[Rezension] „Ich geh doch nicht verloren!“ – Dagmar Geisler

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Lu ist mit ihrer Mama in der Stadt unterwegs und sie wollen eine ganze Menge Dinge besorgen. Doch es ist voll – richtig voll. Lu’s Mama hat ein bisschen Angst, dass ihre Tochter verloren gehen könnte, aber die beruhigt sie. Es würde schon nichts passieren. Warum auch?
Doch es kommt, wie es kommen muss. Während Lu rechts und links schaut und nur auf den roten Mantel ihrer Mutter achtet, merkt sie nicht, dass sie einer völlig fremden Frau in einem roten Mantel nachgeht. Als sie ihren Fehler bemerkt, ist es schon zu spät und ihre Mutter nicht mehr zu sehen. Wie auch, wenn man so klein ist und nur die Beine der Erwachsenen sehen kann?
Sie teilt ihr Unglück mit Roberto, einem kleinen ängstlichen Jungen, der schon einige Zeit vor ihr seinen Vater verlor und auch auf der Suche nach ihm ist. Sie tun sich zusammen und suchen sich Hilfe. Dabei erklärt Lu ihm Schritt für Schritt alles, was man in so einem Fall tun muss bzw. lieber lassen sollte. Gut, dass sie ihrer Mutter immer so gut zugehört hat, denn so finden am Ende alle wieder zusammen.

Cover - ich geh doch nicht verloren

Sein Kind beim Einkaufen zu verlieren ist eine der Ängste von vielen Eltern. Gerade auf völlig überfüllten Plätzen, Straßen oder Einkaufscentern haben (kleine) Kinder oft keine Chance, auf ihre Eltern zu achten und können sie leicht verlieren. Selbst wenn man sich an der Hand hält, ist Kind nicht sicher. Wie schnell wird man angerempelt oder zurückgedrängt und dann ist guter Rat gefragt. Dieses Buch greift genau dieses Thema auf und versucht, Eltern und Kindern 6 Tipps an die Hand zu geben, die Kinder unbedingt befolgen sollten. Diese Tipps sind absolut zweckmäßig und praktisch, reichen sie doch vom Verbleib an Ort und Stelle über Anrufen der Eltern bzw. der Polizei bis hin dazu, mit niemandem mitzugehen, um Hilfe zu bekommen. Lu und Roberto tun das einzig Richtige, denn sie suchen sich mit einer Apotheke einen neutralen und auch viel besuchten Ort, um sich Hilfe zu holen.

Wie schon bei unserem anderen Buch von ihr (Wohin mit meiner Wut?) trifft Frau Geisler das Thema perfekt und kindgerecht, ohne dabei belehrend zu wirken. Der Schreibstil ist einfach und eingänglich und die Illustrationen verdeutlichen sehr gut die Problematik vieler Menschen und kleiner Kinder – sie können dann einfach kaum etwas sehen. Selbst unser Sohn, der bisher immer dachte, nie verloren gehen zu können, redet seit den vielen Bildern aus der Perspektive von Lu ein bisschen anders.

Für mich gehört dieses Buch inzwischen zu einem Standardwerk, dass ich immer und immer wieder vorlese. Zwar nicht täglich, aber doch mindestens 1x pro Woche. Da der Große die Geschichte um Lu jedoch sehr toll findet, ist es kein Problem. Und so ganz nebenbei lernt und verinnerlicht er hoffentlich die 6 wichtigen Schritte und kann sich helfen, falls es doch einmal zum Schlimmsten kommen sollte.
Ganz am Ende des Buches finden sich übrigens alle Schritte bzw. Regeln noch einmal aufgeführt. Zusätzlich gibt es auf der nächsten Seite eine ausführliche Erklärung und Tipps zur Handhabung für alle Eltern.

„Ich geh doch nicht verloren!“ gehört für mich in jeden Haushalt mit Kindern. Jedes Kind sollte unbedingt einige einfache Dinge lernen, damit es sich selbst helfen kann und nicht in Panik gerät. Die einfachste Form ist die der Geschichte, über die man am Ende spricht. Und genau dafür die die Geschichte von Lu perfekt. Wobei ich die Altersempfehlung eventuell ein bisschen nach oben hin erweitern würde, denn von 3-6 Jahren finde ich doch ein bisschen wenig.

Von mir gibt es 5/5 Sternen und eine unbedingte Kauf- und Gesprächsempfehlung!

Buchinfos

  • „Ich geh noch nicht verloren!“
  • Dagmar Geisler
  • Loewe
  • gebundene Ausgabe
  • 32 Seiten
  • Altersempfehlung: 3-6 Jahre
  • ISBN 3785576129
  • Erscheinungsdatum: März 2013
  • 9,95 Euro

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