Steuern zahlen? – Betrifft mich doch nicht!

Schön wär’s natürlich, wenn ich das so sagen könnte. Trotzdem stimmt es natürlich nicht, denn auch ich muss meine Steuern zahlen. Doch ich möchte mal wieder die Zeit nutzen, um auf ein wichtiges Thema zu kommen – „Müssen Blogger eigentlich Steuern zahlen oder nicht?“. Langjährige Leser kennen das Thema schon, denn ich hatte es schon vor einiger Zeit thematisiert. Damals dachte ich noch, dass das bestimmt so ein Ding ist, dass man 1x liest und dann sofort vergessen wird. Doch selbst heute noch – über 1 Jahr später – werden diese Postings noch recht häufig aufgerufen. Meist mit der Frage, ob man Produkte eigentlich versteuern muss oder nicht.
Da ich bisher mehrere Artikel schrieb, die nie als gesammelte Informationen gedacht waren, sondern am Anfang nur als „Meckern“ anzusehen waren, hole ich das heute mal nach, fasse zusammen und verweise an einigen Stellen auf die anderen Postings, damit es nicht zu lang wird (ist es so schon. ;) ).

Steuerbescheid

Und weil auch das immer wieder gesucht wird, fangen wir damit an:

Produkte testen – ein Traumjob?
Ich habe manchmal das Gefühl, dass fast jede Mutter in Elternzeit sich berufen fühlt, einen Testblog zu schreiben. Und ja, ich darf das sagen – schließlich fing es bei mir auch so an. Allerdings habe ich es nie so übertrieben, wie viele heutzutage. Es werden hunderte von Firmen angeschrieben, Listen im Blog veröffentlicht, auf denen die noch ausstehenden Tests stehen (mit teils 30 und mehr Tests, mind. 15 davon jedoch Kosmetik). Die Berichte umfassen dann bestenfalls ein eigenes Foto und ca. 10 Zeilen Text. Reicht doch, oder? Hauptsache man hat etwas bekommen und der Welt seine Meinung mitgeteilt. Dass die Welt in dem Fall vll. nur 10 Leser am Tag bedeutet, die auch noch selbst Blogger sind, stört dabei die wenigsten. Leider machen das immer noch Firmen mit. Und leider wächst die Zahl der Blogger, die genau so sind, stetig. Viele haben nicht mal mehr Lust, sich selbst Gedanken über ein Produkt zu machen. So fand ich erst vor 2 Tagen in einem Blog, der sich Kosmetikreviews groß an die Fahne geschrieben hat, viele meiner Snowberry-Berichte wieder. Von insgesamt 6 meiner Seiten wurden meine Meinungen komplett geklaut und in einem Bericht zusammengefasst. Hätte die Dame ein ordentliches Impressum gehabt, hätte ich das wohl direkt einem Anwalt übergeben.

Solltest Du also überlegen, auch mit dem Produkte testen zu beginnen, überlege Dir folgendes: du bloggst in der Regel über Produkte, die nicht viel Geld kosten. Viele Firmen nutzen die breite Masse und geben zum Beispiel einen Rucksack für 15 Euro an alle Blogger raus. Für 15 Euro testest du also den Rucksack, machst Fotos, schaust dir die Qualität an, was alles rein passt usw. Und natürlich musst du auch bloggen. Mit bloggen und Fotos bearbeiten bist du – wenn du sehr wenig schreibst – rund 30 Minuten beschäftigt. (Ich schreibe an meinen Berichten durchaus auch mind. 3 Stunden inkl. Fotobeareitung!). Für 15 Euro hast du also – das Testen und Fotografieren mitgerechnet – schon mal rund eine Stunde gearbeitet. Auf diese 15 Euro musst du allerdings noch Steuern zahlen! Noch dazu musst du dein Impressum mit deiner richtigen Adresse versehen. Abkürzungen oder Postfächer zählen hier nicht, außer du legst es auf Abmahnungen im 3-stelligen Bereich an.
Lohnt sich das wirklich?

Es gibt sicher immer mal wieder einige  Produkttests, bei denen es sich lohnt. Aber die sind sehr selten geworden. Als ich 2010 anfing, gab es zwar auch schon schwarze Schafe, aber alles war irgendwie noch einfacher. Die Blogger waren nicht so dreist wie heute und man hatte bei Firmen noch eine wirkliche Chance. Teilweise hat man das bei bekannten Portalen wie trnd und co immer noch. Allerdings sind dort oft mehrere 100.000 Leute bzw. deren Hunde, Hamster und sonstige Tiere angemeldet – schließlich will jeder möglichst viel vom Kuchen abhaben.
Es gibt allerdings noch abseits vom Internet ein paar Möglichkeiten, zu denen ihr hier eine Übersicht findet, wie man sonst noch als Produkttester Geld verdienen kann.

Ich hab jetzt einen Blog – wie schnell hab ich die erste Million?
Darauf warte ich auch heute noch. ;) Man sollte nicht vergessen, dass man sehr viel Arbeit in einen Blog investieren muss und es auch eine Zeit lang dauert, bis man sich einfach nur aus der breiten Masse abhebt.
Grundsätzlich gibt es als Blogger diverse Möglichkeiten zum Geld verdienen, allerdings sollte man dabei auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Für mich heißt das:

  • Realistische Preise verlangen, sich aber auch nicht mit 2 Euro abspeisen zu lassen.
  • Auch mal „Nein“ zu sagen, vor allem bei Ü18-Inhalten, Kasinos, Wettspielen und Zigaretten
  • Nicht jedes Werbebanner mitzunehmen, auch wenn es vielleicht 3 cent pro klick bringt (ohne Leser klickt das sowieso keiner).
  • Grundsätzlich gilt: Weniger ist manchmal mehr!

