[DIY] Hängeutensilo für’s Bett

Beistellbetten sind toll, sie haben nur leider einen entscheidenden Nachteil. Da sie in der Regel am Bett befestigt werden, entfällt oft der Nachttisch. Bei mir war es zumindest bei beiden Kindern so, obwohl unterschiedliche Betten und es hat mich jedes Mal unglaublich genervt. Mein Handy lag mehr oder weniger unter dem Kopfkissen, statt Buch wich ich auf die Kindle-App aus, nur damit ich abends nicht noch mal aus dem Bett krabbeln und die Sachen weglegen musste. Für mich absolut kein Dauerzustand, aber glücklicherweise ließ sich der mit ein paar Stoffen und Stoffresten recht einfach beheben.
Grundsätzlich kann man sich natürlich auch einfach ein Utensilo kaufen, anstatt sich selbst eins zu nähen. Die meisten sind gar nicht so teuer, wobei das Aussehen dann sicher Geschmackssache ist. Alle die mir gefielen, waren mir zumindest entschieden zu teuer oder waren einfach nicht so, wie ich sie brauchte. Also ging es für einen Abend an die Nähmaschine.

Und so sieht das gute Stück aus. Die Taschen habe ich mir so zurechtgeschnitten, wie ich sie brauche – sie sind also von euch völlig frei veränderbar. Der Materialbedarf ist überschaubar, der weiße Stoff ist ein altes Tischtuch! Mit einer Größe von rund 40x40cm ist das Utensilo groß genug für alles mögliche, aber auch klein genug für ein Beistellbett. Als Aufhängung habe ich mir Bänder zum Festbinden selbst genäht, man kann aber auch mit Druckknöpfen oder Klettverschluss arbeiten oder eine Kordel nehmen. Was man gerade zur Hand hat.
Das Nähen geht ganz leicht und ist selbst für Anfänger und Nicht-Begabte mit 2 linken Händen sehr gut hinzubekommen. Schnittmuster gibt es keins, denn das braucht ihr dafür nicht. Alle Maße sind schon vorgegeben, aber dazu gleich mehr:

organizer bett

Das sieht nach viel  Arbeit aus, geht aber recht schnell. Leider habe ich während des Nähens keine Bilder gemacht, deshalb werden die Erklärungen ein klein bisschen ausführlicher ….

Und das braucht ihr alles, wobei einige Dinge austauschbar/veränderbar sind:

  • 8 dicke Schwammtücher, flach mit Wabenstruktur, Größe ca. 18x20cm, für die Füllung
  • 1 großes altes Tischtuch/Bettlaken/…. oder einfach komplett neuen Stoff. Größe ca. 90×90 (farbiger Stoff) bzw. 200×90 (weißer Stoff)
  • Stoff für die Taschen – da tut es auch ein schönes ausrangiertes Hemd, alte und nicht dehnbare Kinderkleidung, …. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!
  • Bänder zum Befestigen, ansonsten werden sie selbst genäht.
  • bei mir noch dabei: ein kleiner Rest Bündchenstoff, der wird aber nicht unbedingt gebraucht.
  • und natürlich eine Nähmaschine, Garn, Stecknadeln und so weiter.
  • und wer mag, verziert noch mit Webbändern, Zacklitze, Knöpfen, ….

Wie oben schon geschrieben ist es völlig egal, welchen Stoff ihr nehmt, so lange er nicht dehnbar ist. Da die Schwammtücher farbig sind, habe ich meinen weißen Stoff einfach doppelt genommen, so schimmerte nichts mehr durch. Bei farbigem Stoff braucht ihr sehr wahrscheinlich nur eine Lage.

Und so gehts:

Das Utensilo:

  • Als erstes sind die Schwammtücher an der Reihe, denn sie sind die Füllung bzw. der „Rücken“ des Utensilos. Stellt die Nähmaschine auf einen etwas engeren Zickzack-Stich und näht einfach 4 Schwammtücher wie im Bild zusammen. Denkt daran, dass die Tücher nicht ganz quadratisch sind und legt sie vorher schon aus!

