Sparen vs. Geschenke

Bei uns in der Familie gibt es drei Mal im Jahr Diskussionen rund um das Thema Geschenke, nämlich immer zu Weihnachten und zum Geburtstag. Ein Mal beim Kleinen, dann beim Großen und später wieder an Weihnachten. Dabei ist unser Weg, den wir gehen, eigentlich recht klar und deutlich. Wir kaufen ein bestimmtes, manchmal größeres, Teil und beide Großeltern können sich daran beteiligen. Wer das nicht möchte, darf natürlich gern etwas eigenes schenken, dann achten wir aber auf die Art des Geschenkes. Autos beispielsweise haben wir reichlich und auch Trekker brauchen wir nicht den vierten. Dann lieber ein kleines Teil von LEGO, das der Große noch nicht hat und die Freude ist riesig, zumal er es dann auch mit seinen schon vorhandenen Dingen kombinieren kann.

Nun sind aber die einen Großeltern der Meinung, dass er schon viel zu viel hat und nichts weiter braucht – obwohl sie ihm letztes Jahr Weihnachten unabgesprochen gleich 15 (!!!) Geschenke in die Hand drückten. Normalerweise schenken sie lieber Geld, was wir eigentlich sehr gut finden. Monatlich und an den „Feiertagen“ zahlen sie einen kleinen Betrag auf sein Sparbuch ein, dass er später, wenn er größer ist, überreicht bekommt. So richtig hat unser nun 4jähriger das mit dem Sparbuch allerdings noch nicht verstanden, was vielleicht auch besser so ist. Im Moment hat er nämlich gerade eine extreme LEGO-Bauphase, in der er einfach alles von LEGO City haben möchte. Alle Sets die es gibt. Und seit er nach seinem Geburtstag mit ein klein bisschen Geld ein Teil selbst kaufen durfte, ist er nun völlig im Kaufrausch und fragt ständig, wann er wieder mit seinem Geld einkaufen darf.

Geld? Ist das wichtig?

Ich persönlich finde es total schwierig, Kindern den Umgang mit Geld beizubringen. Man kann zwar erklären, dass alles Geld kostet, aber trotzdem bleibt es immer wieder irgendwie etwas nicht greifbares. Bei teuren Sachen, wie dem Herd oder dem Kühlschrank habe ich teilweise schon die Arbeitszeit von Papa herangezogen und erklärt, wie lange Papa nur für diesen Herd arbeiten muss. Ok, ich habe teilweise recht großzügig übertrieben um es deutlich zu machen, aber allein das Verständnis von 4 Wochen (also vier Mal die Zeit zwischen Spielzeugtag und Eistag) rief ihm ein erstauntes Fragen ins Gesicht und er ließ sofort vom Herd ab.
Nun könnte man natürlich auch anfangen, seinem Kind Taschengeld zu geben und es damit an dem richtigen Umgang heranführen. Aber ehrlich gesagt halte ich ihn dafür einfach noch für zu jung. Lieber schenke ich ihm einfach so mal ein klein wenig Geld, wenn er wirklich lange und toll geholfen hat oder er bekommt von Oma etwas zugesteckt (im Moment eher letzteres). Das Geld kommt dann hier in sein Sparschwein und ab und an darf er sich etwas dafür kaufen, was dann auch wirklich nur ihm gehört.

LEGO motocross

Vorher ein hier schon vorhandenes Auto, jetzt dank Umtausch und ein klein wenig eigenem Geld das weltbeste Geburtstagsgeschenk.