Steuern – ja oder nein?
Ganz klar – JA! Für alles!
Immer wieder lese ich in Blogs, dass es das größte Hobby sei,  Produkte zu testen und das man alles nur aus Spaß betreiben würde. Auch wenn ich mich jetzt relativ weit aus dem Fenster lehne – ich würde behaupten, dass wahrscheinlich keiner dieser Blogs seine Einnahmen angibt. Denn was die wenigsten bedenken – auch Produkte müssen angegeben werden. Das klingt im ersten Moment vielleicht nicht viel, gerade wenn man immer nur Produkte für 10 Euro bekommt oder testet. Aber auch die summieren sich. Schon 30 Produkte a 10 Euro im Monat ergeben 300 Euro – auf das ganze Jahr hochgerechnet sind das mal eben 3.600 Euro. Und viele der neuen „Testblogs“ bloggen über 50 oder sogar noch mehr Produkte im Monat. Noch dazu geben die wenigsten Firmen nur Sachen für 10, sondern meist für 25-30 Euro raus, manchmal auch noch mehr.

Meine Steuerberaterin nannte das ganze „geldwerter Vorteil“. Man hat durch die ganzen Produkte, die man sich ja sonst kaufen müsste, einen Vorteil. Auch wenn es nur Shampoo ist. Stellt euch vor, der Mechaniker in der Autowerkstatt lässt sich nur noch in Naturalien bezahlen, weil man die ja nicht versteuern muss. Geht nicht.

Um auf’s Wesentliche zurückzukommen: Ja, man muss Steuern zahlen. Man muss sich ganz normal eine Steuernummer beim Finanzamt besorgen, am Anfang des Folgejahres seine Steuererklärung abgeben und natürlich auch seine Einnahmen der Krankenkasse melden. Noch dazu muss man ein Gewerbe anmelden! (Ja, das alles nur für’s Bloggen!).  Alles zum Thema Gewerbeschein, Finanzamt und Co dürft ihr hier bei mir nachlesen.

Bezahlung per Gutschein
Auch immer wieder gern gehört: „Dann lass ich mich halt in Gutscheinen bezahlen. Ich kauf doch sowieso immer bei Amazon ein.“
Gutscheine zählen als Geld und müssen genauso versteuert werden, wie „richtiges Geld“. Schließlich kann ich auch nicht einfach den Schornsteinfeger bitten, mir doch mal die Mehrwertsteuer zu erlassen und ihn mit Amazon-Gutscheinen bezahlen, damit er es nicht versteuern muss.

Wem muss ich meine Einnahmen melden?

  • Dem Finanzamt/Jobcenter/ARGE/Sozialamt oder sonstigen Stellen.
  • Bei Bezug von Elterngeld der Elterngeldstelle.
  • Der Krankenkasse (vor allem für Hausfrauen sehr wichtig wegen der Einnahmegrenzen, hier gibt es bei mir mehr dazu)
  • sonstigen Stellen oder Ämtern, von denen man Geld, Rente oder sonstiges bezieht.
  • Und ganz streng genommen auch dem Arbeitgeber, denn in den meisten Arbeitsverträgen steht, dass man ihn um Erlaubnis bitten muss, eine Nebentätigkeit zu haben.

Geld

Will man bloggen, muss man zwar vieles (vor allem rechtliches) beachten, aber so schwer ist es gar nicht. Jedes Produkt, jeder Gutschein und jeder richtige Geldeingang zählt als Einnahme. Dem entgegensetzen kann man natürlich auch wieder seine Ausgaben, wie zum Beispiel Provider oder Gewerbeanmeldung.
Die Gewerbeanmeldung selbst ist schnell erledigt und einmalig, beim Ausfüllen der Bögen für die Steuernummer hilft gern das Finanzamt. Und die jährliche Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben bzw. das Ausfüllen des Bogens geht wesentlich schneller als die eigene, private Steuererklärung. Und wer schlussendlich doch fachlichen Rat braucht, bekommt den beim Steuerberater. Viele arbeiten schon recht günstig auf Stundenbasis. Schreibt man sich also alle Fragen auf, kommt man hier sehr günstig weg. Noch dazu kann man es als Ausgabe absetzen.

Und – zahlst du schon Steuern oder überlegst du noch? 

37 Kommentare

  1. danny

    das was du hier so schreibst kommt mir verdammt bekannt vor, ich dachte am anfang auch so… cool ein blog ist lustig bekommst sachen schreibst ein paar sätze und fertig. und ja dann wurde ich aufegklärt und bin brav zum amt gegangen habe gewerbe angemeldet und alles was man so machen muss habe ich auch erledigt.
    ich hefte ALLES ab und werde im nächsten jahr auch alles brav angeben, so wie es sich für einen ehrlichen blogger gehört!
    ich möchte am morgen noch in spiegel schauen können ohne mir denken zu müssen ich bin ein steuerhinterzieher, ich begehe tagtäglich eine straftat.

    und was das texte kopieren angeht, da bekomme ich ja wirklich einen rappel! es ist doch wirklich nciht schwer seine persönlichen erfahrungen mit einem produkt aufzuschreiben.

    und nun kommt der wohl unbeliebteste satz bei den bloggern, toller bericht!

    Antworten
  2. Kerstin

    Natürlich zahle ich artig meine Steuern – meine und die für die 4 anderen, die nicht bezahlen. Wäre ja schade, wenn unser Steuer- und Sozialsystem kranken würde, weil 5 von 5 Personen weder Steuern noch Kranken- und Pflegeversicherung bezahlen, oder? :)

    Der Artikel war längst überfällig – auch wenn er bei den Leuten, die nur „aus Hobby und Spaß“ Produkte testen nicht ankommen wird. Leider wird viel zu oft die These vertreten, dass es sich ja dann nicht mehr lohnt (und Tatsache, das lohnt sich nicht, wenn man auf Testprodukte, die man gar nicht braucht 15 % Einkommensteuer zahlen muss, man legt am Ende noch drauf). Aber wem sage ich das :)

    Danke jedenfalls für den Artikel!

