Spanisch lernen mit Rosetta Stone – ein Familienprojekt

*Werbung*

Der Sohn unserer Nachbarn wächst schon von Geburt an zweisprachig auf. Der Vater lebte einige Jahre in den Staaten und redet, im Gegensatz zur Mutter, ausschließlich englisch mit ihm. Ich sehe es total entspannt – so lange sie damit klar kommen, warum nicht. Sehr faszinierend ist dabei aber die Sprachentwicklung meiner beiden Kinder. Wenn unsere beiden Jungs miteinander spielen, bringt der Große so manches englische Wort oder auch ganze Redewendungen mit nach Hause. Monatelang hielt sich „ready steady go!“ bei ihm und auch der 2jährige ruft gern aus voller Inbrunst „NO!“, wenn er auch nur kurze Zeit drüben spielen war. Das „ausländisch“ sprechen war gerade für den Großen ein Thema, dass ihn lange beschäftigt hat. Er fragte uns immer wieder, was denn dieses und jenes auf Englisch heißen würde und ob wir auch noch andere Sprachen sprechen. Er übte eine Zeit lang sehr begeistert das Zählen auf Englisch, Spanisch und Japanisch und saugte auch sonst jedes fremdsprachige Wort in sich auf. Zusätzlich erfand er täglich mindestens 50 neue Fantasieworte und fragte, was sie auf deutsch heißen und ob es die denn auch in anderen Sprachen geben würde.
Irgendwann mitten in dieser Phase erhielt ich eine Anfrage von Rosetta Stone, ob wir Lust hätten, als Familie eine Fremdsprache zu lernen. Der Mann schaute zwar ein wenig kritisch und konnte sich nicht vorstellen, dass das klappen sollte, aber er wurde einfach von mir überstimmt. Ich sah es zum einen als großes Experiment, zum anderen aber freute ich mich auch sehr, endlich mein Spanisch ein „wenig“ auffrischen zu können. Noch dazu kannte ich Rosetta Stone bereits und fand es auch zu Beginn schon eine großartige Lernmethode.
Bevor ich euch aber erzähle, ob es ein Erfolg oder doch eher ein Misserfolg wurde, stelle ich euch erst einmal Rosetta Stone genauer vor:

Auswahlfenster aus Rosetta Stone

Typische Auswahl: Oben steht das Wort, zu dem man das betreffende Bild anklicken muss.
© Rosetta Stone – Ausschnitt aus der 1. Einheit Spanisch

Rosetta Stone – Auswendig lernen war gestern

Ich erinnere mich noch sehr gut an meinen Sprachkurs an der Volkshochschule. Abends stures Auswendiglernen, Erklärungen erfolgten nur in Deutsch, Sprechen in Spanisch gab es kaum. Als ich nach 3 Jahren Unterricht an eine Sprachschule in Spanien ging, war ich gerade mal fit genug für einen Anfängerkurs. Meine Mitschüler hatten eine Woche vor mir mit null Kenntnissen angefangen, waren teilweise aber trotzdem fitter als ich. Schon sehr deprimierend.

Bei Rosette Stone ist das allerdings alles anders. Man lernt nicht auf die herkömmliche Weise, sondern wird einfach mitten in die Sprache „hineingeworfen“. Es gibt kein Auswendiglernen im üblichen Sinne, kein stundenlanges durchkonjugieren von Verben, keine Hausaufgaben und auch keinen Zwang. Man übt am PC oder Tablet und dank der üblicherweise eingebauten Mikrofone braucht man bei Notebook oder Tablet nicht einmal mehr ein Headset (auch wenn es für die bessere Spracherkennung durchaus von Vorteil ist). Bereits nach der ersten kurzen Einheit kann man einfache Sätze sprechen und Dinge logisch verknüpfen. Am Ende des ersten Levels kann man schon relativ komplexe Dinge erzählen oder auch erklären, bei denen selbst ich, mit nun etwas mehr Sprachkenntnissen, aus dem Stehgreif noch fast nichts verstehe.
Das Komplettprogramm besteht aus insgesamt 5 großen Leveln, diese wiederum aus 5 Einheiten mit jeweils 4 Untereinheiten. Eine Untereinheit ist eingeteilt in 5 oder mehr verschiedene Übungen mit in der Regel 5-10 Minuten Dauer. Eine relativ kurze Zeit und wenn man sich wirklich konzentriert, kommt man recht schnell vorwärts. Online sieht das dann so aus:

