Unterhalte mich!

Unser Großer hat etwas Neues für sich entdeckt. Fernsehen. Er liebt es und könnte den ganzen Tag nur vor der Flimmerkiste sitzen, wenn ich ihn denn lassen würde. Tue ich natürlich nicht, denn im Gegenteil – bei uns gibt es Fernsehen sehr stark „dosiert“. Das heißt nicht, dass ich ihm das Fernsehen grundsätzlich verbiete, vielmehr denken wir gar nicht groß daran und haben eigentlich auch gar keine Zeit dazu.
Wenn der Große aus dem Kindergarten kommt, wird meist draußen gespielt, später drinnen. Irgendwann gibt es Abendbrot und dann noch Sandmännchen, wenn es dafür dann nicht schon zu spät ist. Und danach geht es dann ins Bett. Warum soll ich ihn also vom Spielen abhalten und vor den Fernseher setzen? Selbst das Sandmännchen vergessen wir oft. Nicht aus böser Absicht, sondern einfach nur, weil es bei uns so selten gekuckt wird. Unser Sohn kennt zwar einige Kindersendungen, dann aber eher von Besuchen bei den Großeltern oder aber aus dem Kindergarten von seinen Freunden.
Bis jetzt dachte ich auch nicht, dass ihm etwas fehlt (warum auch?), doch dann erklärte er mir vor ein paar Tagen, dass er jetzt abends immer zu den Großeltern möchte, denn schließlich könne er da auch fernsehen ….

Fernsehen vs. Vorlesen

Bücher waren und sind bei uns immer noch sehr wichtig. Auch wenn im Sommer teilweise weniger als sonst vorgelesen wird – ganz verzichten kann keiner auf unsere Bücher. Auch der kleine Bruder bekommt schon vorgelesen und bekommt von seinem Soundbuch oder aber auch „Elephant Small“ einfach nicht genug.
Letztens erst fragte mich eine Freundin, warum ich unserem Jüngsten denn schon vorlesen würde. Sie täte das noch nicht, schließlich würde ihr 9 Monate altes Kind das alles sowieso noch nicht verstehen. Recht hat sie ja vielleicht, aber schaden kann vorlesen ganz bestimmt nicht. Unserem Großen habe ich das erste Buch vorgelesen, als er 6 Wochen alt war. Ich hatte damals eins der „Elephant Small“-Bücher auf dem Flohmarkt gefunden und fand es sofort toll. Der Große auch und so las ich mindestens 3x am Tag die Geschichte um den süßen Elefanten, der verloren ging und von seinen Spielzeugfreunden gesucht wurde. Übrigens war es dabei totaler Zufall, dass es ein englisches Kinderbuch ist.

Elephant Small-Bücher

Der kleine Bruder bekommt automatisch mit vorgelesen – meist die Bücher vom großen Bruder. Ihn stört das überhaupt nicht und ich habe manchmal das leise Gefühl, dass er die kunterbunten Bücher für ältere Kinder sehr viel spannender und besser findet als seine altersgerechten Bücher. Tatsächlich hat er schon einige Lieblingsbücher – darunter zum Beispiel Tafiti und diverse Baustellenbücher. Seine Bilder- und Tierbücher dagegen schaut er zwar ganz gern kurz an, zeigt dann aber vehement auf das Bücherregal des Großen.

Vorlesen oder doch lieber Hören?

Genau wie Spiele, Spielzeuge und auch Fahrzeuge haben Bücher eine Altersempfehlung. Es ist nur eine Empfehlung und niemand muss sich daran halten, aber doch beachten sie sehr viele. Bei Büchern und auch bei Fahrzeugen habe ich immer wieder festgestellt, dass die Altersgrenzen viel zu hoch gesetzt werden. Unser I’m Toy Musikcenter zum Beispiel ist ab 3 Jahren empfohlen, bekommen hat unser großer Sohn es mit 2.5 Jahren. Er klimperte ein Mal darauf rum und dann blieb es in der Ecke – obwohl er alles zum Musik und Lärm machen liebt! Der kleine Bruder wurde praktisch damit groß und klopft darauf rum, seit er sitzen kann. Er liebt es, auch wenn er nicht alle Teile bekommen hat. Mit seinem einen Jahr hat er damit sehr viel mehr Spaß als sein Bruder damals.
Eine Freundin liest ihrem 5-jährigen dagegen einige der Harry Potter-Romane vor. Die gruseligen Szenen bzw. dann eher die kompletten Bücher umgeht sie ganz, aber zusammen hören und lesen die beiden immerhin noch 3 der Bücher. Es wundert mich immer wieder, wie begeistert ihr Sohn davon ist, aber wahrscheinlich ist es wie bei uns mit der Musik – viel in der Schwangerschaft gehört und schon ist das Kind völlig versessen darauf. Bei mir ist es Latin Musik ist, bei ihr halt Harry Potter, denn jedes Mal, wenn das neue Harry Potter Hörbuch erschienen war, musste sie es kaufen. Sofort natürlich. Dann wurde es so lange in Dauerschleife gehört, bis sie es schon fast komplett  mitsprechen konnte. Wenn ich so darüber nachdenke, wundert es mich eigentlich immer weniger, dass ihr Sohn Harry Potter so liebt. :D
Ich gebe zu, ich habe es bei meinem Sohn auch probiert, aber leider kann er weder mit den Büchern, noch mit den Hörbüchern etwas anfangen. Schade eigentlich, denn Rufus Beck ist einfach ein grandioser Vorleser!

Bei uns ist dafür Meister Manny mit seinen sprechenden Werkzeugen als Hörspiel sehr beliebt. Die Geschichten sind nicht allzu lang und täglich schläft der Große mit Manny ein. Bob der Baumeister ist hier (glücklicherweise) fast schon vergessen. Sehr in der Gunst gestiegen ist dafür Feuerwehrmann Sam und auch der kleine rote Traktor. Und auch wenn es Fernsehserien sind, die er sehr selten schaut – er liebt die Hörbücher und hört sie auch am Tag beim Spielen immer wieder gern. Warum auch nicht, denn die Hörbücher sind mir immer noch tausend Mal lieber, als wenn er den halben Tag vor dem Fernseher sitzt. Selbst wenn es Kinderfernsehen ist – ich denke einfach, dass sich ein Kind auch sinnvoller beschäftigen kann.

Wie oft dürfen eure Kinder am Tag fernsehen?

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