    Antworten
  3. Mauilein

    Ja, was soll ich dazu noch sagen. Ist alles gesagt ähm geschrieben worden und kann ich nur so zustimmen. Was als Hobby bei mir begann ist jetzt mein kleiner Nebenjob und wird auch alles ganz brav angegeben. Wer über 1 Jahr schon bloggt und immer noch unwissend ist, ja der tut mir leid und kann in naher Zukunft sicher ganz böse auf die Nase fallen. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, leider. LG Mauilein

    Antworten
  4. nasch

    Ich hoffe das es sie Richtigen lesen werden und es auch machen, denn das kann ganz böse ins Auge gehen.

    Antworten
    1. Sandra

      Ich befürchte, dass es genau die Leute wieder nicht lesen werden. Viele meinen ja, dass man sich dank Freeblog und fehlendem Impressum relativ leicht aus der Schlinge ziehen kann, weil man nicht nachverfolgbar ist. Richtige Adressen braucht man für die ganzen Freeblogs ja eh nicht.
      Sie vergessen nur, dass die Firmen sich sehr wohl speichern, wem sie was geschickt haben. ;) Und auch dank Facebook und allem ist man heute relativ leicht zu finden.

      Antworten
  5. Steffis Welt der Wunder

    Mich würde mal interessieren, ob man auch Gewinnspiele also z.B. Versandkosten als Ausgaben mit einbringen kann. Weisst du, wie es damit ist? :)

    Antworten
    1. Kerstin

      Ja, das kannst du als Ausgabe angeben. Du kannst auch Gewinne, du selbst gekauft hast, als Ausgaben angeben.

      Antworten
    2. Sandra

      Danke Kerstin – ich schließ mich einfach mal an :)

      Antworten
  6. Jessika

    Ja, auch ich zahle brav meine Steuern und finde es schon fast dreist wie manche Blogger nur absahnen wollen. Ich selbst war „noch“ nicht von einem Textklau betroffen, aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit bzw. ich habe es noch nicht mitbekommen. Klar, Bloggen ist auch mein Hobby, jedoch weiß ich, dass auch Steuern zahlen dazu gehört. Klasse Beitrag :) Daumen hoch!

    Antworten
  7. Micha

    Hallo
    wenn man aber die Teststellungen selber kauft, wie sieht es dann aus? Also ich kaufe mir z.B. für 200 EUR eine Kamera und schreibe einen testbericht und bekomme dafür sagen wir mal 200 EUR Einnahme durch Affiliate.
    Kann ich dann dieses Produkt, was ja der Grund für meine Einnahme ist, auch absetzen?
    LG
    Micha

    Antworten
    1. Sandra

      Um ehrlich zu sein – ich habe keine Ahnung und denke, das wäre die richtige Frage für einen Steuerberater.

      Ich hatte vor Monaten mal meine Fachfrau gefragt, wie das mit dem Kauf von Testprodukten ist. Sie stellte mir ne Gegenfrage, die eigentlich relativ eindeutig war: „Und dann kaufen sie sich ein Auto, bloggen drüber und setzen es von der Steuer ab?“ – Bin kein Profi, aber sollte eigentlich nicht gehen. Lasse mich aber gern eines besseren belehren. ;)

      Antworten
      1. Michael

        Hallo Sandra
        sicher kann man das nicht komplett absetzen, da man es ja auch privat nutzt. Ich würde mir auch nicht 60 Produkte im Monat zuschicken lassen, wie es andere tun, denn der Aufwand für die paar EUR wäre mir zu hoch. Ich habe schon Blogs gesehen, die mehr als 10.000 Besucher täglich haben, wo nicht mal ein Hinweis auf die Affiliate Programme wie Amazon im Impressum vorhanden sind. Wenn ich mal meine geringen Einnahmen bei Amazon hochrechne, käme so ein Blog mit Testberichten auf locker 5000 EUR im Monat. Vermutlich alles, ohne Steuer dafür zu zahlen. Letztlich ist es ja immer eine Frage der Gewinnerzielungsabsicht. Wenn ich mehr von der Steuer absetzen kann, als ich einnehme und ich damit meine Gesamtsteuer inkl. denen aus einer nicht selbstständigen Tätigkeit verringere, wird mir das Finanzamt irgendwann mit Liebhaberei kommen und mir untersagen, die Einnahmen bei der Steuer anzugeben.

        Ich habe auch ein kleines Testberichteblog und es jahrelang ohne Einnahmen betrieben und kam irgendwann auf die Idee, ein paar wenige Amazon Links mit meinen Berichten zu verknüpfen, um wenigstens die Kosten für den Webspace wieder reinzuholen. Erst letztes Jahr sind die Einnahmen ein wenig über die Ausgaben gestiegen. Wenn ich dann wegen den paar EUR einen Gewerbeschein brauche und jeden Cent dokumentieren muss, nehme ich die Links lieber wieder raus, denn wenn ich den Aufwand mit einem Stundenlohn verrechnen würde, wäre es schon wieder ein Verlustgeschäft.
        LG
        Michael