Hauptmenü im Onlineprogramm Rosetta Stone

Startmenü des Rosetta Stone Onlinesprogramms
© Rosetta Stone

Rosetta Stone nennt als Grundlage für den Erfolg die Dynamic Immersion Methode. Man lernt etwas durch Wiederholungen, das richtige Anwenden, aber auch durch logische Verknüpfungen. Muttersprachler sprechen die richtigen Worte oder Sätze vor, der Lernende muss in der Regel „nur“ noch die passenden Bilder anklicken. Im Programm sieht das dann zum Beispiel so aus, dass bereits bekannte Worte immer wieder mit neuem verknüpft und dadurch ständig wiederholt werden. Neue Worte werden teilweise durch Ausschlussverfahren eingeführt („ich habe bereits alles andere angeklickt, kann also nur noch das bleiben“. …). Zusätzlich gibt es extra Sprach- und Schreibeinheiten, wobei letztere leider in der App an unserem Tablet nicht funktionieren.
Was jetzt hier in der Erzählung vielleicht kompliziert klingen mag, ist in der Theorie allerdings ganz einfach. Probiert doch einfach mal die kostenlose Demo aus! Die erste Übungseinheit gibt es dabei ganz ohne Anmeldung komplett kostenlos zum Testen.

In Kurzfassung bekommt man mit dem Sprachlernprogramm:

  • Den kompletten Sprachkurs mit über 250 Übungsstunden (inkl. Aussprache, Grammatik, Vokabeln, Lesen und Schreiben)
  • Ein System mit Spracherkennung, dass die gesprochenen Worte in den Übungen mit einem Muttersprachler vergleicht und so bewertet
  • Die Möglichkeit von speziellem Aussprache-Training einzelner Worte
  • Download des Audio Companion – alle Fragen und Antworten aller Übungen gesprochen als mp3. Allein nicht viel wert, zum Nachhören und Wiederholen der Lektionen genial!
  • Lernen per App am Handy oder Tablet (nur in der Online-Version)
  • Sprachlernspiele (nur in der Online-Version)
  • Live-Konversationstraining mit Muttersprachlern (nur in der Online-Version)
  • Unterscheidung beim Kauf in Anfänger- oder Fortgeschrittenen-Version. Letztere nur per Onlinemodus, dafür aber auch Geschäftsvokabeln enthalten.
Hören und richtiges Zuordnen im Rosetta Stone-Programm

Am Anfang mit einfachen Worten, später komplexen Sätzen: Das Vorgelesene muss erkannt und das richtige Bild angeklickt werden.
© Rosette Stone Ausschnitt aus dem Rosetta-Stone Programm – Level 1, Spanisch

Rosetta Stone gibt es als CD am PC- und auch als Onlinevariante. Erstere hat den Vorteil, dass das Lernen hier zeitlich unbegrenzt ist (online zahlt man pro Jahr), allerdings gibt es in der Onlinevariante auch einige Features mehr. Der Preis ist bei beiden Varianten nicht gerade günstig, jedoch gibt es immer wieder Angebote. Aktuell zahlt man zum Beispiel nur 160€ statt 399€ für die Komplettversion als CD oder Download und 234€ für den 12 monatigen Onlinezugang.
Schlussendlich muss jeder schauen, was für sich selbst besser ist. Ein großer Vorteil der Onlineversion ist die Möglichkeit der App für iPhone und Android, so dass man ganz bequem am Tablet oder Handy lernen kann. Bei der PC-Version gibt es das nicht. Ein absolutes Highlight der Onlineversion ist aber die Möglichkeit der Unterhaltung mit Muttersprachlern. Man kann über die Homepage ganz leicht einen Termin vereinbaren, an dem man mit einem Muttersprachler Sprechen üben und sich unterhalten kann. Außerdem gibt es verschiedene Onlinespiele, die man allein oder auch mit anderen Lernenden spielen kann. Hierfür ist allerdings die Bearbeitung von bestimmten Leveln Pflicht, so dass man einen gewissen sprachlichen Grundschatz hat. Wer lieber lesen möchte, kann auch dies in verschiedenen kurzen Geschichten tun. Gegliedert nach Leveln gibt es eine ganze Menge kurzer Texte, für die man nach dem Vorlesen eine Bewertung bekommen kann. Sie sind eine tolle Übung, um einfach fließend zu sprechen. Wer lieber Geschichten hört, kann sich allerdings auch alles vorlesen lassen. …

