[Rezension] „Schwarzer Mond über Soho“ – Ben Aaronovitch

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Cyrus Wilkinson ist war Jazzmusiker und starb nach einem Auftritt. Relativ unspektakulär fiel er einfach um und war tot. Das an sich ist nicht unbedingt etwas besoderes, wäre da nicht dieses feine Vestigium mit einem alten Jazzsong, dass noch von Cyrus ausgeht. Einem Abdruck der Magie, der an Gegenständen oder auch an Menschen haften bleibt, wenn sie mit Magie in Berührung kamen. Außerdem bei einer Leiche ein untrügliches Zeichen dafür, dass es ein Fall für das Folly und damit für Nightingale und seinen Schüler Peter Grant wird. Eher durch Zufall zeigt sich, dass es in den letzten Jahren eine ganze Reihe toter Jazzmusiker gab. Alle starben sie mehr oder weniger direkt nach ihren Auftritten und relativ plötzlich und vor allem unerwartet. Zeit also, Peters Vater zu aktivieren. Schließlich war er einmal Jazzmusiker und lebte nur für die Musik.
Doch es gibt noch einen 2. Fall – einen toten Mann, dem sein bestes Stück abgebissen wurde. Nicht das erste Mal, dass das passiert, denn auch in „Die Flüsse von London“ hatten es Peter und Nightingale mit genau so einem Fall zu tun. Nun folgt hier also die „Fortsetzung“ davon. Selbst einige Mitglieder der Thames-Familie haben wieder einen Weg ins Buch gefunden. Und natürlich darf auch ein bisschen Romantik nicht fehlen.
Da Meister Nightingale sich immer noch schonen muss, ermittelt Peter den größten Teil der Fälle über allein – mit mehr oder weniger katastrophalen Folgen. …

Mond über Soho - Cover

Peter Grant ist zurück! Der leicht schusselige, aber absolut liebenswerte Zauberschüler und Polizist schlittert nun schon in das 2. Abenteuer rund um Zauberer, Vampire und andere übernatürliche Wesen. „Mond über Soho“ knüpft mehr oder weniger an „Die Flüsse von London“ an. Man erfährt, wie es mit Lesley und Nightingale  weiterging und ist ansonsten wieder sofort im aktuellen Geschehen drin. Für Neueinsteiger dürfte der Anfang ein bisschen holperig sein, aber eigentlich machbar. Nicht alle Begriffe werden allerdings erklärt, einiges wird auch vorausgesetzt.
Im Vergleich zum ersten Teil sind die Figuren noch abgedrehter, die Beschreibungen von London noch exakter. Manchmal ein bisschen komisch, wenn in einer Verfolgungsjagd jede einzelne Straße genannt wird. Ich sehe es allerdings entspannt und denke mir, dass London-Kenner sicher ihren Spaß haben, weil  sie für alles ein Bild vor Augen haben. Ansonsten dreht sich diesmal alles um Jazz. Doch auch als jemand, der sich überhaupt nicht damit auskennt, hatte ich meinen (Lese)Spaß.

Peter muss sich diesmal ohne Lesleys Hilfe aus Band 1 durch die Gegend schlagen, was für die eine oder andere Katastrophe sorgt. Aber wie schon von ihm gewohnt, meistert er alles mit einer gehörigen Portion Mut, Charme und schwarzem Humor. Man merkt, dass er sich weiterentwickelt hat. So hat er sich einige Zauber beigebracht, die selbst seinen Meister erstaunen. Aber dafür hängt er mit einigen wesentlichen Dingen hinterher.

Die Story selbst fand ich diesmal etwas vorhersehbar, was mich aber im Nachhinein überhaupt nicht stört. Immerhin gab es 2 verschiedene Fälle im Buch und nur einen konnte man vorhersehen. Außerdem endet das Buch zwar mit einem beendeten Fall, aber auch mit einem wunderbaren Cliffhanger, was bedeutet, dass es auf jeden Fall wieder eine Fortsetzung geben wird! Und das freut mein Peter-Grant-Fanherz ungemein. :)
Nach ein bisschen Recherche weiß ich nun auch, dass es den 3. Teil schon in englischer Sprache gibt. Am 31.7.2012 wird er auch bei uns (in Englisch) erhältlich sein und heißt „Whispers Under Ground“. Der 4. Teil („Broken Homes“) ist übrigens schon in Arbeit und  erscheint 2013 (auch wieder in Englisch). Im Juni 2013 wird der dritte Teil in deutscher Sprache erscheinen.

Alles in allem bietet „Schwarzer Mond über Soho“ wieder eine tolle Geschichte und jede Menge Lesespaß mit reichlich Lachern. Ein Buch, dass ich euch uneingeschränkt empfehlen kann und deshalb gibt es von mir wieder 5/5 Sternen.

Buchinfos

  • „Schwarzer Mond über Soho“
  • Ben Aaronovitch
  • dtv-Verlag
  • Taschenbuch
  • 416 Seiten
  • ISBN 978-3423213806
  • 9,95 Euro

 

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