Mit Kind einkaufen – die reinste Folter

Kindergeburtstage haben es so an sich, dass jeder kleine Gast ein Geschenk mitbringt. Im Idealfall bekommen die Eltern gleich einen Geschenketipp an die Hand, damit es keine doppelten Geschenke gibt. Hab ich nicht gemacht, denn ich dachte, dass das bestimmt nicht passieren würde. Tat es doch und so standen wir einen Tag später mit dem Inhalt des Sparschweins bei Toys’R’Us und tauschten das doppelte Geschenk um. Glücklicherweise war der fehlende Kassenzettel kein Problem und so konnte der Große sich etwas Neues aussuchen. Am Anfang habe ich ihn laufen und selbst aussuchen lassen, musste ihm aber immer wieder erklären, dass dieses und jenes zu teuer ist und er es sich vom Geburtstags- und seinem Geld nicht kaufen kann. Nach 1.5 Stunden (!) waren wir endlich raus, allerdings auch nur, weil ich ihm dann das LEGO-Regal vorgab, denn schließlich kam das doppelte Auto auch von da.
In der ganzen Zeit im Laden bekam er aber schon ein recht gutes Gespür dafür, was teuer ist und was nicht. Er ahnte schon vorher, dass er sich einen Trettrekker nicht leisten kann (auch wenn er ihn natürlich trotzdem haben wollte) und wurde auch sonst im Laufe der Zeit in seiner Auswahl bescheidener. Ich habe ihm jedes Mal anhand der Fingeranzahl versucht zu erklären, wie viele doppelte Autos er hätte umtauschen müssen, um das gewünschte Teil zu kaufen und ich glaube, so ein bisschen Erfolg hatte ich damit schon. Ein paar Tage später meinte er nämlich zu mir, dass er jetzt ganz viel sparen will, um sich bald wieder etwas kaufen zu können.

Und der kleine Bruder?

Für den kleinen Bruder wurde gestern nun auch endlich ein Sparbuch angelegt, wobei lange Zeit nicht klar war, was es denn nun wird. Sparbuch oder doch lieber ein Tagesgeldkonto? Für die Großeltern ist das alles neumodischer Kram, denn früher gab es doch auch nur ein Sparbuch – was soll nun daran so schlecht sein? Für sie war am Anfang einfach nur wichtig, dass sie selbst zum Bankschalter gehen und Geld einzahlen können. Inzwischen hat sich das allerdings geändert, denn ich habe ihnen mal vergleichsweise die Zinsen genannt. Unsere hiesige Sparkasse vergibt auf ein Sparbuch ganze 0.15% Zinsen. Ich wusste ja schon vorher, dass es wenig ist, aber SO wenig? Das hat dann doch selbst mich überrascht. Auf ein Tagesgeldkonto bekommt man wesentlich mehr Zinsen – 1.55% zum Beispiel beim aktuell günstigsten Anbieter. Das ist schon ein recht gravierender Unterschied, vor allem wenn man bedenkt, dass das Geld auf dem „Sparbuch“ logischerweise immer mehr wird, die Zinsen also auch immer wichtiger werden.

Der „kleine“ Unterschied überzeugte die Großeltern dann doch recht schnell, so dass sie einem Tagesgeldkonto zustimmten. Klar ist es ein bisschen umständlicher und sie können das Geld nicht direkt als Münzen und Scheine bar einzahlen, aber dafür sprechen die Zinsen für sich. Noch dazu ist es täglich verfüg- und auch kündbar. Alles Dinge, die beim Sparbuch je nach Art nicht unbedingt möglich sind. Und noch dazu vergab Stiftung Warentest Anfang des Jahres im Finanztest dem MoneYou Tagesgeldkonto die Testsieger-Plakette – was will man also mehr? Das Konto des Großen wird ganz sicher auch noch auf ein Tagesgeldkonto umziehen, schließlich soll auch er von den sehr viel höheren Zinsen profitieren.
Trotzdem wird zu Hause natürlich zusätzlich weiter im Sparschwein gespart, so dass der Große sich das eine oder andere Teil auch noch selbst kaufen kann. Und der Kleine auch. In ein paar Jahren.

Wie handhabt ihr das mit dem Taschengeld eurer Kinder? Ab wann gebt ihr welches und wieviel?

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