[Rezension] „Manhattan 212“ – Alafair Burke

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Der inzwischen schon 2. Fall für Elli Hatcher beginnt gute 6 Monate nach Ende des ersten Buches. Elli ist in der Mordkommission geblieben und hat einen neuen Partner bekommen. Rogan. Gemeinsam ermitteln sie in einem Mordfall in einem Haus namens Manhattan 212. Der Bodyguard eines berühmten Immobilientycoons wurde in der Firmenwohnung erschossen. Die Frau, die die Polizei benachrichtige, ist verschwunden. Elli und Rogan kommen keinen Schritt vorwärts, denn Mr. Sparks, Besitzer der Wohnung, mauert total und versucht alles, um die Ermittlungen gegen ihn oder in seine Richtung zu verhindern.

4 Monate später passiert ein weiterer Mord, der mit dem ersten Fall im ersten Moment rein gar nichts zu tun hat. Megan, eine junge Studentin, erhält anonyme Drohungen, doch die Polizei kann ihr nicht helfen. Einen Tag später wird sie in ihrer Wohnung umgebracht. Doch zunächst ist nicht klar, wer das eigentliche Opfer ist – sie oder ihre Mitbewohnerin Heather, die nur knapp überlebt. Am gleichen  Tag passiert ein weiterer Mord – diesmal an einer Katie, einer Frau, die ab und an als Escort-Girl arbeitete. Sie wird ermordet in einem Hotelzimmer aufgefunden.
Die Ermittlungen gehen in alle Richtungen, doch auch hier tappen die Ermittler mehr oder weniger im Dunkeln. Sparks mauert auch weiterhin und die Fälle werden immer mysteriöser. Denn irgendwie hängen die Toten fast alle miteinander zusammen.  …

Cover

Einen 2. Roman über eine Hauptperson eines Buches zu schreiben ist nie einfach und weckt gewisse Erwartungen – zumindest in mir. Leider wurde keine davon erfüllt.
Rückblende zum 1. Fall: Elli’s Partner kam bei den Ermittlungen ums Leben, sie wurde indirekt beschuldigt. Sie verließ die NYP um zu überlegen, ob sie überhaupt noch weiter als Polizistin arbeiten wolle. Sie nahm sich eine Auszeit und fuhr zurück in ihr Elternhaus, um den (für sie) immer noch ungeklärten Tod an ihrem Vater zu untersuchen. Die Situation mit ihrem damaligen Lover (oder Fast-Freund?), dem Journalisten, blieb ungeklärt.
„Manhattan 212“ hat mit dem ersten Fall überhaupt nichts zu tun. Wer auf eine Rückblende zu der Zeit nach ihrem ersten Job in der Mordkommission wartet, wird enttäuscht werden. Auch zu den Ermittlungen über ihren Vater erfährt man nichts – lediglich einen kurzen Satz, dass sie sich nun mit dem Tod bzw. Selbstmord abgefunden hat. Der 2. Fall nun könnte auch der erste von irgendwas ganz anderem sein oder völlig allein stehen – keiner würde es merken. Einzig Elli’s Bruder Jess ist geblieben.

Geblieben ist der Schreibstil – locker, gut zu lesen und leicht verständlich. Teilweise erinnerte mich dieses Buch im Aufbau an „Online wartet der Tod“, den ersten Fall von Elli. Nur kamen dort sehr viel weniger Personen vor und vor allem war das Buch spannend. Ein Fakt, der mit hier leider völlig fehlt. Der Spannungsbogen ist recht flach und lange Zeit geht es immer wieder nur um die Ermittlungen und das sie nicht voran kommen. Schon in der Mitte des Buches wünschte ich mir, dass sie doch endlich mal auf den Punkt kommen sollten. Am Ende wurde es zwar noch mal 2 Seiten halbwegs spannend, aber das konnte das gesamte Buch nicht mehr retten. Ich hatte lange Zeit eine Vermutung, wer es gewesen sein könnte und so kam es auch. Halbwegs zumindest, denn am Ende ist alles doch immer irgendwie komplexer als man denkt.

Interessant fand ich die Nachbemerkung mit den Hinweisen auf echte Fälle. Demnach waren wohl 2 echte Sexskandale Vorlage für das Buch, der Rest mehr oder weniger Erfindung. Auf mich wirkte es zwar alles zusammen passend und auch schlüssig, aber ewig in die Länge gezogen. Und so toll ich den ersten Fall auch fand – der 2. hätte nicht sein müssen. So sehr ich mich auf den zweiten Band gefreut hatte – der dritte ist mir im Moment relativ egal. Erschienen ist er übrigens im Juni auf englisch und heißt „Never tell“.

Von mir gibt es gut gemeinte 3 von 5 Sternen.

Buchinfo

  • „Manhattan 212“
  • Alafair Burke
  • dtv
  • Taschenbuch
  • 448 Seiten
  • ISBN: 978-3423213776
  • 9,95 Euro

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