[Rezension] „Zwölf Wasser – In die Abgründe“ – E.L. Greiff

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Es handelt sich hier um den 2. Teil einer Trilogie und es ist sehr schwierig, etwas über den Inhalt zu sagen, ohne zu viel zu verraten. Aus diesem Grunde werde ich mich recht kurz fassen oder allgemein bleiben.
Übrigens kann man auch bei Teil 2 komplett neu einsteigen, es wird aber vom Zusammenhang sehr schwierig werden. Band 2 knüpft mehr oder weniger nahtlos an seinen Vorgänger an und erzählt ohne große Wiederholungen die Geschichte weiter. 

Drei mal drei um die 12 alten Quellen neu zu beleben und das Versiegen der Quellen zu verhindern. – Es klingt einfach, erweist sich in der Ausführung jedoch als sehr schwierig. Doch es geht um viel, denn die Menschlichkeit steht auf dem Spiel und wer würde da schon aufgeben? Die Welsen, die sich mit den Undae auf den Weg gemacht haben, ganz bestimmt nicht.

Inzwischen haben sich die Männer getrennt und Kersted, Marken und Felt sind mit „ihrer“ Unda und Begleitern auf dem Weg zu verschiedenen Teilen des Kontinents.
Marken begleitet die Unda Smirn nach Kwothien. Sie müssen die wohl wichtigste Quelle überhaupt aufsuchen – die Quelle der Liebe. Doch ihr Weg birgt die größten Gefahren, denn im Lande herrscht Krieg. Auch sind die alten Dämonen der Vorzeit noch längst nicht verschwunden.
Kersted reist mit Utate in Richtung des langen Tals. Doch schon auf dem Weg zur ersten Quelle wird die Erde von Beben erschüttert. Erdspalten tun sich auf und verschlingen alles, was sich in ihrer Nähe befindet. Die Segurin Nendsing, mit der Kersted in Pram den Abend verbrachte, begleitet die Reisegruppe und erweist sich vom erst ungebetenen Gast zum später sehr wichtigen Reisebegleiter.
Felt kehrt mit Reva und Babu aus Wiatraïn zurück auf den Kontinent. Die Quelle dort ist sicher, aber es warten noch einige andere auf sie und der Weg wird ähnlich beschwerlich wie zu der Stadt in den Wolken.
Die restlichen Welsen sind inzwischen aus der Lagerstadt nach Hause aufgebrochen und Estrid ist, wie geplant, allein mit ihren Kindern in Pram geblieben. Sie lebt inzwischen mehr oder weniger glücklich bei Belendra, die ihr eigenes Spiel mit allen spielt. Immer auf der Suche nach Rache an ihrem Mann Kandor spinnt sie ihre eigenen Intrigen und scheut nicht davor zurück, auch Estrid einzuplanen. Sie glaubt sich im Recht, denn sie will unbedingt verhindern, dass Kandor in Pram an die Macht kommt. Jetzt, wo die Quelle in Pram fast versiegt ist und ihr Hüter Sardes diese Welt damit verlassen wird, ist es in ihren Augen wichtig wie nie, dass der richtige Mann an die Macht kommt.

12wasser abgruende

Rund ein Jahr musste ich auf die Fortsetzung warten und ich kann sagen, dass es jede Minute wert war. Die Fortsetzung ist super geworden! Ich war mir zu Beginn nicht sicher und dachte, ich hätte vieles vergessen, so dass ich vor dem zweiten einfach noch mal den ersten Teil las. Allerdings erwies sich das als völlig übertrieben, denn schon nach wenigen Seiten von Band 1 war ich wieder mittendrin im Geschehen. Trotzdem kann ich es nur empfehlen, es lohnt sich immer, wieder beim ersten Teil zu beginnen.

Im aktuellen Band ist die Welt um einiges düsterer geworden. Unbemerkt von den reisenden Undae ist Krieg in Teilen des Kontinents ausgebrochen. Feuer lodern überall und die Menschen werden rücksichtloser und verlieren mehr und mehr ihre liebenswerten und menschlichen Züge. Vor allem Marken und Kersted haben es schwer mit ihren Undae und den Begleitern aus Pram durch das Land zu ziehen. Schlussendlich ergeht es ihnen wie Felt im ersten Teil und sie verlieren einen großen Teil ihrer Reisegruppe. Die Voraussagen der Undae erfüllen sich dabei immer wieder – drei mal drei sollen gehen. Doch ein Szaszran trifft eine neue Voraussage, die schwer auf Kersted lastet.

Manchmal hat man beim Lesen das Gefühl, dass ganz klar wäre, was am Ende kommen würde. Allein schon, weil es perfekt passen würde. Doch die Autorin überraschte mich doch immer wieder mit Wendungen und Irrungen, so dass es nie langweilig wurde. Auch wenn die Erzählungen vielleicht ein bisschen langsamer verlaufen und man das Gefühl hat, nicht von der Stelle zu kommen, so bewegt man sich doch immer weiter und ist gefangen in der ganz eigenen Welt. Wie schon in Band 1 liegt ein großes Augenmerk der Autorin nicht nur auf dem Weiterkommen der Geschichte, sondern auf den Protagonisten und deren Gedanken und Gefühlen. Man sollte hierbei nie vergessen, dass es in der Geschichte um den drohenden Verlust von Eigenschaften der Menschen geht. Die Fähigkeit zu lieben, zu hoffen oder Mut zu beweisen. Oder die Selbstlosigkeit, die mit der Quelle in Pram bereits versiegt. Solche Dinge lassen sich nicht einfach in einer Geschichte unterbringen, in der man ein Paket von A nach B bringt, sondern sie müssen durch auch durch die Gefühle und Gedanken der Protagonisten erzählt werden. Genau das macht „Zwölf Wasser“ für mich so einzigartig und vor allem auch glaubwürdig.

Wie schon im ersten Teil bin ich immer noch sehr beeindruckt von der Story und warte nun sehnsüchtig auf Band 3, der im Oktober 2014 erscheinen soll. Bis dahin werde ich sicher im Geiste noch mehrfach nach Parallelen zu unserer Welt suchen. Gibt es bei uns vielleicht auch so besondere Quellen und verlieren die Menschen nicht auch ein bisschen ihre Menschlichkeit, wenn man sich die ständigen Kriege und Verwüstungen ansieht?

Von mir gibt es auf jeden Fall wieder 5/5 Sternen!

Buchinfo

  • „Zwölf Wasser: In die Abgründe“
  • E.L. Greiff
  • dtv premium
  • Taschenbuch
  • 560 Seiten
  • ISBN: 978-3423249669
  • Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2013
  • 16,90 Euro

Das Buch wurde mir für diese Rezension kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Meine Meinung beeinflusst das nicht.

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