[Rezension] „Solo für den Tod“ – Lars Rambe

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Fredrik Gransjö lebt in Strägnäs, nahe Stockholm und ist Zeitungsreporter. Doch nicht irgend einer, denn in seiner kleinen Stadt ist er recht bekannt und beliebt aufgrund seines Engagements und Könnens. Am liebsten sind ihm Mordfälle, doch genau die kommen normalerweise nicht so häufig vor in seiner kleinen Stadt. Dafür gibt es dieses Jahr ein Highlight der ganz anderen Art. Die Jazztage in Mariefred finden zwar nicht statt, doch dafür ein großes Jazzfestival in Strägnäs. Viel größer als alle Veranstaltungen vorher in den umliegenden Städten.
Alles könnte einfach und entspannt sein, wäre da nicht der Ausbruch eines polnischen Schwerverbrechers, der in Bondhagen, also ganz in der Nähe, im Gefängnis saß.  Von ihm fehlt jede Spur und gerade als man glaubt, dass er schon längst außer Landes ist, wird ein Geldtransporter überfallen. Doch er wird nicht ausgeraubt, sondern legt einfach nur die Autobahn lahm. Gleichzeitig wird die Bank in Mariefred ausgeraubt. Zufall? Oder gibt es einen Zusammenhang?
Fredrik und seine junge Volontärin Emilia versuchen herauszufinden, was dahinter steckt.

Nur kurze Zeit später verschwindet eine junge Polizistin spurlos bei einer Verfolgungsjagd auf die Bankräuber und auf den Jazzmusiker Stanislav und seine Geliebte wird geschossen. Doch wer steckt dahinter? Hat es mit dem Bankraub zu tun?

Cover

Normalerweise schreibe ich in eine Inhaltsangabe sehr viel mehr als nur den Inhalt des Klappentextes. Hier geht das allerdings nicht wirklich, denn dann würde ich auch schon den ganzen Inhalt des Buches verraten. Und auch wenn ich versuche, so wenig wie möglich zu erzählen – so ganz ohne geht es nicht. Also Achtung – SPOILERGEFAHR!

Dies ist nun schon das 2. Buch von Lars Rambe, in dem es um den Reporter Fredrik Gransjö geht. Aber um ehrlich zu sein – so viel kam von ihm nicht rüber. Außer, dass er seine junge und bildhübsche Volontärin toll findet und am Ende einen genialen Zeitungsartikel schreibt. Die meiste Ermittlungsarbeit erledigt sie, auch fast alle Ideen kommen von ihr. Grundsätzlich für mich ein Verhalten, dass ihn jetzt nicht soooo sympathisch macht. Auch, dass er die Arbeit seiner Frau und den Kindern vorzieht, tut sein übriges.

Das Buch teilt sich in mehrere Teile und zusätzlich Kapitel. Jedes Kapitel oder auch einzelne abgetrennte Teile davon wurden aus der Sicht einer anderen Person geschrieben. Man weiß zwar immer, bei wem man gerade ist, aber grundsätzlich erschwert es das Lesen und vor allem am Ball bleiben ungemein. Die teils nur eine Seite langen „Abschnitte“ machen es nicht leichter. Man kann es sich ein bisschen wie in einem Film mit unglaublich vielen Blenden auf andere Schauplätze vorstellen. Zudem hatte ich oft das Gefühl, dass der Autor jedes einzelne Abteil mit einem kleinen Cliffhanger versehen wollte, um die Spannung zu erhöhen. Bei mir führte es leider viel zu oft zu Verwirrung. Viel zu oft wirkte es einfach nur künstlich aufgesetzt.

Die Geschichte an sich ist eigentlich gar nicht groß und das Grundkonstrukt in 2 Sätzen erzählt. Männer rauben Bank aus, fliehen, werden verfolgt,  versuchen zu entkommen. Diverse andere Personen sorgen für eine verwirrende Komponente, denn irgendwie sind sie alle miteinander verbunden und teilen eine gemeinsame, mehr oder weniger positive Vergangenheit.
Der Spannungsbogen ist relativ flach und konnte für mich weder durch die kleinen Cliffhanger an den Kapitelenden, noch durch die ziemlich verwirrenden Zusammenhänge zwischen Personen und Zeiten angehoben werden. Der entflohene Sträfling stammt aus Polen, einige Personen aus Deutschland und auch Schweden. Und trotzdem hat man beim Lesen das Gefühl, dass sie sich alle kennen, schon jahrelang miteinander zu tun hatten und vor allem alle irgendwie ein bisschen krank im Kopf sind. Denn gerade was sexuelle Praktiken angeht, sind sich viele von ihnen überraschend einig.

Leider kommen in der Geschichte zumindest für meinen Geschmack viel zu viele verschiedene Personen vor. Die oft genannten Vor- und Nachnamen machen es nicht unbedingt leichter, sich alles zu merken. Selbst am Ende hatte ich noch zu kämpfen, um alle Personen richtig zuzuordnen. Die im Anhang eingefügte Personenliste mit kurzer Beschreibung macht es nicht wirklich einfacher. Immerhin 31 Personen werden angeführt. Als Auszug! Viele davon sind nur kurz da und spielen eine sehr untergeordnete Rolle, einige begleiten durch das ganze Buch und trotzdem weiß man so gut wie nichts über sie. Außer, dass sie das Lesen mit der Zeit wirklich anstrengend machen.

Ich persönlich bekam einfach keinen Bezug zum Buch. Wenig Spannung, zu viele verschiedene Leute, teils verwirrende Story. … Eins hat Lars Rambe auf jeden Fall erreicht – ich wusste bis kurz vor Ende wirklich nicht, wer denn nun wen und warum beauftragt hat, erschossen hat oder sonstiges. Doch ehrlich gesagt bin ich in vielen Zusammenhängen selbst nach dem Ende des Buches immer noch nicht schlauer. Mein Bedürfnis, es bis in alle Einzelheiten zu wissen, hält sich allerdings auch sehr stark in Grenzen.

Von mir gibt es dafür leider nur 2 Sterne.

Buchinfo

  • „Solo für den Tod“
  • Lars Rambe
  • dtv
  • Taschenbuch
  • 400 Seiten
  • ISBN 978-3423213882
  • 9,95 Euro

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