[Rezension] „Die letzte Nonne“ – Nancy Bilyeau

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England im Jahre 1537 – Tudor-Zeit. Heinrich der VIII. ist an der Macht und verfolgt unbarmherzig Katholiken und jeden, der sich seiner Macht in den Weg stellt. Kloster werden enteignet, aufgelöst und zu Geld gemacht. Menschen werden auf Scheiterhaufen verbrannt oder gehängt. In dieser Zeit beschließt die 26jährige Joanna Stafford, als Novizin ins Kloster einzutreten und ihr Leben ganz dem Dominikanerorden zu widmen. Eigentlich aus reichem und sehr einflussreichem Haus wurde ihre Familie inzwischen vom Königshof verstoßen. Ihr guter Name ist nichts mehr Wert – eher im Gegenteil.
Die Geschichte um Johanna beginnt mit der Reise zu ihrer Cousine Margaret bzw. zu deren Verbrennung auf dem Scheiterhaufen. Dort trifft sie unverhofft ihren Vater wieder. Es kommt zu einem Zwischenfall und Johanna und ihr Vater werden festgenommen und in den Tower von London gebracht. Nach Monaten der Inhaftierung kommt Johanna frei und darf zurück ins Kloster. Doch das alles nicht ohne Gegenleistung, denn Bischof Gardiner verlangt beim Leben ihres Vaters, dass Johanna eine heilige Reliquie für ihn findet. Die Krone von Athelstan muss irgendwo im Kloster des Dominikanerordens versteckt sein – dessen ist er sich ganz sicher.
Johanna bleibt keine Wahl will sie ihren Vater retten. Sie kehrt zusammen mit 2 weiteren Brüdern ins Kloster zurück und versucht sofort, alles über die Hintergründe von Athelstan und der Krone herauszufinden. Doch anscheinend ist sie nicht die einzige, die nach der Krone sucht.  …

Die letzte Nonne - Cover

Mein Verhältnis zu historischen Romanen ist ja eher gespalten. Ich lese sie ganz gern, wenn es dabei bloß nicht um die typischen Klischees geht – Frauen verkleiden sich zu Männern, Frauen schmachten Mann an weil Mann der Held. Glücklicherweise ist „Die letzte Nonne“ da völlig anders.
Selten hat mich ein historischer Roman so begeistert, war so spannend zu lesen. Schon nach ein paar Seiten war ich völlig in einer anderen Zeit gefangen und fieberte mit Joanna mit. Nancy Bilyeau versteht es perfekt, eine spannende Geschichte zu erzählen, ohne dabei auf die Tränendrüse zu drücken oder sich sonstiger Klischees zu bedienen. Und so ganz nebenbei lernt man noch eine ganze Menge über die Zeit damals, die geschichtlichen Hintergründe und auch das Königshaus mit seinen diversen Verstrickungen. Kaum zu glauben, dass Frau Bilyeau bis zu ihrem Werk selbst noch nie einen historischen Roman gelesen hat! Aber vielleicht ist auch genau das ihr Erfolgsgeheimnis.
Laut Amazon ist es einfach nur ein schlichter historischer Roman, laut Buch ein historischer Thriller. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Auch wenn man eins sagen kann: Spannend ist es! Und das von der ersten bis zur letzten Seite! Immer wieder neue Hintergründe und Wendungen  sorgen dafür, dass es garantiert nicht langweilig wird und man mehr oder weniger bis zum Schluss immer wieder seine zurechtgelegte Theorien über den Haufen wirft.

Der Schreibstil ist locker und leicht und macht absolut süchtig. Es fiel mir schon von Anfang an schwer, das Buch auch nur für ein paar Minuten bei Seite zu legen. Und genau so soll es ja auch sein. Die geschichtlichen Hintergründe sind zwar reichlich und ausführlich, halten sich dabei aber doch dezent im Hintergrund der Geschichte. Auch ist die Sprache absolut lesbar, oft sogar völlig normal. Nichts hasse ich mehr als historische Romane, in denen man jeden gesprochenen Satz 3x lesen muss um ihn zu verstehen.

Kurz gesagt – „Die letzte Nonne“ bietet Spannung, einen sehr gut recherchierten geschichtlichen Hintergrund, authentische und vor allem sehr sympathische Protagonisten und ein hohes Maß an Lesespaß.
Ein Buch, dass ich euch wieder guten Gewissens empfehlen kann und für das ich sehr gern 5/5 Sternen gebe!

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