[Rezension] „Schicksal!“ / S. G. Browne

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Wer würde nicht gern glauben, dass irgend jemand unser Leben lenkt und für uns verantwortlich ist. Das wir nicht schuld sind, wenn etwas schief läuft, denn es ist halt unser Schicksal. Genau dieses „Klischee“ greift Browne in seinem neuen Roman auf.
Unsichtbar für alle Menschen existieren sowohl die 7 Todsünden, als auch die Tugenden und diverse andere Eigenschaften der Menschen als Unsterbliche. Einer davon ist das Schicksal – genannt Sergio. Auf der Erde wandeln sie in Menschengestalt und sehen damit aus wie Du und Ich. Bis auf ein bisschen extravagante Kleidung vielleicht, wie die von Bestimmung. In „Schicksal!“ dreht sich alles um Sergio, der sich nun schon seit 260.000 Jahren mit den Menschen rumschlägt. Alles wäre wohl gar nicht das Problem, würden sich die Menschen nicht,  wie Sergio sagt, wie Karnikel auf Viagra vermehren. Wie soll man sich auch um inzwischen 5,3 Milliarden Menschen richtig kümmern können und jedem bei Geburt sein eigenes Schicksal zuweisen? Und so ist Sergio gefrustet. Weil die Menschen nie das tun, was sie sollen. Weil die Arbeit nervt. Weil alle anderen ein viel besseres Leben haben als er.
Doch eines Tages lernt er Sara kennen. Sie befindet sich auf dem Pfad der Bestimmung und ist damit für Sergio absolut tabu, aber trotzdem kann er die Finger nicht von ihr lassen. Es kommt wie es kommen muss – Sergio will sein Leben und das seiner Menschen ändern, denn schließlich sollen sie genauso glücklich sein wie er. Und bei ein paar Menschen fällt das sicher nicht auf – denkt er. Doch das ist eine folgenschwere Fehleinschätzung, denn Einmischungen in das Leben der Menschen sind streng verboten. …

Schicksal - Cover

Ich lese immer mal wieder ganz gern ein paar Leseproben und denke bei vielen Büchern, dass sie zwar ganz nett klingen, aber das war es dann auch schon. Bei „Schicksal!“ war das anders. Kaum ein Buch wollte ich in letzter Zeit so unbedingt und dringend lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht. …. Allein schon die Aufmachung des Buches ist anders. Kommt es doch als Taschenbuch, aber mit viel dickerem Einband. Auch sind die Ecken abgerundet – ein Fakt, den ich generell schon lange an englischen Büchern liebe und hier immer vermisst habe.
Man stolpert direkt in die Geschichte mit dem verbitterten Sergio und erlebt alles auch aus seiner Perspektive. Ein bisschen typisch Mann  ist auch der Erzählstil. Kurz, klar, verständlich und in der für Sergio typischen zynisch-witzigen Art.
Schonungslos zeigt er die schlechten Eigenschaften der Menschen auf, die sicher nur auf einen Teil der Menschheit zutreffen, aber  doch absolut wahr sind.
Im ersten Moment wirkt die Story total überdreht und irgendwie ist sie das auch. Aber sie ist gut. Ich konnte mich gar nicht mehr vom Buch trennen und hab mit Sergio gelacht, geweint und gestaunt. Obwohl vieles im Buch eher leicht und locker thematisiert wird, bringt das Buch doch einen erstaunlichen Tiefgang mit sich – so man ihn denn erkennen will. Durch Sergio’s Art, alle Menschen über einen Kamm zu scheren, kann man entweder abgeschreckt sein oder sich auch selbst überprüfen. Bin ich auch jemand, für den nur noch Shopping zählt? Dem alles andere egal ist? Ein Opfer der Konsumwelt?

„Schicksal“ ist – wie man auch immer wieder an verschiedenen Rezensionen sehen kann – ein Buch, dass polarisiert. Entweder man mag es oder auch nicht. Man muss sich auf die Geschichte einlassen können, ansonsten wird man es wohl nur (völlig zu unrecht, wie ich finde) als geballten Schwachsinn empfinden.
Ich für meinen Teil habe es geliebt und kann es jedem nur empfehlen. Es liest sich schnell und flüssig und ist perfekt für kalte Winterabende vor dem Kamin!

Von mir gibt es 5/5 Sternen!

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