[Rezension] „Ich mach, was ich will – ich bin doch noch klein!“

Hier gibt es noch mal alle Infos zum Buch, dem Autor und Illustrator.


Die Geschichte
Lara ist 3 und hat alle möglichen verrückten Ideen im Kopf. So nimmt sie ein paar Dinge ihrer Schwester, weil sie ihr Puppenhaus ausbauen will. Für einen Piratenschatz muss das alte Silberbesteck der Familie herhalten und als sie eines Samstags früher wach wird, lässt sie ihre Familie schlafen und macht sich selbst Frühstück – bestehend aus Chips, Schokolade und Eis. Doch egal was sie anstellt, ihre Mutter sagt nur „sie ist doch erst 3 Jahre alt“. Lara hat eine gewisse Narrenfreiheit und braucht sich über Konsequenzen keine Gedanken machen. Erst, als sie das komplette Wohnzimmer dreckig macht, bekommt sie ihr Handeln zu spüren und muss saubermachen. Und als sie Leon, die Eidechse ihres Bruders, baden will und ein riesen Chaos verstanstaltet, ist endgültig alles aus …

aus „Ich mach, was ich will – ich bin doch noch klein!“ – © Lappan-Verlag

 

Meine Meinung
Ich liebe dieses Buch. Ich könnte es mir immer wieder und stundenlang ansehen und dabei lachen. Die Geschichte um Lara und erzählt aus der Sicht von Lara wirkt absolut nicht übertrieben, sondern wie mitten aus dem Leben gegriffen. Der Leser erlebt mit Lara insgesamt 6 verschiedene Situationen, in denen Lara einfach sie selbst ist: 3 Jahre, neugierig und teils recht einfach, aber auch ein Schlitzohr in ihrer Sichtweise. Aber sind das nicht alle kleinen Kinder? ;) Und so gehe ich auch nicht ganz konform mit dem Text auf dem Einband, dass Lara absichtlich ausprobiert etwas anzustellen. Sie ist halt ein Kind. Wie man damit umgeht, ist wiederum eine andere Geschichte. Ist doch klar, dass man die Saftpackung hinlegt, um besser sehen zu können. Und wenn man schon eine Piratenkönigin ist, braucht man doch auch einen richtigen Schatz ;)
An einer Situation merkt man allerdings schon recht deutlich, dass ein gewisser Teil durchaus mit Absicht ist:

Tom sagt, es sei mein Fehler gewesen, nicht seiner.
Ich halte die Luft an.

Und ich mache eine winzig kleine Szene.
(Auszüge aus „Ich mach, was ich will – ich bin doch noch klein“ von Thad Krasnesky, © Lappan-Verlag)

Auch als sie grinsend um die Ecke schaut, als ihr Bruder Tom Ärger bekommt, kann man sich auch seinen Teil denken.
Der Schreibstil bzw. Erzählstil von Lara ist super und absolut authentisch. Nichts überflüssiges, sondern eher die recht klaren Ansichten machen einen Großteil des Lesevergnügens aus. Für den Rest sorgen die tollen Bilder.

David Parkins hat einen tollen Job gemacht. Ein Grund, warum ich das Buch so mag, sind wohl auch die großartigen Bilder. Sie sind endlich mal so überhaupt nicht wie andere Kinderbücher, die immer nur aus ganz einfachen Zeichnungen bestehen. Parkins arbeitet viel mit Schattierungen und schafft es auch dadurch schon, eine gewisse Atmosphäre zu schaffen. Doch auch die Gesichtsausdrücke beherrscht er perfekt, wie schon gut auf dem Cover zu erkennen. Von lieb und zuckersüß, über traurig bis hin zu wütend – alles ist dabei und einfach nur zum totlachen. Doch auch die anderen brauchen sich nicht zu verstecken. Oder habt ihr schon mal eine Eidechse im Bikini gesehen?

Insgesamt kann ich gar nicht richtig beschreiben wie toll das Buch ist. Als ich Inhaltsangabe las, erwartete ich etwas lustiges, aber meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Ich würde fast sagen, dass Erwachsene wohl sogar mehr Spaß an dem Buch haben als kleine Kinder. Mein Mann konnte sich sogar nicht vorstellen, dass es ein Buch für kleine (Kinder) ist.  Er dachte es wäre ein „Lehrbuch“ für alle Eltern, Erzieher und co. Damit hat er gar nicht mal so unrecht, denn das Buch ist nicht nur witzig, sondern es lehrt uns Eltern auch, dass man seinen Kindern nicht alles durchgehen lassen sollte.

Ich hoffe, wir schaffen das irgendwann auch, wenn unser Sohn so viel anstellt ;) …

das meint unser 2-jähriger
Ich war überglücklich, dass unser Sohn das Buch von Anfang an toll fand. Er mochte Lara von Anfang an und war von dem Saft auf der ersten Seite total beeindruckt. Schon beim ersten Mal deutete er immer wieder Laras Gesichtsausdrücke, auch wenn es meist auf ein „Auaweh“ hinauslief. Für ihn ist halt noch jedes Weinen mit „Aua“ gleichgesetzt. Beim Vorlesen grinst er fast durchgehend und will immer wieder auf bestimmte Seiten zurück gehen.
Ich würde behaupten, dass er mit seinen 2 Jahren noch zu jung ist, um den Sinn des Buches zu erfassen. Trotzdem würde ich es ihm immer wieder vorlesen (was ich auch täglich tue). Er kann so schon beim Buch anschauen sehen, dass alles seine Grenzen hat und auch Mama und Papa nicht alles mitmachen.

Fazit
Ein tolles Buch mit großartigen Bildern. Es ist einerseits nicht so furchtbar kleinkindgerecht wie die meisten Bücher heutzutage, sondern hat eine gewisse Tiefe – sowohl in den Bildern, als auch in der Geschichte an sich. Andererseits ist es aber gerade durch die lustigen Bilder und die Geschichte absolut für (kleine) Kinder geeignet. Die Geschichte und auch die Umsetzung sind großartig und witzig.
Ich kann nur eins sagen: KAUFEN!

Ein Buch, dass bei uns bestimmt noch ganz oft (vor)gelesen wird und ich wohl in Zukunft sehr oft verschenken werde.

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