        Antworten
  8. silke kluwig

    danke für deinen tollen bericht, ein wenig musste ich doch schmunzeln, weil als ich das vor einem guten dreiviertel jahr einmal einigen erklärt habe mit dem geldwerten vorteil wurde ich echt ausgelacht..ausagen wie ich spare doch nix dadurch und sowas würde ich mir doch nie kaufen. Naja aber eben genau das muss man dann eben überlegen..wenn ich jeden monat 3 cremes fürs gesicht teste( was meiner meinung nach eh nicht geht) die jeweils 50 euro kostet ,dann sollte klar sein das man zwar nichts spart vorallem wenn man sonst cremes vom dcounter benutz aber das interesiert das finanzamt reichlich wenig..für die zählt die summe die etwas kostet.
    zugegebn habe ich am anfang auch firmen angeschreiben und muss heute auch oft den kopf schütteln wenn ich mir ansehe was für kram ich geteste habe.
    >Inzwischen blogge ich nur noch sehr wenig , erstens aus zeitmangel und zweitens deshalb weil ich entweder von anderen blogs empfolen werde oder von den firmen direkt angeschrieben.
    aber auch diese einamen habe ich angeben, beim arbeitgeber habe ich eine schriftliche erlaubnis beantragen müssen und selbst bei meiner wohngeldstelle einen pauschal betrag angeben der vermutlich sogar höher ist als meine tatsächlichen einahmen , aber das ist mir lieber als nahcer nachzahlen zu müssen.
    ich denke aber wie meine vorredner das das die ganzen ich teste 100 produkte im monat blogger nicht interessiert..diese denken sicher wenn sie kein impressum haben kommt ihen keiner auf die schliche… naja abwarten. ich wünsche keinen was schlechtes , nur für mich habe ich mich für den ehrlichen weg entschieden und es freut mich das viele blogger die ich kenne das genauso sehen

    gvlg silke stella

    Antworten
  9. Pingback: Elterngeld – wer bekommt was? › Sandra's Testblog

  10. Peter P.

    Vielen Dank für den Artikel. Das hast du sehr schön auf den Punkt gebracht. Viele wissen gar nicht wie schnell man als Blogschreiber Steuerhinterziehung betreibt. Das Ganze sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen! In meinem Blogger-Kreisen wurden schon einige wegen Steuerhinterziehung angeklagt. Allein Affiliate über den Freibetrag kann Steuerbetrug sein, wenn das Unternehmen die Ust. nicht selber abführt. Einnahmen durch das Amazon-Affiliate-Programm müssen nicht angegeben werden (Da Abführung und Ausland).

    Antworten
  11. Michael

    Peter, das stimmt so nicht.
    Natürlich müssen Einnahmen durch das Amazon Affiliate Programm angegeben werden. Dafür musst Du sogar ein Gewerbe anmelden!

    Antworten
    1. Sandra

      Es wäre mir auch neu, dass man diese Einnahmen nicht angeben müsste. Wenn ich bedenken, wie viele Seiten nur zu diesem Zweck erstellt werden …

      Antworten
  12. Ellen

    Hallo,

    ich habe auch ein Gewerbe angemeldet und zahle Steuern.

    Ein-zwei Fragen bleiben dabei bei mir noch offen. Was ist z.B. bei Gewinnspielen mit Sponsoren? Muss ich die Gewinne ebenfalls versteuern? Also wenn ich den Gewinn in Kooperation mit Fa. XYZ verlose, ist das dann genauso meine Einnahme wie bei einem Produkttest?
    Und wie steht es mit gewonnen Dingen über die man bloggt? Das ist ja gerade bei den großen Portalen so, dass man sich bewirbt und ausgelost wird. Daran habe ich früher auch schon teilgenommen, Bericht geschrieben, aber nie damals nicht versteuert.

    Ist das wie ein regulärer Produkttest zu sehen oder eher doch ein Gewinnspiel an dem ich teilgenommen habe? Dort ist letztlich ja keine Verpflichtung darüber zu schreiben. Tue ich es nicht, bekomme ich sicherlich iwann einen Bann auf dem Portal, aber ich bekomme das Produkt ja nicht unter der Maßgabe drüber zu bloggen, eine Beurteilung auf dem Portal wäre auch ausreichend. Wer kann da etwas zu sagen?

    Achso: Bei meinem AG habe ich das Nebengewerbe gemeldet, dass tut ja letztlich auch nicht weh und ist lediglich anzeigepflichtig.

    Gruß
    Ellen

    Antworten
    1. Sandra

      Puh, leider kann ich dir auch nicht komplett weiterhelfen.

      Wegen den Gewinnspielpreisen hatte ich damals auch meine Steuerberateriin gefragt. Sie vertrat die Meinung, dass es bei gelegentlichen und seltenen Gewinnspielen (so wie ich sie in der Regel mache) keine Probleme gibt und sie nicht versteuert werden müssen. Ob das jeder Steuerberater so sieht, kann ich Dir leider nicht sagen. Streng genommen hast du ja keine Einnahmen, denn Du schickst es ja auch weiter. Aber wie gesagt – keine Garantie …

      Wegen den gewonnenen Produkten kann ich dir leider gar nicht weiterhelfen, hier musst du selbst bei einem Steuerberater oder dem Finanzamt nachfragen (manche helfen vielleicht auch und verweisen nicht nur an den Steuerberater). Ich bin da immer fies – ich blogge nicht über gewonnenes, bzw. mache ich eigentlich gar nicht bei solchen Sachen mit.
      Ansonsten vermerke ich mir alles ganz genau – das ich ein Buch selbst gekauft habe, weiß ich ja. Aber vor allem wenn ich ein Produkt zurückschicken muss, dann hebe ich mir auch die entsprechenden Mails bzw. Verträge auf. Bei Zuzahlungen ganz genauso.

      Wenn Du entsprechende Infos von sicheren Quellen bekommen hast, freue ich mich auf jeden Fall über eine Info hier :)

      Antworten
  13. Martin

    Hallo Sandra,

    und wie bewertest du (dein Steuerberater) die Produkte, die du geschenkt bekommst
    bei der Umsatzsteuer und bei der Einkommensteuer
    mit dem Einkaufspreis der Firma (also reiner Warenwert) oder mit dem tatsächlichen Verkaufspreis im Ladengeschäft?

    z.B. Markenartikel 300 EUR – im Laden kostet er 700 EUR

    Antworten
    1. Sandra

      Hey,

      laut meiner Steuerberaterin ist der Verkaufswert anzusetzen, nicht der Einkaufswert. Sie ging auch so weit zu sagen, dass der jeweilige Preis in diesem Shop gilt – nicht der vielleicht 20% niedrigere Preis beim Konkurrenzshop.

