[Rezension] „Frank Einstein – Die Jagd nach dem Blitzfinger“ – Jon Scieszka

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Frank ist nicht nur schlau, sondern ein Genie. Vielleicht liegt es an seinem Nachnamen, vielleicht aber auch in der Familie, denn auch sein Opa Al ist ein Tüftler und Erfinder. Genauso wie bei Opa Al läuft auch bei Frank nicht immer alles rund und gehen Erfindungen manchmal kaputt. Aber wie sagt Al so schön? Manchmal muss auch etwas kaputt gehen, bevor es gut werden kann.
Zusammen mit seinen beiden, von ihm zusammengebauten, Robotern Klink und Klank lebt Frank Einstein immer noch bei seinem Opa, während seine Eltern sich gerade irgendwo mitten in Kanada rumtreiben. Seit dem ersten Teil hat vor allem Klink reichlich dazugelernt, was ihm dank seiner künstlichen Intelligenz nicht gerade schwer gefallen ist. Er liest in sekundenschnelle lateinische Fachbücher, schraubt und bastelt an sich herum und perfektioniert sich selbst, während Klank lieber Greg’s Tagebuch liest. Doch auch er hat eine tolle neue Funktion – kleine Düsentriebwerke an den Füßen. Man weiß ja nie, wofür man sie noch gebrauchen kann.

Während sich das Leben von Frank nicht groß geändert hat, wird es in Midville immer schwieriger. Das Elektrizitätswerk steht unter neuer Leitung und Strom wird seit dem immer teurer. Als der Versuch von Opa Al, seinen eigenen  Strom zu produzieren, mit einem weniger schönen Durchbruch endet, beschließt Frank, dass es Zeit für eine neue Erfindung ist. Er tüftelt an einem Versuch Tesla’s zu kabelloser Energie und will so mit Hilfe seines gerade erfundenen Blitzfingers allen Zugang zu kostenlosem Strom verschaffen. Doch er hat dabei nicht mit T. Edison und seinem genialen Menschenaffen Mr. Chimp gerechnet, die sich als neue Besitzer des E-Werks Midville nicht nur eine goldene Nase verdienen, sondern Frank auch loswerden wollen.  …

Frank Einstein - Die Jagd nach dem BLitzfinger - Cover

Am Ende des ersten Teils erarbeitete sich Frank mit seinem besten Freund und Helfer Watson eine Wissenschaftswand und sie beschlossen, nach und nach alle Themen darauf abzuarbeiten. Nachdem sie den ersten Punkt „Materie“ abgearbeitet haben, wenden sie sich nun der Energie zu und erzählen dem Leser so ganz nebenbei über Newton und Tesla, was Energie überhaupt ist und wie sie produziert werden kann.

Ich tue mich diesmal tatsächlich ein wenig schwer, über das Buch zu schreiben, denn so richtig warm geworden bin ich damit leider nicht. Wie schon im ersten Band beginnt das Buch direkt mit der Geschichte selbst, jedoch steigt man auch sofort „tief“ in die Physik ein. Über große Stellen reiht sich eine Erklärung an die nächste und tritt die Geschichte dabei beim Lesen fast völlig in den Hintergrund. Allein bis Seite 24 weiß der Leser so einiges über positiv und negativ geladene Teilchen, Newton und Tesla, die verschiedenen Energieformen und -Quellen, aber auch die Funktionsweise und den Aufbau von Erdwärme und Windenergie. Im weiteren Verlauf dreht es sich dann aber auch noch um Magneten, Polarlichter und so einiges mehr.
Klingt ein wenig nach einem Lehrbuch oder? Zumindest hatte ich gerade am Anfang beim Lesen tatsächlich das Gefühl, denn die Geschichte um Frank und den Blitzfinger kommt erst nach über einem Drittel des Buches so richtig in Gang. Dann liest es sich allerdings flüssig und spannend und ganz wie ein Kinderbuch. Doch auch dieser Mix passte für mich nicht so richtig. Gedacht ist es für Leser ab 10, was ich gerade bei der Fülle an Informationen auch für absolut nötig halte. Die Story selbst passt für 10jährige sicher super, für 12jährige zum Beispiel könnte sie schon wieder zu simpel sein. Auch gab es ein paar Sprünge im Buch, wo ich kurzfristig an Logikfehler dachte, die sich hinterher allerdings eher als mein Fehler herausstellten. Die Stelle zum Beispiel, als Frank losgeht, um Klebeband von einer Stelle abzureißen und es dann 10 Seiten später plötzlich wirklich (und gefühlt nochmal) tut.
Aber es war gar nicht alles schlecht, denn gerade am Anfang des Buches gibt es einige coole Experimente, die man auch zu Hause gut nachstellen kann. Das mit dem Luftballon, Pfeffer und Salz zum Beispiel: Mit ein wenig Elternhilfe und Bastelsachen zu Hause bekommt man vielleicht aber auch einen Kupferdraht und einen Nagel gewickelt und kann damit eins der Experimente nachbauen. Für reichlich Anregungen sorgt das Buch auf jeden Fall, was ich absolut positiv finde. Und auch sonst ist schon recht früh durch die immer abwechselnden Kapitel mit T. Edison ein Spannungsbogen da. Langweilig wird es garantiert nicht!

Wie schon in Band 1 ist die Schrift recht groß und das Buch reichlich illustriert. Passend zu einem Wissenschaftsbuch gibt es viele technische Zeichnungen mit Erklärungen, die wirklich sehr interessant sind. Gerade ihr Detailreichtum ist aber definitiv nichts für Kinder unter 10. Die verschiedenen Schriftarten machen es auch diesmal wieder leicht, Klink und Klank zu unterscheiden und die vielen lustigen und sehr schönen Zeichnungen lockern das ganze noch mehr auf.

Die Geschichten rund um Frank Einstein haben einen tollen Grundgedanken, denn es geht darum, den Kindern die Welt der Wissenschaften etwas näher zu bringen. Und auch wenn Jon Scieszka es meiner Meinung nach mit der Fülle an Informationen diesmal etwas übertrieben hat – herausgekommen ist ein schönes Kinder-Wissensbuch, das gerade mit seinen einfachen Experimenten dazu anregt, selbst einmal nachzuforschen und selbst auszuprobieren, ob das denn wirklich alles stimmt, was Frank da erklärt.
Wie schon in Band 1 sorgt der umarmungssüchtige Roboter Klank für so manchen Lacher und reichlich Humor im Buch. Er zeigt aber auch, dass auch jemand, den man vielleicht für nicht ganz so clever hält, noch so einiges im Köpfchen hat.

Trotz allem finde ich es für Kinder ab 10 ein lohnenswertes Buch und irgendwie freue ich mich dann doch schon auf den nächsten Teil, in dem es laut Frank’s Wissenschaftswand rund um den Menschen gehen müsste.

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Buchinfo

  • „Frank Einstein – Die Jagd nach dem Blitzfinger“
  • Jon Scieszka
  • Heyne Verlag
  • gebundene Ausgabe
  • 176 Seiten
  • ISBN 3453269799
  • Altersempfehlung: ab 10 Jahren
  • Erscheinungsdatum: 23. November 2015
  • 12,99€

(Das Buch wurde mir für diese Rezension kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Meine Meinung beeinflusst das nicht.)
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