Bewertung einer gelesenen Geschichte bei Rosetta Stone

Bewertung einer vorgelesenen Geschichte (zu sehen im oberen Teil)
Ausschnitt aus dem Rosetta Stone Onlineprogramm / © Rosetta Stone

Grundsätzlich ist Rosetta Stone ein sehr strenges Programm. Es achtet genau darauf, dass die Aussprache stimmt und auch beim Schreiben wertet es fehlende Akzente über den Worten als Fehler. Mögliche Sätze müssen auch als solche geschrieben werden (zum Beispiel „Er trinkt.“), sonst ist auch dies ein Fehler. Wenn man das aber weiß, ist es recht einfach, mit dem Programm umzugehen.

Tücken und Stolpersteine im Programm

Wenn man mit Rosetta Stone arbeitet, hat man schnell raus, was geht und was nicht. Unbedingt achten sollte man auf die Spracheinstellung, denn die ist enorm wichtig für die richtige Erkennung der Sprache. Hier sollte nicht nur der Mikrofon-Test gesprochen, sondern auch die Geschlechtseinstellungen im Programm vorgenommen werden (männlich, weiblich, Kind). Ohne Headset funktionierte es bei uns sowohl am Notebook, als auch am Tablet. Bei letzterem ist die Erkennung aber generell schlechter, was sicher am Mikro im Tablet liegt.
Passt die Einstellung oder das Mikro nicht, wird das gesprochene Wort nicht richtig erkannt, was wiederum zu großem Frust bei den Übungen führt. Ist schließlich jedes Mal ein Fehler. Andersrum passierte es bei unserem Sohn aber auch immer wieder, dass er ein Wort nur so ansatzweise richtig hatte, das Programm es aber als richtiges Wort erkannte. Es ist also nicht unfehlbar. ;)

Wie oben schon beschrieben, ist die Schreibfunktion recht kritisch und achtet auf das Schreiben von Satz- bzw. Akzentzeichen. Das bekommt man aber schnell raus.

Übt man Vokabeln, hat man häufig immer wieder die gleichen Bilder. Hier darf man oft nicht zu speziell denken – „pez“ ist im spanischen der Fisch, nicht der Goldfisch wie immer wieder als Bild zu sehen. Im schwedischen Programm ist es dagegen so, dass als Bild einer Frau immer wieder zwei deutlich ältere Frauen gezeigt werden. Oma oder Frau? In dem Fall ergibt es sich aus dem gleichzeitig zu lernenden Mann, dass es nur die Frau sein kann. Sehr häufig ist die Bedeutung der Worte bzw. Bilder klar, manchmal erschließt sie sich erst nach wenigen weiteren Bildern. Ich fand es allerdings nicht schlimm, kommt auch selten vor. Ein zusätzliches Wörterbuch habe ich bisher noch nie gebraucht.

Einheit "Aussprache" - Rosetta Stone

Trainingseinheit „Aussprache“
Ausschnitt aus dem Rosetta Stone Programm – Level 1, Spanisch © Rosetta Stone

Das Programm an sich ist super, aber geht das überhaupt mit kleinen Kindern, die noch nicht lesen oder schreiben können? Wie es uns erging, lest ihr auf Seite 2!

(Für diesen Test wurde uns der Onlinezugang kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Unsere Meinung beeinflusst das jedoch nicht.)