      Antworten
  14. Martin

    Naja, blöd ist die Frage erstmal nicht, gibt es doch auch Verdienstmöglichkeiten über ebay, deren Anrechenbarkeit vor allem durch den Umfang und die Regelmässigkeit begründet wird. Insofern gibt es bei dem Thema doch jede Menge Grauzonen.

    Antworten
  15. Alice

    Hallo liebe Sandra, danke für diesen informativen Beitrag. Habe seit kurzem auch ein Gewerbe für meinen Blog angemeldet und bin deswegen noch relativ unerfahren. Ich wollte nachfragen, wie du die dir zugeschickten Produkte versteuerst? Lässt du dir von der Firma nochmal eine ‚Rechnung‘ schreiben? Oder schreibst du dir selbst auf, wie hoch der Verkaufswert des Produktes war und legst es dann so dem Steuerberater vor, wenn ja, wie machst du das? Ich hoffe, dass du mir weiterhelfen kannst und wuerde mich sehr darüber freuen :-)
    LG Alice

    Antworten
    1. Sandra

      Danke :)
      Ich handhabe es in Absprache mit meiner Steuerberaterin recht einfach. Sobald ein Produkt hier ankommt, gehe ich zum entsprechenden Onlineshop und drucke mir tagesaktuell einen Screenshot aus, auf dem zu sehen ist, wie viel das Produkt kostet. Alternativ kannst du auch den Warenkorb füllen, wenn es ein Shopgutschein war usw.
      Das hefte ich mir dann mit evtuellen Belegen des Shops/der Firma ab.

      Es gibt verschiedene Sichtweisen und das Problem ist wohl auch, dass das Bloggen einfach zu neu ist und jeder es anders interpretiert. Einige geben die komplette Summe an (so wie ich), einige ziehen aber auch einen %-Satz für Abnutzung oder ähnliches ab.

      Eine Rechnung der Firmen fordere ich nicht an. Ich denke, dass die meisten das auch gar nicht können, läuft es intern doch sicher als Warenprobe oder ähnliches. Ich bekam bisher immer mal wieder eine REchnung, die war allerdings immer genullt. Nur bei Rezensionsexemplaren steht immer sehr verlässlich der Preis drauf: ;)

      Ansonsten lege ich die Sachen in einem Ordner im Bereich Einnahmen ab und schreibe sie in meine Einnahmen-Ausgaben-Liste. Einen Steuerberater kann ich mir zwar stundenweise bei Fragen leisten, auf Dauer und zum Erledigen meiner Steuererklärung allerdings nicht. ;) Wichtig ist lediglich, dass du alle EInnahmen und Ausgaben plausibel erklären kannst. Mit einem entsprechenden Screenshot mit Datum usw. sollte das kein Problem sein.

      Ich hoffe, das hilft dir ein wenig. :)

      Antworten
      1. Alice

        vielen dank für die schnelle Antwort Sandra, die hat mir wirklich sehr viel weitergeholfen. Wichtig ist ja auch, wie du bereits erwähnt hast, das wirklich ALLES , was uns als blogger zugeschickt wurde, auch von uns als Einnahme ‚abgeheftet‘ wird, oder gibt es einen Freibetrag bzw. Grenze?
        Ich hoffe, dass ich dich mit meinen ganzen Fragen nicht zu sehr störe!

        LG Alice

        Antworten
        1. Sandra

          Leider gibt es keinen Freibetrag, alles ab dem ersten Euro zählt.

          Deine Fragen stören übrigens überhaupt nicht! :)

          Antworten
  16. Maries Testexemplar

    Danke für die tolle Zusammenfassung.
    Ich hab mich lange mit dem Thema beschäftigt und war deshalb auch bei meinem Finanzamt und Gewerbeamt um letztendlich mit dem Ergebnis rauszugehen das ich in meinem Fall kein Gewerbe anmelden muss. Solange ich keine Geldwerte also Cash oder Gutscheine bekomme, sondern nur Produkte dann muss ich kein Gewerbe anmelden. Klar hab ich mir das auch schriftlich geben lassen das ich abgesichert bin. Das Problem ist einfach das jede Stadt sich anders gegenüber Bloggern verhält und so muss man in der einen Stadt ein Gewerbe anmelden weil die Produkte ein geldwerter Vorteil sind, andere Städte sehen das aber wieder nicht so.
    Es ist blöd das es keine einheitliche Regelung.
    Liebe Grüße Marie

    Antworten
    1. Martin Schmidt

      Liebe Sandra,

      ich habe deinen Blogbeitrag einschl. der Kommentare mit großer Aufmerksamkeit gelesen und bin erstaunt darüber, wie viel Unsicherheit anscheinend noch in diesem Bereich herrscht. Leider sind einige getroffenen Aussagen dieses Beitrags nicht richtig und widersprechen m.E. der korrekten Auslegung der einschlägigen Gesetzesgebung bzw. der Rechtssprechung. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, mit folgendem Beitrag etwas Licht ins dunkle zu bringen und vielleicht dem einen oder anderen weiterzuhelfen. Dieser Beitrag stellt eine allgemeine Information dar und ersetzt keinesfalls eine individuelle Rechtsberatung.

