[Rezension] „Schweinskopf al dente“ – Rita Falk

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Im nun schon 3. Teil rund um Franz Eberhofer geht es wieder heiß her in Niederkaltenkirchen. Alles beginnt mit dem Prozess von Dr. Küstner, der seine Geliebte umgebracht haben soll. Bei der Urteilsverkündung schwört Küstner Rache – vor allem an Richter Moratschek.
Während nach dem Prozess für Franz das Leben weitergeht, gelingt Dr. Küstner die Flucht. Nach einigen merkwürdigen Zwischenfällen, die Moratschek einfach keiner glauben will (außer dem Franz), zieht er kurzerhand auf den Hof der Familie und schlägt sich mit dem Papa die Nächte um die Ohren. Für Franz hat es wenigstens ein Gutes: statt den Beatles dröhnen nun die Stones in voller Lautstärke über den Hof.
Auch wenn jeder die Augen offen hält – Küstner scheint verschwunden und keiner der Polizeiinspektion Landshut glaubt so recht daran, dass er sich noch in der Nähe aufhält. Franz hält zwar die Augen offen, hat aber dank Pilgerreise der Landsfrauen, Babysitten von der Sushi und sonstigen Problemen im Dorf einfach keine Zeit. Noch dazu soll es Susi in Italien nicht wirklich gut gehen. Klar das Franz mit muss, als seine Familie kurzfristig beschließt, einen Urlaub dort zu machen und Susi zu besuchen.
Da passt es doch gut, dass der Küstner laut Aussage der Kollegen wohl bei einem Autobrand ums Leben gekommen sein soll. …

"Schweinskopf al dente" - Cover

Auch wenn in den letzten beiden Teilen der Krimi eher Nebensache war – ich mag die Geschichten um Franz, seine Oma, den Papa, Susi und die ganzen Bewohner von Niederkaltenkirchen. In Teil 3 erfährt der Leser nun, wie es mit Franz und Susi weitergeht. Auch wenn die Susi nach Italien gezogen ist, bedeutet das noch lange nicht das Ende – zumal das ganze Dorf der Meinung ist, dass Franz sie unbedingt zurückholen muss! Sein Bruder ist immer noch eine alte Schleimsau und die Sushi scheint Franz immer noch mehr zu mögen als den eigenen Vater. Der Papa raucht immer noch ab und an einen Joint, doch nun nicht mehr allein, sondern mit seinem neuen Freund, dem Richter Moratschek. Ein paar Dinge ändern sich, ein paar nicht – wie überall halt.

Mit Dr. Küstner bekommt die ganze Geschichte genau die richtige Würze. Anders als bei einem „ganz normalen“ Mordfall weiß man nie, was als nächstes passiert. Zumal gerade am Anfang keiner dem Richter glauben will, dass Küstner hinter ihm her ist. Wie auch, wenn eine Warnung auf der Windschutzscheibe weggetaut ist, bevor sie jemand sehen kann. Oder der Schweinskopf genauso plötzlich aus dem Bett des Richters verschwindet, wie er gekommen ist.
So muss ich ehrlich zugeben, dass Teil 3 für mich auch der spannendste der bisher erschienenen Romane um Franz Eberhofer ist. Auch wenn er in gewissen Teilen wieder ein Stück weit vorhersehbar ist, macht es trotzdem reichlich Spaß ihn zu lesen. Gerade wenn man die Hintergründe um Susi oder auch die anderen Dorfbewohner weiß, natürlich um so mehr. Aber genau das ist auch einer der Haken – steigt man bei Teil 3 ein, findet man sich mitten in einer Geschichte, der man (personenbezogen) eventuell schwer folgen kann. Viele der Zusammenhänge, die mir beim Lesen richtig Spaß machten, dürften dann fehlen.

Wie immer nimmt Rita Falk den Leser mit auf eine bunte Reise ins tiefste Bayern. Dorfleben, Bier, Klatsch und Tratsch und natürlich auch breitestes Bayerisch – all das sorgt wieder für einen vergnügten Lesespaß. Mir persönlich fehlte ein bisschen die Weiterentwicklung. Franz ist zwar noch ein bisschen mürrischer geworden, aber das war es auch schon fast. Außer der neu entdeckten Freundschaft zwischen dem Papa und Richter Moratschek tut sich nicht mehr viel, so dass ich nicht weiß, ob ich das in dem (definitiv kommenden) Teil 4 auch noch so lustig finden werde.

Trotz allem war es wieder ein locker-leichter Lesespaß. Wie immer sei gesagt: Wer bei Franz Eberhofer einen erstklassigen Krimi erwartet, sollte sich lieber ein anderes Buch kaufen. Wer schrullige Dorfbewohner, eine tolle Geschichte und ein bisschen Krimi nebenbei möchte, ist hier bestens bedient.

Von mir gibt es 4/5 Sternen.

Übrigens erscheint im April 2012 der erste Roman von Rita Falk: „Hannes“. Ich bin schon gespannt, ob Frau Falk es auch in einem völlig anderen Thema schaffen wird, ihre Leser zu begeistern.

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