[Rezension] „Es sterben immer drei“ – Rosemarie Bus

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Valerie war ein Miststück. Obwohl selbst aus einer alten Adelsfamilie hatte sie es nur auf Männer und vor allem deren Geld abgesehen. Treue? Fehlanzeige! Schließlich könnte immer ein besserer Fang als der jetzige kommen, um sie auszuhalten. Aber trotzdem – den Tod hatte sie nicht verdient. Das sieht nicht nur Stella so, eine Freundin und ehemalige Arbeitskollegin von Valerie, sondern auch ihre diversen Lover und Freunde. Doch so tragisch ihr Tod auch ist, will man ihn noch zu Geld machen und zumindest ihre Story groß rausbringen: Reporterin in Italien ermordet. Genau deshalb reist Stella nach Umbrien. Und damit ihre Ermittlungen nicht auffallen, bezieht sie das Ferienhaus zusammen mit ihrer Mutter und dem Fotografen Luis.
Die Ermittlungen erweisen sich als gar nicht so einfach, denn die Beziehungen zwischen Valerie’s Freunden und Mitbewohnern sind kompliziert. Da wäre Jochen, ihr Freund. Oder wie böse Zungen behaupten, eher Ex-Freund. Verheiratet ist er noch mit Katharina, will sich aber scheiden lassen. Katharina dagegen erträgt stoisch die diversen Geliebten ihres Mannes und geht davon aus, dass sie sie sowieso alle überlebt. Karl Kleemann ist neben Jochen ein weiterer Bewohner des Ferienhauses, mit Marlene liiert, ein Ex-Mann von Katharina und auch Ex von Valerie. Und auch Renate war mal mit Kleemann im Bett, ist nun aber mit Andreas verheiratet und beide wohnen auch im Ferienhaus „Casa Pornello“. Auch wenn der Name des Ferienhauses eher anrüchig und nach dauerhaftem Sex klingt, stammt er doch von den Vorbesitzern des Hauses, die aus dem Ort Pornello stammten. Während Luis, der gut italienisch spricht, sich im Dorf umhört und überall Klatsch und Tratsch aufschnappt, hält sich Stella an die Bewohner der Casa Pornello und Katharina. Ein paar Informationen bekommt sie auch von Luca, dem gutaussehenden Polizisten.
Bald ist klar, dass fast jeder der Männer ein Motiv gehabt haben könnte, denn Valerie hat sie alle belogen. Statt Antworten zu finden, tauchen immer mehr Fragen auf. Wer ist der Vater von Valerie’s Zwillingen? Was hat es mit den Ermittlungen zu gepanschtem Olivenöl auf sich,  die Valerie betrieb? Steckt die Mafia vielleicht sogar hinter dem Mord an  ihr? Wurde sie zu unbequem?

Ein „Krimi“, der perfekt zur nahenden Urlaubszeit passt. Der Schauplatz Italien macht Lust auf Urlaub, Sonne und eine Auszeit. Rosemarie Bus versteht es blendend, ein Urlaubsfeeling aufkommen zu lassen und so wirkt das Buch fast ein bisschen entspannend. Genauso gemütlich, wie man es im Urlaub normalerweise angehen lässt, zieht sich die Geschichte. Es passiert nichts wirklich spannendes oder mitreißendes. Stella’s Mutter sorgt mit ihren oft bissigen Kommentaren ab und an für ein bisschen Witz. Und auch wenn der Schreibstil locker und leicht ist, wunderte ich mich oft, wie schwer bzw. langsam ich doch mit Lesen voran kam. Die Verwicklungen der verschiedenen Paare und deren gemeinsame Vergangenheit mögen zwar am Anfang ganz spannend sein, ermüden aber nach einer gewissen Zeit. Da schafft auch die Einstreuung von verschiedenen Mafia-Theorien keine wirkliche Besserung. Es gibt keine spannenden Wendungen, der ganze Plott bleibt ein Stück weit vorhersehbar. Selbst der Mörder war am Ende wirklich der, den ich mir schon zu Anfang gedacht hatte.
Ich denke, man hätte aus der Geschichte sehr viel mehr rausholen können. Vieles verläuft einfach so im Sande – gerade am Ende. Leider stehen aber die zwischenmenschlichen Beziehungen immer wieder sehr viel mehr im Vordergrund als alles andere.

Für mich war es ein Buch, dass zwar gut zu lesen war, aber man schnell wieder vergessen hat. Immerhin hatte ich allerdings nie das Bedürfnis, das Buch ganz abzubrechen. Ist ja auch schon mal was. ;) Somit gebe ich noch 3/5 Sternen. Mehr sind leider nicht drin.

Buchinfo

  • “Es sterben immer drei”
  • Rosemarie Bus
  • dtv-Verlag
  • Taschenbuch
  • 384 Seiten
  • ISBN: 3423213647
  • Leseprobe (Seite des dtv)
  • 9,95 Euro

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