[Rezension] „Jeden Tag ein Happy End“ – Devan Sipher

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Gavin hat einen Traumjob, denn er arbeitet bei einer großen und renommierten New Yorker Zeitung als Hochzeits-Kolumnist. Dass er dafür aber 80 Stunden pro Woche für einen Hungerlohn arbeitet, erzählt er dabei genauso wenig, wie dass sein Liebesleben praktisch nicht vorhanden ist. Wie auch, wenn man ständig auf Achse ist? Und dabei ist Gavin eigentlich ein totaler Romantiker und wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich die Frau für’s Leben zu finden. Mit 37 wird es dann auch endlich Zeit, findet nicht nur er, sondern auch seine Eltern.
Trotzdem ist er viel zu schüchtern und sieht die Gelegenheiten, sie sich ihm bieten, einfach nicht. Bestes Beispiel ist Melinda, eine junge Frau, die er auf einer Party kennenlernt. Sie verstehen und ergänzen sich sofort, aber Gavin merkt selbst dann nichts, als Melinda noch einmal zu ihm zurückkommt, nur um sich zu verabschieden. Es kommt wie es kommen muss – sie ist weg und er hat weder ihren Nachnamen, noch ihre Telefonnummer. Die nächsten Tage und Wochen verbringt er damit, sie zu suchen und an sich selbst zu arbeiten. Schließlich muss er irgendwann einfach mal aus sich raus kommen und andere Frauen kennenlernen. Die Geschichten „seiner“ Brautpaare sollen ihm dabei helfen.

Alles könnte gut sein, wäre da nicht die neue Hochzeit, über die er schreiben soll. Die Braut ist keine andere als Melinda und ihr zukünftiger Ehemann ein Muttersöhnchen ohne Gleichen. Dabei hat sie etwas viel besseres verdient. Ihn! ….

jeden tag ein happy end

Zugegeben, am Anfang war ich ziemlich skeptisch. Schon wieder jemand, der mit Hochzeiten zu tun hat, romantisch ist und sich nicht traut. Aber schon nach der ersten Seite war alles anders. Devan Sipher schreibt witzig, kurzweilig und süchtig-machend. Schon nach wenigen Seiten taucht man mitten ins Geschehen und in Gavins Leben ein. Man lacht und man leidet mit ihm, man möchte ihn schütteln, weil er sich mal wieder nicht traut oder an seinen Prinzipien festhält. Ich für meinen Teil hätte am liebsten stundenlang und in einem Rutsch das Buch gelesen (geht nur mit kleinen Kindern so schlecht).

Als Leser erlebt man die Geschichte aus Gavins’s Sicht, was absolut genial ist, da das Buch von einem Mann geschrieben wurde. Besonders lesenswert sind dann solche Textpassagen, in denen Gavin über die Umständlichkeit der Frauen und ihrer Gedanken nachdenkt. Recht hat er ja eigentlich, denn wir Frauen machen alles manchmal ganz schön kompliziert. Aber es aus der Sicht eines Mannes zu lesen, macht dann gleich wieder richtig Spaß.
Auch ist es tatsächlich etwas anderes, ob ein Mann dem Protagonisten seine Gedanken und Worte leiht oder eine Frau. Gavin kommt zum einen sehr sympathisch, aber vor allem ehrlich rüber. Er redet nicht in Schnörkeln, die viele Autorinnen ihren männlichen Protagonisten unterschieben, sondern einfach und klar.

Die Story selbst ist simpel, vermisst aber trotzdem nicht einen gewissen Tiefgang. Muss man sich wirklich von seiner Arbeit auffressen oder alles gefallen lassen? Wird man, nur weil man heiratet, unweigerlich so wie seine Eltern? Man kann es (wie so viele Bücher) als seichte Unterhaltung betrachten, sich aber auch eine Menge an Weisheiten rausziehen, so man denn nur will. Man sollte sich allerdings von der Beschreibung des Buches nicht täuschen lassen, denn tatsächlich geht es relativ wenig um die Suche nach Melinda, viel mehr um die Suche nach sich selbst und dem, was wirklich wichtig ist.
Für mich war das ganze Buch ein Volltreffer, denn die Geschichte ist witzig, romantisch und liest sich gut und schnell. Einzig das Ende passte nicht so ganz zum Rest. Es wirkte tatsächlich so, als hätte der Autor seine Mindest- (oder maximale? ) Seitenanzahl erfüllt und musste nun ganz schnell fertig werden. Auch jetzt noch hinterlässt es einen komischen Nachgeschmack und Fragen, trübt aber trotzdem den Lesespaß insgesamt nicht wirklich.

Ich liebe es und von mir gibt es mal wieder volle 5/5 Sternen und eine Leseempfehlung!

Buchinfo

  • „Jeden Tag ein Happy End“
  • Devan Sipher
  • Taschenbuch
  • dtv
  • 320 Seiten
  • 978-3423214216
  • Erscheinungstermin: 1. Februar 2013
  • 9,95 Euro

 

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