[Rezension] „Der böse Ort“ – Ben Aaronovitch

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„Der böse Ort“ ist der 4. Teil einer Serie rund um den londoner Zauberlehrling Peter Grant. Um dieses Buch zu verstehen, sollte man die ersten 3 Teile oder zumindest die ersten beiden Bücher gelesen haben. Es geht zwar auch ohne, jedoch baut es auf viele Geschehnisse und auch Personen aus der Vergangenheit auf.

Inzwischen ist Peter schon über ein Jahr im Folly und auch Lesley ist bei ihnen geblieben. Immer noch sind sie auf der Jagd nach dem Gesichtslosen, auch wenn ihre Suche immer wieder durch neue magische Zwischenfälle unterbrochen wird. Zum Beispiel durch das Buch über alte Magie, das jemand bei einem Buchhändler zu verkaufen versucht. Oder der Frau ohne Gesicht, die tot in einem Waldstück gefunden wird. Oder dem vermeintlichen Selbstmord in der U-Bahn. Nach und nach verdichten sich diese und andere Fälle, und weisen auf Skygarden Tower hin – ein architektonisches Meisterwerk an Hochhaus, dass vom etwas seltsamen Erik Stromberg geplant wurde. Einem Mann, der sich früher mit Magie beschäftigte.

Die Ermittlungen führen sie quer durch London und Umgebung und am Ende kommen sie nicht umhin, selbst in das seltsame Gebäude einzuziehen ….

Das Cover von "Der böse Ort"

Nachdem der 3. Teil eher durchwachsen war, konnte ich es diesmal kaum erwarten, den neuen Band in der Hand zu halten. So ein klein wenig wiederholt sich das Muster vom letzten Band, denn auch hier dauert es eine Weile, bis die Geschichte an Fahrt gewinnt. Peter und Lesley werden zu verschiedenen Fällen gerufen, die zuerst alle für sich stehen. Nach und nach finden sie Zusammenhänge und deuten auch den Gesichtslosen mit herein.

Natürlich gibt es ein Wiedersehen mit diversen anderen Personen aus vorangegangenen Bänden. Zach wird zum häufigen Gast und auch Beverly, die inzwischen bei den Flussgöttern lebt, spielt eine Rolle. Wo sie ist, sind natürlich auch die anderen Flussgötter nicht weit, auch wenn es diesmal ein bisschen so wirkt, als wären sie extra in diese Geschichte hineinkonstruiert wurden. Einen größeren Part bekam dafür die geheimnisvolle Varenka, die Peter und Lesley schon im letzten Band nicht geheuer war.

Im Vergleich zum Anfang hat Peter sich deutlich weiterentwickelt und ist nicht mehr so tollpatschig und auch Lesley wirkt bei weitem sympathischer und „gewachsener“. Sie sind ein eingespieltes Team, wobei sich Peter immer noch lieber dem Erforschen von Hintergründen als dem Lernen neuer Zaubersprüche widmet.

So ein klein wenig hadere ich diesmal mit mir und dem Buch. Auf der einen Seite fand ich es nach einer anfänglichen Durststrecke super, auf der anderen Seite eher so „na ja“. Wie immer schreibt Aaronovitch flüssig und witzig und größtenteils recht spannend, wobei sein trockener und oft bissiger Humor vieles aufwertet. Trotzdem hat die Geschichte um Peter Grant für mich ein klein wenig seine Leichtigkeit vom ersten und zweiten Band verloren. Zum einen ist das sicherlich durch die erwachsen gewordenen Protagonisten begründet, aber gerade Peters Unüberlegtheit machte eigentlich immer richtig Spaß. Inzwischen stehen dagegen häufig die Ermittlungen im Vordergrund, auch wenn Peter immer noch den einen oder anderen Bock schießt.

Trotzdem komme ich von Peter und dem Folly einfach nicht los und hatte meinen Spaß beim Lesen. Auch bin ich jetzt schon sehr gespannt, wie es in Teil 5 weitergeht – das Ende diesen Bandes versprach auf jeden Fall so einiges.
Und eine Leseempfehlung gibt es natürlich trotzdem wieder – die ganze Story macht einfach zu viel Spaß. ;)

Buchinfo

  • „Der böse Ort“
  • Ben Aaronovitch
  • dtv
  • Taschenbuch
  • 400 Seiten
  • ISBN 978-3423215077
  • Erscheinungsdatum: Ende April 2014
  • 9,95 Euro

 

Das Buch wurde mir für diese Rezension kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Meine Meinung beeinflusst das nicht.

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