organizer bett_schwammtuch

  • Die 4 Schwammtücher sollten nun eine komplette Fläche ergeben – das ist die Grundfläche des Utensilos. Jetzt nehmt euch die anderen 4 Tücher, die später auch auf die gleiche Art und Weise zusammengenäht werden müssen. Achtet darauf, dass diese Fläche genau deckungsgleich mit der 1. Schwammtuch-Grundfläche sein muss.
    Kleiner Tipp: Zerschneidet im 2. Durchgang die 4 einzelnen Tücher und ordnet sie neu an. So liegen die Nähte beider Grundplatten später nicht genau übereinander und das ganze wird ein bisschen stabiler. Wie bzw. wo ihr die Nähte setzt, ist übrigens völlig egal, denn die sieht man nachher sowieso nicht mehr.
  • Wenn ihr die Bänder zum befestigen selbst nähen wollt, geht es damit weiter. Nehmt euch den Stoff eurer Wahl und schneidet ca. 1-1.5cm breite Streifen. Ich habe meine ca. 70-80cm lang gemacht, denn lieber sind sie zu lang als zu kurz. Überprüft zur Sicherheit die Befestigungsmöglichkeiten an eurem Bett und näht eine entsprechende Länge.
    Faltet die Bänder der Länge lang 2x (egal wie), so dass keine Schnittkante vom Stoff mehr zu sehen ist. Mit Stecknadeln fixieren und dann mit einem Gerad- oder Zickzackstich der Länge lang darübernähen. Denkt daran, auch an einem Ende die Schnittkanten „einzuklappen“, damit auch hier nichts ausfransen kann. Fertig ist das erste Band. Das wiederholt ihr nun noch 9x, dann habt ihr am Ende 3×2 Bänder für die Oberseite und 2×2 Bänder für die Unterseite des Utensilos.
  • Weiter geht es mit dem Überzug der Schwammtücher. Zuerst solltet ihr eine Sichtprobe machen. Sieht man die farbigen Schwammtücher durch euren Stoff durch? Dann solltet ihr einen doppelten Überzug machen und die folgenden Teile 4x ausschneiden. Sieht man sie nicht und ein einfacher Überzug reicht euch, dann braucht ihr nur 2 Teile.
    Nehmt euch eine der beiden Grundplatten als Maß und legt es auf die Rückseite eures Stoffes. Nun zeichnet ihr in ca. 1cm Abstand (nicht viel mehr) den Umriss nach und wiederholt das entsprechend. Dann die Stücke ausschneiden und alle bis auf eins zur Seite legen.

organizer bett_taschen

Die Taschen – Vorbereitung:
Jetzt geht es an die eigentlichen Taschen. Dafür solltet ihr euch zu allererst überlegen, was ihr alles braucht und was das Utensilo wegstecken soll. Ich entschied mich für eine Reihe kleiner Taschen, etwas für Taschentücher und Creme und eine Handytasche. Nicht zu vergessen natürlich meine Buchtasche XXL mit Bündchenstoff. Und da ich nicht der Typ bin, der sich erst Schnittmuster zeichnet, habe ich mir einfach ein dickes Buch, Taschentücher und Kleinkrams an meinen Tisch geholt und probiert. Die Taschen werden übrigens alle als glatter Stoff aufgenäht, man muss nichts einbauen, dass sie sich ausdehnen können, einzig meine Buchtasche ist eine Ausnahme.

  • Bevor ihr anfangt die Größe der Taschen zu planen, bedenkt bitte, dass ihr ringsum mind. 2cm Abstand zum Rand halten müsst!
  • Nun nehmt ihr euch den einen Überzugsstoff und beginnt mit dem Abmessen der größten Tasche. Ich habe mir dazu einfach das Buch auf den Stoff gelegt und so geschoben, wie ich es gern hätte. Dann mit dem Maßband messen, wie viel Stoff ihr dafür braucht und die Maße aufschreiben, dabei senkrecht und waagerecht jeweils 1cm mehr als Nahtzugabe/zum Umschlagen einplanen. Ausschneiden solltet ihr erst dann, wenn alle Taschen sicher so bleiben sollen und sich nichts mehr ändert.
  • Meine Buchtasche besteht aus mehreren Einzelteilen (Nahtzugabe nicht gerechnet): Dem großen Stoff – ca. 3cm höher und breiter als die durchschnittliche Buchgröße, die ich normalerweise immer lese. 2 Seitenteilen, die ein bisschen breiter sind als die Buchstärke, die ich so durchschnittlich lese, aber genauso hoch wie der große Stoff. Und schlussendlich dem Teil „unter“ dem Buch – genauso breit wie der große Stoff und so lang (oder eher tief) wie die beiden Seitenteile.
  • Da ich gern dicke Wälzer lese und noch Bündchenstoff übrig hatte, wurde der auch gleich mit vernäht. Er sorgt dafür, dass die Tasche nicht einfach so labberig dahängt, sondern ein bisschen rangezogen wird. Sieht einfach schöner aus, geht aber auch ohne.
    Dafür braucht ihr ein etwa 2cm hohes Stück Bündchenstoff, dass ihr in 5 gleich lange Stücken schneidet und nachher mit einnäht. Die Länge hängt dabei sehr stark von eurer Buchstärke ab. Ich habe noch ca. 2.5cm, die sich ausdehnen können und es ist schon fast zu viel – hier also lieber ein bisschen enger, denn Bündchenstoff leiert auch irgendwann aus.
  • Wenn die Ausmaße der größten Tasche stehen, dann nehmt euch die anderen Taschen vor. Ich habe die Buchtasche an den Rand geschoben und auf die gleiche Linie untendrunter eine lange, 3-teilige Tasche gesetzt, die von einem zum anderen Ende geht. Obendrüber 2 etwas größere Taschen und fertig war ich. Alle diese Taschen bestehen nur aus dem einen Stoffstück, das glatt aufgenäht wird…

Die Taschen nähen:

Nachdem alle Taschen geplant sind, könnt ihr beginnen, auszuschneiden. Ich habe es immer nur Taschenweise gemacht – so konnte ich immer wieder überprüfen und bei Bedarf noch verändern.

