkt bekommen habe!“ …

3 Tage ging es so und auch jetzt ist er immer noch anstrengend. Er will nicht teilen, akzeptiert nicht mehr, wenn andere mit seinen Spielsachen spielen und benimmt sich wieder wie ein 2jähriger. Zumindest kommt es mir so vor. Wir reden viel, wir kuscheln viel und irgendwie sieht er es auch ein, aber anscheinend kann er einfach nicht aus seiner Haut. Ich tröste mich damit, dass es mit rund 4 Jahren ja bei Jungs einen 100%igen Testosteron-Anstieg verbunden mit einem Wachstumsschub geben soll. Eine Phase, alles nur eine Phase.

garteneisenbahn

Unser Garten

Nachdem wir vor nun einer guten Woche in einer Marathon-Aktion 120 Hainbuchen einpflanzten, standen auch die ersten Tage im Mai im Zeichen „extremer“ Gartenarbeit und großer Veränderungen. Die an Weihnachten versprochene Walze kam und der Mann kurvte vor ein paar Tagen stundenlang durch unseren Garten. Heute ärgere ich mich fast ein bisschen, dass ich nicht mal ein Foto gemacht habe, denn wann sieht man mal wieder eine „handelsübliche“ Straßenwalze, nur etwas kleiner, im eigenen Garten? Immerhin ist jetzt der Boden glatt, die größten Lunken verfüllt und alles sieht wieder schön aus.
Stundenlang habe ich mit meinem neuen Spielzeug, einem Rasenrechen von Gardena, auf unserem Rasen verbracht. Obwohl unser Rasenmäher gleich mulcht, ist so viel altes Gras im Rasen, das einfach raus muss, damit er richtig gut wächst. Bei 2.000m² Gartenfläche ist das allerdings schon mehr nur eine Fleißarbeit. Noch dazu, wenn die Sonne vom Himmel brennt und ein 4-jähriger hilft, der alles zusammengeharkte gleich wieder großzügig auf dem Rasen verteilt. An solchen Tagen wünschte ich mir den automatischen Garten, mit dem Gardena im Moment wirbt. Ein Rasenmäherroboter, der sich um das Gras kümmert (ok, wir bräuchten wohl eher gleichzeitig 3 Stück davon),  ein Bewässerungssystem, das automatisch gießt. Ich würde entspannt im Liegestuhl liegen (vielleicht ja wirklich mit Massagematte darunter), eine Pfeife in der Hand haben und auf meinen Pfiff hin würde alles alte Gras und Unkraut aus dem Rasen direkt in die Biotonne springen. Die Kanten würden sich automatisch schneiden, genauso wie die Hecke. Nicht zu vergessen die Stellen für das Gewächshaus und das Beet, die sich selbst umgraben würden.
Statt dessen wird meine Einkaufsliste immer länger und ich warte sehnsüchtig auf die nächste 25%-Aktion unseres Baumarktes, denn Qualität kostet ganz schön viel Geld. Rasentrimmer, Spindelmäher und diverse weitere Gartengeräte sind schon ausgesucht und warten darauf, bald gekauft zu werden. Vielleicht sollte ich einfach mal anfangen, Lotto zu spielen …

Seit gestern steht nun endlich unser Trampolin wieder. Heute wird es noch mit Sturmnägeln in der Erde befestigt, auf das es nie wieder Flugstunden nimmt. Da nun gewalzt ist, kann auch das Schaukel- und Klettergerüst seine Betonfüße bekommen und so im Boden verankert werden. In 2 Wochen wird das Gewächshaus bei Schwiegereltern ab- und hier wieder aufgebaut. Ich werde bald ein eigenes kleines Gemüsebeet haben, das in den nächsten Tagen bzw. Wochen angelegt wird. Morgen kommt der Bagger und gräbt einen Graben für die Abwasserleitung des Nachbarn über unser Grundstück. Eine Woche später wird er bei uns graben. Und das Obergeschoss wartet auch noch darauf, dass ich endlich wieder die Wände und Decken streiche.

Aber dann sind da die Momente, in denen man einfach nur im Garten sitzt und sich freut, dass man dieses alte, problembeladene Haus mit dem großen Garten gekauft hat. Das man die jahrelange Arbeit auf sich genommen hat, auch wenn ein neues Haus kaufen so viel einfacher gewesen wäre. Die Momente, in denen alle glücklich sind. In denen alles idyllisch ist und man weiß, dass alles genau so richtig ist. Und das Veränderungen irgendwie fast immer positiv sind. Es kommt nur auf den richtigen Blickwinkel drauf an.

2 Kommentare

  1. melliausosna

    Woww der ist echt schon wieder 1 Jahr alt. Hast du nicht gerade noch geschrieben er ist da. Wahnsinn wie die zeit vergeht!

    Na und Eifersucht kenn ich als Thema :)

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    1. Sandra (Beitrag Autor)

      Ich wunder mich auch immer wieder, wie schnell das doch geht. Noch 2 Jahre und der Große kommt schon in die Schule o.O

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