      Ob man als Blogger gewerblich handelt, lässt sich verhältnismäßig leicht feststellten. Per Definition handelt es sich beim gewerblichen handeln um (Zitat):

      „Eine selbstständige nachhaltige Betätigung, die mit Gewinnerzielungsabsicht unternommen wird und sich als Beteiligung am allg. wirtschaftlichen Verkehr darstellt […]“
      Quellenangabe: Springer Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Gewerbebetrieb, online im Internet:http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/7166/gewerbebetrieb-v8.html

      Von einer nachhaltigen Betätigung mit Gewinnerzielungsabsicht kann beim Blogger sprechen, wenn dieser z.B. eine Webseite betreibt und mit sogenannten Affiliates-links betreibt und mit diesen Weiterleitungen Geld verdient, Rechnungen an Unternehmen für Veröffentlichungen schreibt oder sonstige Einnahmen in Geld oder geldeswert erzielt. Vgl. Hierzu § 8 des EStG Einnahmen. Bei einer reinen Produktzusendung handelt es sich jedoch nicht um eine steuerpflichtige Einnahme im Sinne des EStG, dazu gleich mehr. Wer also echte „Einnahmen“ erzielt, wird über kurz oder lang nicht rum kommen, ein Gewerbe anzumelden. Hierbei sind Verdienstgrenzen und weitere Pflichten (Stichwort Einnahmen – Überschussrechnung) zu beachten. Der Vorteil ist, als Gewerblicher darf man auch kosten für PC, Arbeitszimmer usw. wieder steuermildernd ansetzen. Gibt man allerdings höhere Kosten als Einnahmen an, kann das Finanzamt die sogenannte „Liebhaberei“ unterstellen und hier einen Riegel vorschieben. Wer nur kostenfreie Testprodukte/Rezensionsexemplare erhält und keine sonstigen Einnahmen erzielt (Seine Arbeit nicht berechnet, keine Affiliates usw.) der kann nach gängiger Definition nicht gewerblich handeln, da er keine Einnahmen im Sinne des EStG erzielt und somit auch keine Gewinnerzielungsabsicht haben kann (Was beim Verkauf solcher Produkte gilt, dazu weiter unten mehr).

      Muss man kostenlos zugesandte Testprodukte/Rezensionsexemplare als sogenannten „geldwerten Vorteil“ versteuern?

      Dies ist einer der meist gestellten Fragen in diesem Themenkomplex und ich nehme die Antwort vorweg: Solange man nicht mit dem Überlassenden in einem Arbeitnehmerverhältnis steht, was im Bereich des Bloggens in der Regel nicht der Fall ist, stellt die Zusendung von Testprodukte/Rezensionsexemplare keinen geldwerten Vorteil dar. Die Definition des geldwerten Vorteils ist folgende (Zitat):

      „alle Güter, die in Geld- oder Geldeswert bestehen, z.B. die verbilligte oder unentgeltliche Überlassung von Waren durch den Arbeitgeber an den Arbeitnehmer (vorausgesetzt, die Vorteilsgewährung beruht auf einem Dienstverhältnis)“ Quellenangabe: Springer Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: geldwerter Vorteil, online im Internet: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/80636/geldwerter-vorteil-v7.html

      Um einen geldwerten Vorteil zu haben, muss also ein Dienstverhältnis zwischen Empfänger (z.B. Blogger) und dem Versender des Testproduktes bestehen. Ein sogenanntes Dienstverhältnis definiert sich wie folgt (Zitat):

      „Ein Dienstverhältnis (Absatz 1) liegt vor, wenn der Angestellte (Beschäftigte) dem Arbeitgeber (öffentliche Körperschaft, Unternehmer, Haushaltsvorstand) seine Arbeitskraft schuldet. Dies ist der Fall, wenn die tätige Person in der Betätigung ihres geschäftlichen Willens unter der Leitung des Arbeitgebers steht oder im geschäftlichen Organismus des Arbeitgebers dessen Weisungen zu folgen verpflichtet ist.“
      Quellenangabe: Lohnsteuer-Durchführungsverordnung § 1 Arbeitnehmer, Arbeitgeber

      Für die allermeisten Blogger und Tester gilt also: Wurden die Testprodukte/Rezensionsexemplare von jemanden gestellt, mit dem man kein Arbeitnehmerverhältnis hat, ist das zugesandte Testprodukt/Rezensionsexemplar weder eine zu versteuernde Einnahme im Sinne des EStG noch ein ggf. zu versteuernder geldwerter Vorteil. Korrekter Weise werden deshalb Testprodukte/Rezensionsexemplare verschickt mit der BITTE (Keine weisungsgebundene Verpflichtung) um einen Test/Review auf der Bloggerseite oder einer anderen Seite (z.B. Amazon.de) zu schreiben. Als zulässig gilt der Hinweis, dass der Blogger/Rezensent keine weiteren Produkte mehr erhält, sollte er keinen Bericht verfassen.

      Prominentestes Beispiel für einen Personenkreis der regelmäßig sogenannte Testprodukte/Rezensionsexemplare erhält sind übrigens die sogenannten „VINE-REZENSENTEN“ bei Amazon welche zum Teil monatlich sehr hochpreisige Artikel erhalten. Von den VINE-Rezensenten ist mir nicht bekannt, dass diese Testprodukte/Rezensionsexemplare in Deutschland beim Erhalt versteuert werden müssen. Das Thema wurde dort auch nur kurz angeschnitten und es gibt dort keine bekannten Probleme unter den VINE-Toprezensenten hinsichtlich dieser Thematik. Vergleiche hierzu folgenden Threadeintrag.

      http://www.amazon.de/gp/forum/cd/discussion.html?ie=UTF8&cdForum=FxJ0TPS30A9B4&cdThread=Tx3S3EQUSIZ138J

      Aber was passiert wenn ich Testprodukte/Rezensionsexemplare wieder verkaufe?

      Verkauft man ein kostenlos erhaltenes Testprodukt binnen eines Jahres nach Erhalt handelt es sich um ein Veräußerungsgeschäft. Hierzu ein Blick auf § 23 Einkommensteuergesetz (Zitat)

      Veräußerungsgeschäfte bei anderen Wirtschaftsgütern, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt. Ausgenommen sind Veräußerungen von Gegenständen des täglichen Gebrauchs. Quelle: (§ 23 Einkommensteuergesetz;Private Veräußerungsgeschäfte).

