[Rezension] „Das wilde Mäh und die Irgendwo-Insel“ – Vanessa Walder

*Enthält Werbung*

(Dies ist der dritte Teil der Kinderbuchserie rund um die Abenteuer des kleinen Wolfs Widders Ham. Es ist zwar eine in sich abgeschlossene Geschichte, die man theoretisch auch allein lesen könnte, allerdings macht es mit dem Wissen um die Charaktäre aus Teil 1 und 2 viel mehr Spaß und auch Sinn!)

Frauen können ganz schön nerven – das muss Ham, der kleine Widder im Wolfspelz immer wieder feststellen. Egal ob es seine Schwester Feder ist, die ihn rumkommandiert oder Tupfer, die seinem besten Freund Flöckchen ein neues Revier aufschwatzen will. Doch am schlimmsten von allen ist dabei Grazia, die Gämse, die den Freunden aus den Bergen zurück in den Wald gefolgt ist. Dabei könnte alles so schön und vor allem entspannt sein – jetzt, wo die Monster verschwunden und der Wald gerettet ist.
Grazia ist da allerdings ganz anderer Meinung, denn für sie fehlt eins ganz entscheidend: Abenteuer! Schon eine gefühlte Ewigkeit liegt sie Ham damit in den Ohren, endlich ein neues Abenteuer zu suchen. Vielleicht sollten sie zum Rand der Welt gehen? Oder doch lieber ein eigenes Revier erobern? Er kann sich doch unmöglich auf seinen beiden letzten Heldentaten ausruhen wollen! Grazia versteht die Welt nicht mehr, denn in ihren Augen müsste Ham nun ein Abenteuer nach dem anderen bestehen und nach Möglichkeit schon beim Ersten unsterblichen Weltruhm erreichen.
Ham dagegen ist von Grazia ganz unglaublich genervt und wären da nicht ein nächtliches Erlebnis mit Rhea und eine schockierende Nachricht für Flöckchen, dann würde Grazia ihn bestimmt auch heute noch nerven. So jedoch stolpert der (immer noch) kleine Widder doch wieder in ein neues Abenteuer.

Diesmal begeben sich die beiden Freunde Ham und Flöckchen auf die Suche nach der Insel der Sonne und natürlich werden sie dabei von Tupfer und Grazia verfolgt. Dabei müssen sie durch den ehemals lieblichen, nun verfluchten, Wald, sie treffen alte Bekannte und finden neue Freunde. Sie treffen geschichtenerzählende Wisente und andere Exoten und zwischendurch findet Ham sogar ein eigenes Haustier. Doch irgendwann steht er vor einer Entscheidung, die seinen ganzen Mut erfordert. ….

Das wilde Määäh und die Irgendwo Insel - Cover

Achtung Spoilergefahr! Wenn du dich beim Lesen überraschen lassen möchtest, solltest du ab hier die ersten beiden Blöcke überspringen!)

Eigentlich könnte Ham glücklich sein und sich ausruhen. Er hat zwar seine richtige Mama und auch seinen Papa gefunden, doch wirklich zu Hause fühlt er sich nur bei seinem Wolfsrudel mit Mama Rhea. Und so kommt es für ihn auch gar nicht in Frage, dass Rhea wegen Papa Kip’s Verschwinden traurig ist. Als er sich dann einige Tage später eine wilde Verfolgungsjagd mit Flöckchen liefert, wird schnell klar, dass das Abenteuer Ham gefunden hat und die beiden machen sich spontan auf die Suche nach der Insel der Sonne, Papa Kip und Flöckchens richtigen Eltern. Wie toll wäre es schließlich, wenn sie zu fünft nach Hause zurückkehren könnten!

Mit ganz viel Witz und Herz erzählt Vanessa Walder im dritten (und leider letzten) Teil vom Erwachsenwerden in all seinen Facetten, aber auch von Abschied, Trauer und dem Loslassen. Als Leser leidet man mit Flöckchen, dessen bisheriges Leben von einer auf die andere Minute in Scherben liegt und der daraufhin panisch die Flucht ergreift. Genauso zittert man bei den Verfolgungsjagden oder beim irren Kichern im verfluchten Wald, lacht einige Zeit später bei der Otter-Einbürgerung und nickt wenig später bei den klugen Kommentaren von Cyrano.
Es ist eine unglaublich vielseitige und sehr spannende Geschichte, die weit über das normale Freundschafts- und Familienschema hinaus geht und genau das macht sie auch so wunderschön und reizvoll. Die Autorin versteht es meisterhaft, ein schwieriges Thema so locker-leicht und mit Witz zu verpacken, dass man zwar traurig, aber doch mit einer gewissen glücklichen Befriedigung zurückbleibt und sogar noch einige Weisheiten daraus ziehen kann. Vor allem Cyrano ist hier großartig, ohne zu weit ins Detail gehen zu wollen.
Gerade weil das Thema aber etwas komplexer und nicht nur „Friede-Freude-Eierkuchen“ ist, sollte man Ham’s Geschichte nicht zu kleinen Kindern vorlesen, denn sie würden dem Thema noch nicht so wirklich folgen können bzw. einige Entscheidungen sicher auch nicht richtig verstehen. Unser 4jähriger reagierte hier auch völlig anders als der fast 7jährige, der es mit traurigem Verständnis aufnahm.

Wie die anderen Teile auch liest sich das Buch sehr flüssig. Ihrem bisherigen Stil treu bleibend haben auch diesmal die Tiere, die außerhalb des Wilden Waldes leben, einen ganz eigenen Dialekt, was vor allem meine Jungs großartig finden. Ich eigentlich auch, wenn ich nicht immer entsprechend vorlesen müsste. ;) Kleine Zeichnungen ergänzen die Geschichte und runden das Leseerlebnis ab.

„Das wilde Määäh und die Irgendwo-Insel“ ist ein großartiges Buch und ein sehr gelungener Abschluss einer sehr schönen Kinderbuch-Reihe. Es ist von allen dreien das anspruchsvollste, aber auch das spannendste Buch, das selbst mir beim Lesen die eine oder andere Träne ins Auge trieb.
Unbedingte Kaufempfehlung!

*

Buchinfo

  • „Das wilde Määäh und die Irgendwo-Insel“
  • Vanessa Walder
  • Loewe-Verlag
  • gebundene Ausgabe
  • 192 Seiten
  • Altersempfehlung: 8-10 Jahre
  • ISBN: 3785582137
  • Erscheinungsdatum: 8. März 2016
  • Info auf der Verlagsseite: klick

(Das Buch wurde uns für diese Rezension kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Unsere Meinung beeinflusst das nicht.)
* Affiliate-Link

1 Kommentar

  1. Luise

    Hey Sandra,

    wir haben das Kinderbuch ebenfalls für unseren kleinen gekauft und er war ganz begeistert davon und hat viel gelacht. Wir können es nur weiterempfehlen.

    Grüße Luise

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.