  • Schneidet alle Teile der Buchtasche aus, denkt dabei an den einen Zentimeter Nahtzugabe.
  • Näht die beiden Seitenteile rechts und links an das große Stück an, dann den breiten Streifen unter dem großen Stück. Wenn ihr mit Bündchenstoff arbeitet, näht je ein Ende der Stücken jeweils auf gewünschter Höhe mit ein. (Bei mir 2 pro Seitenteil und 1 Teil auf der Unterseite.)
  • Näht die Seitenteile mit dem unteren schmalen Teil zusammen, so dass eine halbe Tasche entsteht.
  • Nun schlagt den Stoff auf der oberen Kante der Tasche 2x knappkantig um, so dass keine Schnittkante mehr zu sehen ist und nichts ausfransen kann. Mit einem Geradstich die gesamte Länge nähen.
  • Die Tasche auf den Überzugsstoff aufsetzen und feststecken. Dabei ringsum 0.5 Zentimeter nach innen umschlagen, damit man die Schnittkanten nicht mehr sieht. Achtet darauf, dass ihr nicht zu weit an den Rand geht, denn auch der Überzugsstoff wird noch kleiner. Eventuell vorhandener Bündchenstoff wird einfach auf den anderen Stoff aufgelegt, das Ende minimal umgeschlagen und dort mit festgenäht.
  • Alles mit einem Geradstich am Überzugsstoff festnähen. Ich habe jede Naht sogar doppelt genäht, damit es fester ist.

organizer bett_buendchen

  • Als nächstes habe ich die unteren Taschen genäht. Eigentlich ist es ein einziges Stück Stoff, dass von einem Ende bis zum anderen geht (wie immer die Nahtzugabe und auch den Abstand zum Rand nicht vergessen). 
  • Den Stoff ausschneiden, den oberen Rand 2x knappkantig umschlagen und übernähen.
  • Die Tasche auf den Überzugsstoff aufsetzen, die Ränder wieder nach innen umschlagen und das ganze festnähen. Wie schon gesagt – der Stoff liegt beim Nähen glatt auf.
  • Um aus der einen langen Tasche mehrere zu machen, einfach an einer oder mehreren gewünschten Stellen eine senkrechte Naht setzen.
  • Verfahrt mit allen anderen Taschen genauso – immer zuerst den oberen Rand „schön machen“ und umnähen, dann die Tasche aufsetzen und festnähen.

Das Utensilo:

Mit den Taschen ist die Hauptarbeit schon erledigt. Nun wird nur noch alles zusammengenäht und schon ist es fertig.

  • Nehmt euch die 2 bzw. 4 Teile des Überzugsstoffes und legt das Taschenstück und ein weiteres Stück rechts auf rechts zusammen (die „schöne Seite“ ist innen und im Moment nicht zu sehen). Bei 4 Teilen legt ihr die anderen beiden auch noch darüber. Alles ausrichten und mit Stecknadeln fixieren.
  • Als nächstes werden die Befestigungsbänder der oberen Kante eingefügt – immer 2 Stück zusammen. Dafür die Bänder zwischen den Überzugsstoff legen und mit feststecken.
  • Nun die Stofflagen an 3 Seiten zusammennähen, die Unterseite des Utensilos noch aussparen. Die Nahtstellen über den Bändern dabei mehrmals übernähen.
  • Utensilo wenden, so dass es nun richtig herum ist. Die beiden Lagen Schwammtücher einlegen.
  • Jetzt wird die untere Kante zugenäht. Dafür beide Stoffenden ein bisschen nach innen umschlagen und die Seite verschließen. Denkt daran, die Bänder in die Ecken zu setzen.
  • Fertig.

Vielleicht klingt es an manchen Stellen kompliziert, ist es aber gar nicht. Mir fehlten einfach nur die Bilder zum Erklären. ;) Beim nächsten Mal werde ich wohl dran denken, gleich beim Nähen Bilder zu machen ….
Bei mir hängt das Utensilo nun schon rund 4 Monate am Beistellbett und ich liebe es wie am ersten Tag. Ich brauche nicht mehr aufstehen, habe alles dicht bei mir und trotzdem gut geschützt vor neugierigen Kinderhänden. Noch dazu wäre es sogar waschbar, wenn es denn mal Not tut.

(Der Stoff heißt übrigens „Tierzeichnungen“ und war ein DaWanda-Fund im letzten Jahr. Aktuell habe ich ihn leider nicht mehr gefunden.)

2 Kommentare

  1. Rebekka

    Oh Mann! Und ich eier seit 9 Monaten mit Handy unterm Kopfkissen hier rum… DANKE für die supergeniale Inspiration!

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  2. Vicki

    Die Idee mit den Schwammtüchern ist genial! Genau was mir fehlte. Danke! :)

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