      Insbesondere bei hochwertiger Elektronik die als „nur kurz gebraucht“ dann wieder verkauft wird, beispielsweise bei Ebay, kann der Verkauf schnell als Betätigung mit Gewinnerzielungsabsicht ausgelegt werden, insbesondere wenn dies im größeren Umfang geschieht. Ein Gewinn aus einem solchen Veräußerungsgeschäft ist steuerfrei, wenn der aus den privaten Veräußerungsgeschäften erzielte Gesamtgewinn im Kalenderjahr weniger als 600 Euro betragen hat. Darüber hinaus muss der Verkauf dieser Testprodukte/Rezensionsexemplare dann in der Steuererklärung angegeben und voll versteuert werden (zum persönlichen Steuersatz).

      Ich hoffe, mit diesen Ausführungen etwas Licht ins dunkle dieser (verhältnismäßig neuen) Thematik gebracht zu haben. Die gesetzliche Lage ist auf Basis dieser Ausführungen eindeutig und ich kenne auch keine in der Rechtssprechung abweichenden Urteile. Bevor man also in Panik verfällt und Testprodukte katalogisiert und versteuert (Was natürlich das Finanzamt freut, wenn man dies von sich aus tut) ist es meiner Meinung nach besser, sich im Vorwege zu informieren. Dabei reicht es oft nicht aus, in einer 1-stündigen Beratung eine Steuerberaterin zu befragen die einem dann zu überzogenen und meines Erachtens falschen Handlungen treibt (Stichwort Protokollierung und Versteuerung von reinen Testprodukten). Das Finanzamt übernimmt in einem solchen Fall keine Beratung (Darf sie auch nicht) sondern beantwortet nur konkrete Fragen. Leider geben die Finanzämter nicht immer die richtige Antwort wie im Beitrag unter diesem Blogeintrag von „Maries Testexemplar“ geschehen. Es liegt dann in Eurer Verantwortung den noch recht neuen Sachverhalt des Bloggens von Testprodukte/Rezensionsexemplaren dann rechtlich korrekt darzulegen um entsprechend der Rechtslage keine unnötigen Steuern zu zahlen.

      Viele Grüße
      Martin Schmidt

      Antworten
      1. Sandra

        Hey Martin,

        danke für die sehr ausführliche Auslegung der Sachverhalte! Obwohl das Bloggen immer beliebter wird, ist es wohl für viele Finanzämter immer noch ein Buch mit sieben Siegeln. So ist es dann auch für uns Blogger schwer, eine wirklich sichere Aussage zu bekommen. Selbst meine Steuerberaterin änderte ihre Meinung im Laufe der Zeit.

        Nicht so ganz will mir das mit dem geldwerten Vorteil in den Kopf, denn es würde bedeuten, dass ich mir mit geschickter Planung eine komplette Inneneinrichtung + Bedarf des täglichen Lebens erbloggen kann, ohne dafür jemals Steuern zu zahlen. Und dabei rede ich nicht von 10€-Artikeln. Es gibt bei Amazon Firmen, die locker Testobjekte für mehrere 100€ vergeben.
        Auch stehen wir Blogger meiner Meinung nach schon in einem gewissen Dienstverhältnis, auch wenn die Firma kein Arbeitgeber im herkömmlichen Sinne ist. In der Regel wird per mail ein „Vertrag“ per Willenserklärung geschlossen – einer bietet was an, der andere nimmt es an und man einigt sich. Einige lassen sich das sogar unterschreiben. In dem Fall stellt man ja schon seine Arbeitskraft zur Verfügung. Anders sieht das natürlich aus, wenn man ungefragt etwas zugeschickt bekommt. 90% alles Produkte werden allerdings per mail angeboten, so dass man wirklich aktiv werden muss.
        Aber du hast schon Recht – bei den Amazon Vine Rezensenten läuft es im Grunde ja auch so ….

        Das mit dem Veräußerungsgeschäft finde ich einen sehr guten und wichtigen Hinweis. Ich kenne so einige Blogs, die täglich einen Test posten und ein paar Tage später alles schon wieder mit dem Hinweis „wie neu“ bei ebay einstellen …

        Antworten
  17. Sandra

    Ich habe damals gar nicht nachgefragt, sondern ging einfach davon aus, dass ich ein Gewerbe brauche. Aber auch da ist es wirklich so, dass jede Stadt etwas anderes sagt.

    Absetzen muss man die Produkte ja sowieso, aber du hast Recht – auch da sieht es jede Stadt anders. Ich kann mir aber vorstellen, dass es irgendwann etwas einheitliches geben wird. Dauert wahrscheinlich noch, aber dann werden es wohl alle Finanzämter so sehen, dass auch 10 Shampooflaschen im Monat ein geldwerter Vorteil sind. Endlich! Dann hört es vielleicht endlich auch auf, dass Blogger behaupten, dass man nichts versteuern muss, weil man ja nur als Hobby bloggt ;)

    Antworten
  18. Jasmin

    Ein Wahnsinn Beitrag! Danke dafür. Mir war vieles Neu, nicht bekannt und schlussendlich leuchtet es mir jetzt ein!

    Ich blogge seit neuestem über das Thema Hund und habe mich jetzt erstmals mit Gewerbe und Steuern beschäftigt. Dein Beitrag war da absolut hilfreich.

