Tommee Tippee und meine wiedergewonnene Freiheit

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Kennt ihr das? Man hört den Namen einer Firma, eines Shops oder eines Produktes zum ersten Mal – hat vorher nie etwas darüber gehört. Aber plötzlich sieht man genau diesen Namen überall und ständig.
Als ich das erste Mal von Tommee Tippee hörte, konnte ich damit überhaupt nichts anfangen. Inzwischen weiß ich, dass es ein britischer Hersteller von Babyartikeln und Spielzeug ist und sehe plötzlich an jeder Ecke Produkte von ihnen. Egal ob bei Baby One, Amazon, in Babyzeitschriften oder der Babywelt – sie sind überall. In Deutschland werden die Produkte übrigens von Rotho Babydesign vertrieben. Und wer mag, findet unter http://www.tommeetippee.de die komplette Übersicht der Produkte.
Die Produktpalette ist groß und vor allem im Bereich der Flaschenfütterung gibt es sehr viele Produkte. Doch auch andere Dinge wie Schnuller, Babyphone, Windeleimer oder Trinkflaschen bekommt man.  Für mich war vor allem das Babyphone interessant, war unseres doch vor einiger Zeit kaputt gegangen. Da die Beschreibung im Vergleich mit deutschen Produkten problemlos mithalten konnte und die Produktmerkmale überzeugten, zog vor einigen Wochen das digitale Babyphone mit Bewegungssensormatte bei uns ein.

Inhalt

Theorie

Das Babyphone bietet:

  • die Bewegungssensor-Matte
  • Reichweitenanzeige in 3 Balken
  • max. 300m Reichweite
  • Raumtemperaturanzeige in C° oder F
  • Gegensprechfunktion
  • Nachtlicht, dass über die Elterneinheit gesteuert werden kann.

Oben im Bild sieht man das komplette Zubehör. Die Elterneinheit benötigt 2 Batterien, die direkt mitgeliefert wurden. Die 4 Stück für die Babyeinheit muss man selbst besorgen oder schließt es alternativ direkt ans Stromnetz an. Die Sensormatte benötigt keinen extra Stromzugang, sondern wird an die Babyeinheit angeschlossen.

Elterneinheit

Die Babyeinheit, also der Teil, der im Kinderzimmer bleibt, hat eine recht spezielle Form. Der untere Teil ist dick und bauchig und beherbergt die Batterien und die Technik, während der obere Teil ganz dünn ist und mit der Geräterückseite als Nachtlicht dient (2). Die Nummer 1 zeigt übrigens den Temperaturfühler an. Das weiße Teil sieht nicht nur aus wie ein Kabel, sondern ist mehr oder weniger auch eins – ist also biegsam.

Babyeinheit

Und so sieht sie von vorn aus. Lampe Nummer 1 blinkt grün, wenn die Sensormatte angeschlossen ist – zur Betriebsprüfung sozusagen. Nummer 2 leuchtet rot, wenn für 20 Sekunden keine Bewegung durch die Sensormatte aufgezeichnet werden konnte. Zusätzlich piepen dann auch das Elternteil und die Babyeinheit recht laut. Sobald wieder eine Bewegung registriert wird, blinkt das Lämpchen nur noch rot.
Mit Nummer 3 schaltet man das Nachtlicht ein und aus. Betreibt man die Babyeinheit mit Batterien, bleibt es nur 5 Minuten an. Ist sie ans Stromnetz angeschlossen, bleibt es dauerhaft an. Und was mir persönlich richtig gut gefällt – man kann es auch mit der Elterneinheit an- und ausschalten. Man läuft also nicht mehr Gefahr, sein Kind beim Aussschalten zu wecken.
Die 4 zeigt den An- und Ausschalter und mit den Pfeiltasten (5) regelt man die Lautstärke für die Gegensprechanlage. Und im Display werden dauerhaft die Raumtemperatur und der Batterie-Füllstand angezeigt.

Elterneinheit

Die Elterneinheit ist da schon um einiges komplexer und bietet reichlich Möglichkeiten. Hier nicht im Bild ist die Taste für die Gegensprechanlage. Sie befindet sich an der Seite, etwa in Höhe der Ziffer 1.
Die Blink-Laufleiste bei Ziffer 1 kennt man von fast allen Babyphones. Je nach Lautstärke leuchten hier bis zu 5 Lämpchen blau. Ist die Sensormatte angeschlossen, blinkt das letzte Lämpchen dauerhaft im Rhythmus der registrierten Bewegungen. Wenn wir gerade beim Licht sind – Nummer 3 schaltet das Nachtlicht an der Babyeinheit ein bzw. aus.
Nachdem man das Gerät angeschaltet hat (5) und es eine Verbindung sucht, erscheint auch hier die Temperatur im Display. Zusätzlich zum Batterie-Füllstand wird auch noch angezeigt, ob die Sensormatte angeschlossen ist und wie gut der Empfang ist. Möchte man irgend etwas ändern (zum Beispiel die Empfindlichkeit der Babyeinheit), geht man ins Menü (4) und wählt dank den Pfeiltasten (2) alles bequem aus. Bestätigen und fertig ist.

