Rezension – Die Kochkünstlerin

Seit der Ermordung Ihrer Eltern lebt Giulia im Kloster Santa Susanna. Anders als ihre Schwester, die freiwillig Nonne wurde, arbeitet sie in der Klosterküche. Im gleichen Kloster wohnt auch die leibliche Tochter des Kaisers. Tadea. Als eines Tages der Kaiser Tadea zu sehen wünscht, reisen Giulia und ihre Schwester Anna mit nach Bologna. Giulia hofft hier, ihre erste und einzige Liebe Oreste wiederzusehen. Um in den Palast zu gelangen, verkleidet sie sich als Küchenjunge und wird Lehrling in der Palastküche.

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Ich habe vor langer Zeit aufgehört, historische Romane zu lesen. Sie waren mir einfach immer viel zu vollgepackt mit Geschichte und Hintergrundwissen. Die Kochkünstlerin sollte mein Wiedereinstieg werden. Und der ist auf jeden Fall gelungen.

Alles in allen ist die Geschichte nicht neu. Es gibt schon soooo viele Romane, in denen Frauen in Männerkleider schlüpfen. Doch wurde das Thema gut umgesetzt. Anhand des Klappentextes hatte ich mehr „Küche“ erwartet. Implizierte es doch, dass sie die Kunst des Kochens erlernt und man etwas über die Zubereitung bzw. Rezepte der damaligen Zeit erfährt. Tasächlich schleppt sie aber hauptsächlich Säcke durch die Gegend, schnippelt Gemüse und erledigt die niederen Aufgaben. Wenn dann doch der Name eines Gerichtes fällt, bleibt es auch nur beim reinen Namen. So passen auch für mich die Rezepte am Schluss nicht so recht ins Buch. Auf mich wirken sie völlig zusammenhangslos hinter den Roman angefügt und ein bisschen wie eine Entschädigung für das verlorene Kochthema.

Insgesamt liest sich das Buch sehr gut. Der Schreibstil ist flüssig, ich war sehr schnell in der Geschichte drin. Sehr angenehm fand ich, dass sämtliche geschichtliche Hintergründe in das Vor- und Nachwort ausgelagert wurden. Die Geschichte wird sowohl aus Sicht von Giulia, als auch Paul Le Drens erzählt, was das ganze sehr abwechslungsreich macht. Die Autorin bleibt in der ganzen Geschichte recht oberflächlich. Allerdings empfand ich das nicht als störend. Im Gegenteil, denn so ist es kurzweilig und unterhaltsam. Ein bisschen zu kurz kam für mich aber die eigentlich spannendste Szene.

Fazit: Ein angenehmes Buch zum Schmökern. Wer einen netten historischen Liebesroman sucht, ist hier genau richtig.

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