[Tutorial] Spioniersäckchen

Ich habe mich den ganzen Dezember über leider recht rar gemacht und es einfach nicht geschafft zu bloggen. Schuld daran waren zum einen immer noch unser Haus-Ausbau, die ständig kranken Kinder und auch die Einladung zum Weihnachtsessen der Firma meines Mannes, die mich ein paar Mal an die Nähmaschine trieb. Ein Mal kam das hier dabei heraus:

spioniersack

Vielleicht habt ihr schon einmal von den Spioniersäckchen gehört. Das sind einfache kleine „Hüllen“, die mit Reis oder ähnlichem und kleinen Spielzeugen gefüllt werden. Durch das kleine Sichtfenster kann man den Inhalt sehen, den man zusätzlich auch auf kleinen, außen anhängenden Karten sehen kann. Diese fehlen bei mir allerdings noch, da sie wohl bei unserem 1.5jährigen nicht lange überleben würden. Wenn er etwas größer ist, werde ich die Bilder ausdrucken und einlaminieren, dann werden sie mit einem Schlüsselring am Säckchen befestigt.
Der Sinn des Ganzen ist einfach: Beschäftigung! Die Kinder sollen bestimmte Dinge suchen oder einfach nur entdecken, was alles darin ist. Das Säckchen kann gequetscht, gedreht und geschüttelt werden – der Reis macht alles mit.

Wollt ihr euch auch so ein Säckchen nähen? Nichts leichter als das!

Ihr braucht:

  • Fleece oder stabile Baumwolle (Canvas zum Beispiel), 2 Stücke mit je ca. 20x20cm
  • dicke Folie (Tischdeckenfolie oder ähnliches). Meine stammt von der Verpackung des Feuerwehrkostüms den großen Sohnes. Hauptsache sie ist biegsam und reißfest.
  • Eine Nähmaschine
  • kleines, nicht spitzes (!) Spielzeug
  • Füllmaterial. Ich habe 250g Milchreis genommen.
  • Ein bisschen Webband oder Kordel
  • (Schlüsselring)
  • (Laminiergerät)

Und so geht es:

  • 2 Quadrate aufzeichnen und ausschneiden – ich habe 20x20cm genommen. Ihr könnt aber auch eine völlig andere Form nehmen!
  • In eins der Quadrate ein Fenster schneiden. Das kann rund sein oder eben quadratisch wie bei mir. Grundsätzlich gilt, dass es mit kleinerem Fenster immer schwieriger wird, etwas zu finden. Mein Fenster ist ca. 10x10cm.
  • Die Folie großzügig zurechtschneiden – lieber etwas größer, falls sie verrutscht.
  • Wenn ihr Baumwolle verwendet, muss der Fensterrand unbedingt versäubert werden, damit er nicht aufdröselt! Bei Fleece und Co. müsst ihr nichts weiter tun.
  • Als nächstes wird die Folie an das Stoffteil mit Ausschnitt genäht. Hierzu darf sie nicht festgesteckt werden, denn wir wollen ja keine Löcher in der Folie! Ich habe zuerst dicht am Ausschnitt mit Geradstich genäht, dann etwas weiter entfernt eine Zick-zack-Naht und noch einmal einen Geradstich gesetzt. Die eine gerade Naht muss auf jeden Fall sein, ich würde zur Sicherheit immer eine zweite setzen, falls doch einmal etwas aufgehen sollte.
  • Auf der rechten, also der schönen Seite kann jetzt der Ausschnitt des Stoffes eventuell noch zurückgeschnitten werden. Das geht natürlich nur, wenn es keine Baumwolle ist. Auch auf der Innenseite kann die Folie ein Stück zurückgeschnitten werden, falls nötig.
  • Im nächsten Punkt näht ihr schon das Säckchen. Dazu werden die beiden guten Seiten aufeinandergelegt und mit einem Stretch-Geradstich (!) zusammengenäht. Fasst auf einer Seite ein Stück Webband oder Kordel mit ein, damit später der Schlüsselring daran befestigt werden kann.
  • Bitte lasst in einer Seitenmitte eine Wendeöffnung! Meine hatte ca. 6cm, was bei dicker Folie schon recht knapp sein kann. Sie soll ja nicht weiter geknickt werden, damit sie keine bleibenden Falten bekommt. Wer Baumwolle genommen hat, muss auch hier wieder alle Innenseiten versäubern.
  • Vor dem Wenden und Versäubern sollten die Seitenecken vorsichtig abgeschnitten bzw. angeschrägt werden, damit sich später die Ecken gut ausformen lassen.
  • Ist das Säckchen gewendet, kann es befüllt werden. Vergesst nicht, vorher alles zu fotografieren, damit ihr später die Inhaltskärtchen ranhängen könnt!
  • Schnappt euch einen Trichter und die Milchreispackung und füllt euer Säckchen. Die Menge richtet sich nach euren Vorlieben. Ich habe 1.5 Packungen, als 325g genommen und es ist schon eher zu viel. 250g sollten völlig reichen. Die füllt ihr ein und werft die kleinen Spielzeuge dazu.
  • Als nächstes verschließt ihr die Wendeöffnung. Entweder näht ihr mit der Nähmaschine von außen komplett rum und schließt dabei die Öffnung oder ihr nutzt den Matratzenstich, damit man später nichts mehr sieht.
  • Für Kleinkinder seit ihr damit schon fertig. Für alle größeren gehören die laminierten Kärtchen ran. Dafür druckt ihr einfach die Fotos aus und laminiert sie ein. Das geht heutzutage auch in vielen Kopiershops! Nur noch lochen und auf den Schlüsselring fädeln – fertig.

spioniersack_inhalt

War doch eigentlich ganz einfach oder? ;) In unserem Säckchen stecken ein Würfel, kleine Dominosteine aus der Real-Aktion, ein Schlumpf, eine Spielfigur, diverse Kleinigkeiten aus Überraschungseiern, eine Murmel, Perlen und einiges mehr. Denkt bei der Auswahl daran, dass die Sachen unzerbrechlich sein müssen! Und damit das Säckchen auch wirklich „wirkt“, sollte Kind es nur zu ausgewählten Zeiten bekommen. Zum Weihnachtsessen im Restaurant zum Beispiel.
Bei uns hat es eine Zeit lang recht gut gewirkt, dann wurden allerdings die Geschenke viel spannender. Kann ich aber auch gut verstehen. ;)

1 Kommentar

  1. nasch

    Ich finde die Idee total klasse :) Gefällt mir richtig gut.

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