11 Kommentare

  1. Conny

    Danke für den Tip! Meine große Tochter lernt in der Schule regelmäßig mit Rosetta Stone und die Erfolge sind verblüffend. Für den Preis bestelle ich es mir auch für zu Hause dann haben die Geschwister hoffentlich auch etwas davon. :)

    Antworten
    1. Sandra

      Das ist bei mir auch gerade eine Überlegung, denn der Bruder wird sich später hoffentlich auch irgendwann für eine Sprache interessieren. Aber mit 2 muss er das noch nicht :D

      Antworten
  2. Manu

    Also gelesen hatte ich gestern schon bei dir :) Bin aber drüber weggekommen einen Kommentar zu hinterlassen. Fremdsprachen mag ich super gern, ich wäre da allerdings eher bei türkisch ;) Das habe ich vor Jahren schon mal begonnen und würde es gern noch etwas weiter ausbauen.Ein Blick auf die Seite von Rosetta Stone offenbart mir auch türkisch, ich glaube ich muss mich da echt mal mit befassen. Danke dir für deinen ausführlichen Bericht, er macht echt neugierig.

    LG

    Manu

    Antworten
    1. Sandra

      Haha, beim Schreiben hatte ich schon an dich und türkisch gedacht. Probier doch einfach mal die Online-Demo aus. ;)

      ANsonsten ist der aktuelle Preis von 160€ unschlagbar. Wenn ich mir überlege, dass ein halbes Jahr (oder weniger?) in der VHS vor Jahren mal 60DM kostete und ich praktisch nichts gelernt habe … Mit der Vollversion lernt man die Sprache ja gleich komplett, was ich super finde. Nicht wie bei anderen, wo man Stufe für Stufe kaufen muss…

      Antworten
      1. Manu

        Oh, cool, werde ich mir morgen mal alles in Ruhe anschauen, der Preis ist super. Ich habe echt mehr bezahlt damals o.O

        Antworten
        1. Sandra

          Ja, wenn man das alles so zusammenrechnet, kommt immer wieder ne Menge zusammen. Dann lieber eine komplette Summe und einen Kurs, der (mir) wirklich was bringt :D

          Antworten
  3. Anton Heinrchs

    Eine gute und kostenlose Alternative ist Duolingo. Ist vielleicht nicht so fortgeschritten und ausgebaut wie Rosetta Stone, aber um die Basis Sprache zu lernen reicht das schon.

    Gruß.

    Antworten
    1. Sandra

      Ich denke, es kommt darauf an, was man will. Ich kenne Duolingo auch und finde es nicht so toll. Allerdings habe ich vor Jahren schon mal mit Rosetta Stone gelernt und vergleiche immer wieder alle Programme damit. ;)

      Duolingo ist sicher klasse, wenn man nichts investieren möchte und einfach nur so lernt, um noch eine andere Sprache zu „können“. In der Ausführung liegen für mich aber Welten, noch dazu gibt es nur Englisch und Französisch. Allein die Bilder sehen bei Duolingo häufig wie private Urlaubsschnappschüsse aus, aber auch das Lernen ist ein anderes. Ich hatte hier oft das Gefühl, in den Einheiten ständig zu schreiben. Nach nur einem Mal anschauen musste ich die Übersetzung wissen. Und was nützt mir ein Satz, den ich übersetzen soll, wenn neue Worte darin dann doch schon auf Mausklick „übersetzt“ werden?

      Allerdings ist alles Ansichtssache und manch einer findet bestimmt auch Rosetta Stone doof :D

      Antworten
  4. Olga

    Sprachen lernen ist schon was Feines…mein Spanisch ist auch schon etwas eingerostet. lg

    Antworten
  5. Torsten Prix

    Hallo Sandra,

    habe Rosetta Stone mal vor 2-3 JAhren ausprobiert. Wollte auch bei spanisch einsteigen. Leider hat mir irgendwann die Motivation und die Zeit gefehlt.
    Das Englische aufzubessern ist ziemlich schwierig wie ich finde, da man nicht den richtigen Punkt findet um einzusteigen. Viele Sachen wiederholen sich oft, gerade beim Englischen wird das dann einfach langweilig.

    Prinzipiell denke ich aber, dass ROsetta eine tolle Sache ist.

    Viele Grüße aus Bonn
    Torsten

    Antworten
    1. Sandra

      Stimmt, beim Englischen stelle ich mir das auch extrem schwierig vor. Beim spanischen bin ich schon wieder zu weit raus, so dass ne Wiederholung ganz gut ist :D

      Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.