Nachtlicht an Babyeinheit

Praxis

Babyphone sind irgendwie alle gleich? Das dachte ich früher auch. Für den großen Sohn kaufte ich damals ein recht preisgünstiges Babyphone, dass ich nach 2 Monaten reichlich genervt zurückschickte. Das war dann allerdings schon das 2. Austauschgerät. Es rauschte, knackte und die Reichweite stimmte auch überhaupt nicht. Seit dem haben wir ein einfaches von Avent und sind eigentlich völlig zufrieden. Doch die Elterneinheit ist kaputt und der kleine Sohn spuckt öfter mal – braucht also etwas mehr Überwachung – es musste ein Babyphone her, dass etwas mehr kann. Dank Sensormatte fühlen wir uns nun auf der sicheren Seite.

Die Sensormatte ist recht dick und stabil. Da der Kleine aber sowieso einen Keil aus Handtüchern unter dem Kopfende der Matratze hat, fällt es gar nicht weiter auf. Wichtig ist nur, dass die Matte direkt unter der Matratze liegt. Sie funktioniert in jedem Bett, jedoch ist sie sehr empfindlich. Auch wenn sie sich in 3 Stufen verstellen lässt – bei uns registrierte sie selbst bei geringster Empfindlichkeit noch die Schritte auf dem (Laminat)Boden im Zimmer. Für Beistellbetten ist die Matte auch nur dann geeignet, wenn im Hauptbett zu der Zeit niemand weiter schläft. Die Verbindung der beiden Betten kann störend auf den Empfang wirken.
Vor dem Kauf einer Sensormatte sollte man sich unbedingt klar machen, dass die Matten auf Bewegung und die Atmung reagieren. Bei Säuglingen ist die Atmung zwar oft regelmäßig und gleichmäßig, manchmal aber auch nicht. Ich kenne es so, dass alle Aussetzer bis zu 10 Sekunden noch normal sind, ab 20 Sekunden schlägt das Gerät Alarm. Ist man aber überängstlich, besteht die Gefahr, nur noch auf die blinkende Lampe der Elterneinheit zu schauen.

Die Übertragung ist gut – Kind und Babyphone sprangen immer relativ gleichmäßig an. Der Empfang an der Elterneinheit dürfte gern lauter sein, aber man gewöhnt sich an alles. Die Reichweite ist sehr gut – 200m Abstand aus dem Garten zum schlafenden Kind im Haus klappten problemlos. Auch unsere teilweise 36cm dicken, komplett gemauerten Wände interessierten es überhaupt nicht. Die 3 Balken für den Empfang blieben stehen.
Genial ist die Gegensprechanlage. Allerdings kann sie gerade bei größeren Kindern auch nerven. Unser großer Sohn will abends nun immer gern Gespräche über’s Babyphone führen. …

Und auch wenn ich das Babyphone toll finde, gibt es ein paar Sachen, die nicht ganz so gut sind. Da wäre zum Beispiel die angerauhte weiße Oberfläche beider Geräte. Da sie bei uns ab und an unterwegs sind, merkt man erst, wie schnell sie dreckig werden und dunkle Streifen förmlich anziehen. Mit einem feuchten Tuch lassen sie sich aber super reinigen.
Woran ich mich wohl nie gewöhnen werde, ist die lange Ausschaltzeit der Elterneinheit. Bei der Babyeinheit muss man die Taste rund 2 Sekunden drücken. Bei der Elterneinheit sind es rund 5 Sekunden. Für mich unverständlich – umgedreht würde es viel mehr Sinn machen.
Und schlussendlich ist die Elterneinheit ein Batteriefresser. Ich habe ständig nur 1 Balken, manchmal auch 2. Doch selbst nach rund 8 Stunden Aufladen komme ich nicht sehr viel höher. Ich brauche es nur abends für ein paar Stunden – das reicht schon locker. Aber es nervt, dass man die Elterneinheit erst einmal einen halben Tag laden muss. Die Babyeinheit kommt bei uns mit vollen Batterien rund 2 halbe Nächte aus. Nicht viel, aber immerhin ist auch die Sensormatte angeschlossen.

Trotzdem kann ich das digitale Babyphone mit Bewegungssensormatte guten Gewissens empfehlen. Es ist praktisch, funktional, liegt gut in der Hand und das wichtigste – es funktioniert! Und ich brauch nun endlich nicht mehr ganz genau hinhören, ob Junior quengelt. Denn ohne Babyphone kann das auf Dauer ganz schön anstrengend sein.

(Das Babyphone wurde mir für diesen Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Meine Meinung beeinflusst das nicht.)

2 Kommentare

  1. Pingback: HelloBabyBox – November 2012 › Sandra's Testblog

  2. Andrea

    Es war sehr interessant für mich, Deine Meinung über die Sensormatten zu lesen. Wir haben für unsere große Tochter auch nur ein einfaches Babyphone gehabt. Hat für Lisa auch super gelangt. Nun, bei unserem Kleinen langt eine Babyphone wohl nicht. HIer müssen wir mehr überwachen, sagt der Arzt. Daher bin ich auf der Suche nach der passenden Überwachung für den Kleinen. Danke für Deine Seite. Gruß, Andrea

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