[Rezension] „Wo ist der kleine Wikinger?“ – Joachim Krause

Wimmelbücher. Allein schon bei diesem Namen rollen sich mir die Fußnägel hoch, ich kann sie einfach nicht mehr sehen. Meine beiden Jungs lieben sie aber und so denke ich mir immer wieder Geschichten zu der Frau mit dem Hund, dem Auto und allen möglichen anderen, alltäglichen Sachen aus, die man denn so sieht oder finden kann. Ihr könnt euch vielleicht ansatzweise meine Begeisterung vorstellen, als der große Sohn sich von seinem Geld unbedingt ein neues Wimmelbuch kaufen wollte?
So im Nachhinein erwies sich das Buch allerdings als Glücksgriff und genau deshalb stelle ich es euch heute auch vor. Für alle, die mal etwas anderes möchten und die der alltäglichen Wimmelei einfach überdrüssig sind.

Wo ist der kleine Wikinger - Ein Wimmelbuch

Als Wikinger hat man es nicht leicht. Schiffe wollen geplant und gebaut und damit Beutezüge durchgeführt werden. Und als wäre das nicht schon hart genug, machen nun auch noch die Frauen, was sie wollen. Das Segel waschen zum Beispiel, während die Männer eigentlich auf große Fahrt gehen wollen. Oder überhaupt an Board des Schiffes kommen! Frauen haben da schließlich nichts zu suchen.
Doch auch sonst läuft in dem kleinen und beschaulichen Wikingerdorf so einiges anders. Da beißt der Fisch der Katze in den Schwanz, hängen Fische auf der Wäscheleine und fliegen Teppiche durch die Luft, ein Sicherheitsvertreter im Anzug verkauft topmodische Wikinger-Bauhelme und Schafe gehen im Badeanzug schwimmen.

Auf insgesamt 7 Doppelseiten im DIN A4-Format erlebt der Leser zusammen mit Lukas, dem kleinen Wikinger, den Bau eines Schiffes, aber auch den Besuch fremder Dörfer und Städte. Paris zum Beispiel. Zu jedem Bild gibt es eine kleine Geschichte, die zum einen ein bisschen was erklärt, zum anderen aber auch zum weitererzählen animiert. Für meine Jungs immer wieder ein witziges Highlight sind aber auch die wenigen neumodischen Dinge, die sich auf jeder Seite verstecken. Da gehört ein Bobbycar genauso dazu wie eine klassische Registrierkasse oder eben der Bauarbeiterhelm. Wirklich auffallen tun sie dabei nicht, es macht aber Spaß, sie zu suchen.
Der Wimmelbild-Grundgedanke bleibt natürlich und so sind alle Seiten übervoll mit Dorfbewohnern, Tieren und ganz vielen anderen Dingen der Wikingerzeit, die entdeckt werden wollen. Im Gegensatz zu anderen Wimmelbüchern findet man hier aber immer wieder so viele (irr)witzige Details, dass es einfach immer wieder Spaß macht, das Buch anzuschauen. Selbst nach dem halben Jahr, das wir das Buch nun haben, bin ich es noch nicht leid. Im Gegenteil, jeder hier liebt es wie am ersten Tag und holt es gern hervor.

Das einzige, das für mich nicht sein müsste, sind die Gucklöcher. Auf jeder Seite gibt es ein paar, die Einblicke auf die nächste Seite geben und Dinge perfekt miteinander verbinden. Tolle Idee, die aber nicht sein muss. Zumal man Lukas, den kleinen Wikinger, dadurch eigentlich auch nicht schneller findet – auch wenn es der Klappentext verspricht.

Von uns gibt es eine klare Kaufempfehlung für die witzigen Wikinger, die eigentlich immer nur Unfug im Kopf haben. Von Joachim Krause gibt es noch diverse andere Wimmelbücher und mindestens eins wird bestimmt noch unter dem Weihnachtsbaum liegen.

  • „Wo ist der kleine Wikinger?“
  • Joachim Krause
  • Loewe – Verlag
  • gebundene Ausgabe
  • 16 Seiten
  • ISBN: 378556631X
  • Erscheinungsdatum: Juni 2009
  • 9,95 Euro

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