    Antworten
  19. Hausdrache

    Vielen Dank für den informativen Beitrag, ich habe auch (gerade deshalb) Gewerbe angemeldet, mit dem Finanzamt telefoniert, die meinten, ich muss auch die Testprodukte (bei Direktversand den Wert schätzen z.B. über amazon) als Einnahme angeben, alles mal für die letzten 3 Monate im Steuerprogramm eingegeben und somit muss ich dann tatsächlich etwa 30% des Wertes versteuern. Nun überlege ich natürlich, ob sich das überhaupt lohnt. Ein 20€ Artikel (der woanders vielleicht eh nur die Hälfte kostet) heißt 7€ Steuern zahlen + eine Stunde investierte Arbeitszeit, und da sagt der Ehemann natürlich irgendwann „was willst du mit dem Mist? Das wird viel zu teuer“, denn die Steuerausgaben übersteigen das, was es einem vielleicht wert ist.
    Was – außer Webspace (den ich leider schon letztes Jahr bezahlt habe für die nächsten 3 Jahre) und Domainkosten – kann man denn als Ausgaben ansetzen, um das etwas zu drücken?
    Und wie gebt ihr das an?
    Ich habe z.B. für die Fotos zwei SD-Karten gekauft, eine für Familienfotos, eine extra für die Testproduktfotos. Setze ich die eine davon dann direkt als Ausgabe gegenüber? Wie ist es mit Internetkosten (die ja automatisch die Telefonflat ist) ? Ungefähr ⅔ meiner Internetzeit geht ja wirklich für Testberichte Schreiben / Bloggen / Recherchieren drauf und nicht für Privates.
    Wie ist es mit Abnutzung Laptop / Fotoapparat? Die hatte ich schon vorher, aber jetzt werden sie ebenfalls fast ausschließelich für sowas verwendet.
    Habt ihr irgendwelche Tipps?

    Antworten
  20. Hausdrache

    Mir ist noch ein Gedanke gekommen. Auf die direkt zugesendeten Produkte hat man ja keine Gewährleistung/Garantie wie bei gekauften Artikel üblich. Kann man denn so überhaupt davon ausgehen, dass die Produkte denselben Wert haben?

    Antworten
    1. Sandra

      Sorry für meine späte Rückmeldung!

      Leider muss ich bei den meisten deiner Fragen passen bzw. dich an einen Steuerberater weiterleiten.
      Schlussendlich hat man häufig nicht viele Ausgaben. Dinge, die du wirklich nur für den Blog anschaffst, sind reine Ausgaben, die du deinen Einnahmen gegenüberstellt. Bei der Abnutzung der Dinge weiß ich es leider auch nicht. Hier wäre evtl. eine Alternative, einen Laptop allein für den Blog anzuschaffen, wenn sich das für dich lohnt.

      Den von dir angesprochenen Teil mit den zu zahlenden Steuern ist genau das, was viele „aus Leidenschaft für’s Testen“ Bloggende häufig vergessen. Man muss schon ganz genau schauen, wie viel ein Produkt kostet und ob sich ein Posting wirklich lohnt. Wenn ich für ein 10€ Produkt noch ein Video usw. drehen soll, überspannt das den Bogen nicht nur ein klein wenig. Allerdings muss man gerade am Anfang auch kleinere Dinge annehmen und sich hocharbeiten.

      Meiner Meinung nach haben die Produkte natürlich den gleichen Wert wie normal gekaufte. Ich hatte schon ab und zu das Problem, dass ein Testprodukt defekt war. Meldet man sich über den damaligen Ansprechpartner, wird in der Regel immer kostenfrei getauscht oder repariert. Man hat also vielleicht nicht direkt Garantie, aber irgendwie dann schon :)

      Antworten
  21. M.

    Hallo
    Ich habe extrem viel gebloggt, Amazon Rezensent in den TOP 50 und auch Werbebanner im Blog geschaltet mit Amazon Affiliate. Einnahmen vielleicht 200 EUR im Monat + 300 EUR für Warenproben. Das ganze Theater mit der Steuer ist extrem aufwändig und ich habe den Kram an den Nagel gehängt. Ich schreibe nur noch ganz selten was und blogge kaum noch. Es ging am Schluss nur noch um Testen, Testen, Testen, bis sich der Keller voller Warenproben gesammelt hat aus Chinakram, den doch kein Mensch mehr braucht. Oder wer braucht 20 Powerbänge, 100te USB Kabel? Ab und zu Freunden was geschenkt etc. Ich fühle mich endlich frei, diesen Testdruck los zu sein und den Schrank mit den ganzen Produkten im 10-30 EUR Bereich hab ich größtenteils verschenkt. Für den gleichen Betrag könnte ich einen Minijob an der Tankstelle machen. Brauche ich aber nicht, denn ich verdiene fast das 10 fache Netto in meinem Hauptjob. Der Stundenlohn liegt da bei 50 EUR, beim Bloggen habe ich nicht mal 2-3 EUR Stundenlohn, wenn ich das hochrechne. Es stresst nur, kostet so viel Zeit und am Ende zerstört es noch die Familie.

    Antworten
    1. Sandra

      Mist, eigentlich fehlt mir jetzt ein dicker, fetter „Daumen hoch“-Button!

      Antworten
  22. Constantin

    Hallo Sandra.

    Guter Beitrag mit einem Thema (Steuern) über das nicht viele schreiben. Auch ich habe mich damit einmal im Rahmen von bezahlten Umfragen beschäftigt. Gleiches Ergebnis: Prinzipiell muss alles angegeben werden. Die Höher aller Einnahmen entscheidet dann.

    Zugegeben, der Drucks scheint nicht sehr hoch solche kleinen Einnahmen anzugeben. Denn wie soll da jemand drauf kommen!? Aber man weiß ja nie…

    Den Teil mit „Wem muss ich meine Einnahmen melden?“ werde ich wohl sinngemäß noch mit in meinen Beitrag mit aufnehmen. Natürlich mit Backling zu diesem Beitrag.

    Und jetzt mal ehrlich, wie kommt man zu so vielen und so langen Kommentaren. Der pure Wahnsinn. Top Besucher hast Du hier im Blog. Neid… ;-)

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.