[Rezension] „Fünf am Meer“ – Emma Sternberg

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Linn ist glücklich, denn neben einem tollen Freund hat sie endlich auch eine richtige Familie. Auch wenn es „nur“ die Familie ihres Freundes ist, so fühlt sie sich doch voll aufgenommen und akzeptiert, arbeitet inzwischen sogar im Reisebüro seiner Eltern. Doch als sie eines Tages ihren perfekten Freund in flagranti mit ihrer Freundin erwischt, bricht ihre ganze Welt zusammen. Da passt es gut, dass sie plötzlich von einer Erbschaft erfährt und so bricht sie Hals über Kopf nach New York auf.
Doch kaum in den Staaten angekommen, muss Linn einige Überraschungen erleben. Das Haus, von dem der Nachlassdetektiv erzählte, liegt nämlich keinesfalls in New York City, wie sie bisher annahm, sondern im Bundesstaat New York, genauer gesagt in den supernoblen Hamptons. Auch ist es kein kleines, verlassenes Häuschen, sondern ein recht Großes und vor allem Bewohntes! Noch vor Jahren war es eine Pension, doch irgendwann blieben die jetzigen fünf Bewohner einfach für immer. Sie haben zwar wenig Geld, sind aber rundum glücklich und zufrieden, denn sie haben einander. Ein Punkt, den auch Linn recht schnell erkennt, als sie entscheiden muss, was mit dem Haus passieren soll. Verkaufen, wie Mr. Cunningham es ihr vorschlägt? In dem Fall hätte sie auf jeden Fall für eine lange Zeit ausgesorgt, doch müssten sich die Bewohner voneinander trennen und überhaupt erst einmal eine neue Bleibe finden. Oder sollte sie das Haus lieber doch behalten? Doch wie soll sie die Steuer und das Honorar des Detektivs bezahlen?

Linn beschließt, erst einmal eine Woche zu bleiben, um alle Dinge zu klären, doch aus einer Woche werden schnell zwei. Sie gewöhnt sich an das Leben mit den liebevoll-schrulligen Senioren und fühlt sich angekommen. Außerdem kann sie so endlich etwas über das Leben ihrer Tante erfahren, denn das war alles andere als langweilig!

Fünf am Meer

Wer hat sich nicht schon einmal ganz weit weg gewünscht, wenn etwas unangenehmes passiert? Linn bietet sich genau diese Chance, als nur wenige Minuten nach dem Drama mit ihrem Freund Mr. Cunningham vor der Tür steht. Sie flieht Hals über Kopf und will nur ganz weit weg. Zugegeben – wirklich realistisch ist dieser Zufall nicht gerade, aber er bietet einen gelungenen Einstieg in die Geschichte von Linn.

Emma Sternberg schuf mit ihrem aktuellen Roman eine wunderschöne Geschichte rund um die Liebe, das Leben, aber auch über Verluste und den Umgang damit. Jeder der Bewohner durfte einmal die große Liebe erleben, verlor sie aber aus verschiedensten Gründen wieder. Ihre Schicksale sind zwar alle einzigartig, haben sie aber doch alle zusammengeführt. Sie berühren, lassen uns als Leser mitfühlen und machen damit auch einen ganz großen Teil dieses sehr charmanten Buches aus. Denn genau das ist es, was mich so in seinen Bann zog. Nicht die Story, die ab einem gewissen Punkt recht schnell erahnen lässt, was genau passieren wird und die eher ruhig und manchmal fast ein wenig seicht ist. Es sind die liebevollen Charaktäre, die man einfach gern haben muss. Die Granatapfel-Manhattans, die man fast schmeckt, genauso wie die salzige Meeresluft. Die malerische und ruhige Umgebung, die man beim Lesen fast vor sich sehen kann.
Und auch wenn man das Buch pessimistisch gesehen vielleicht als langweilig bezeichnen würde, so lebt es doch genau von dieser ruhigen Story. Etwas Spannendes würde gar nicht zu all der Ruhe passen, die Linn und all die anderen dort in den Hamptons finden. Und genau das macht es dann doch wieder sehr authentisch.

Es ist ein wunderbares Buch, mit dem man sich wohlfühlen kann. Das man dank des leichten und doch irgendwie fesselnden Schreibstils schnell lesen und kaum aus der Hand legen mag. Es fällt leicht, für ein paar Stunden in der Geschichte zu versinken und das ist es doch, was ein gutes Buch ausmacht, oder? Man muss es zwar nicht zwingend gelesen haben, aber trotzdem werde ich es bestimmt noch das eine oder andere Mal aus dem Regal ziehen. ….

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Buchinfo

  • „Fünf am Meer“
  • Emma Sternberg
  • Heyne
  • Taschenbuch
  • 464 Seiten
  • ISBN 3453421639
  • Erscheinungsdatum: 9. Mai 2016
  • 9,99€

(Das Buch wurde mir für diese Rezension kosten- und bedingungslos überlassen. Meine Meinung beeinflusst das nicht.)
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3 Kommentare

  1. Nena

    Wieder Mal eine sehr gelungene Rezension Sandra! :)

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    1. Sandra (Beitrag Autor)

      Danke :)

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  2. Anja

    Das Buch ist wirklich schön :) Nehm mir auch jeden Abend vor nur ein paar Seiten weiter zu lesen, aber meist sind es dann ein paar Stunden :D

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