[Rezension] „Das wilde Määäh“ – Vanessa Walder

Das Ham ein bisschen anders ist als seine Brüder und seine Schwester, bemerkt er selbst noch am wenigsten. Die Waldbewohner und auch sein Freund der Bär dagegen wissen es längst. So isst er lieber Kräuter und Gras, als mit dem Rudel auf die Jagd zu gehen. Und überhaupt – ein Tier reißen? Jagen gehen? All das ist überhaupt nichts für Ham. Er kann ja nicht einmal so lange und ausdauernd wie seine Geschwister rennen. Und doch ist er ein Wolf. Oder etwa nicht? Er hat doch genauso ein schwarzes Fell wie sie und das Wolfsrudel ist schließlich seine Familie!

Eines Tages jedoch erfährt er von seiner Ziehmutter Rhea die Wahrheit und beschließt sofort, dass er seine richtige Mutter finden muss. Für ihn steht es außer Frage, dass er in den Wald zurückkommen wird, aber zuerst muss er wissen, warum seine Familie ihn nicht haben wollte. Warum er mitten im Wald ausgesetzt wurde. Und was für ein Tier er überhaupt ist.
Seine Familie und all seine Freunde lässt er dabei im Wald zurück, auch wenn ihm nach einer Weile gar nicht mehr so wohl dabei ist. …

Viel mehr möchte ich eigentlich gar nicht verraten, sonst macht nachher das selbst Lesen gar keinen Spaß mehr. ;)

Cover - Das wilde Mäh

Hat man zuerst den Text auf der Buch-Rückseite gelesen, weiß man natürlich sofort, was Ham in Wirklichkeit ist. Auch am Coverbild kann man es wunderbar erkennen, auch wenn die Zeichnung nicht ganz typisch ist. Meine Kinder haben es tatsächlich nicht erkannt, was mich aber ehrlich gesagt auch gewundert hat.

Der Anfang, nein eigentlich das ganze Buch ist unglaublich toll, süß und witzig geschrieben. Direkt am Anfang erfährt der Leser, wie Ham überhaupt im Wald landete und wie er zu seinem Namen kam. Damals wollte das herrenlose Tier noch jeder Fressen – selbst seine spätere Schwester Feder fragte mit einem „Ham?“ ihre Mutter, ob er essbar wäre. Sie konnte nicht ahnen, dass sie ihm damit unfreiwillig seinen Namen gab und er bald zu ihrer Familie gehören würde.

Doch auch die anderen Waldbewohner lernt man recht schnell kennen. Den bösen Fuchs, vor dem jeder Angst oder zumindest Respekt hat. Den netten Bären, der Ham später immer ein paar Kräuter zum Fressen stehen lässt, aber auch den Kuckuck, das vergessliche Eichhörnchen, den Rehbock mit dem gehassten Namen Flöckchen und viele mehr. Alle haben sie ihre Eigenarten und sind genau deshalb auch so unglaublich sympathisch und liebenswert. Man muss sie einfach gern haben (außer den Fuchs vielleicht).
Keines der Tiere ist um einen lustigen Spruch verlegen und das eine oder andere Mal musste selbst ich beim Vorlesen laut lachen und auch sonst fast immer breit Grinsen. Auch der 4jährige hat sich beim Lesen jedes Mal prächtig amüsiert und konnte gar nicht genug von der Welt der Waldtiere bekommen.

Die Geschichte unterteilt sich in viele kurze Kapitel, die sich mit jeweils etwa 10-15 Seiten auch sehr gut als Gute-Nacht-Geschichte eignen. Bei uns war es dann allerdings immer recht schwierig, ein Ende zu finden, denn der Große fand es immer viel zu spannend und wollte unbedingt wissen, wie es denn weitergeht. Schlussendlich las ich das Buch das erste Mal in 2 oder 3 Teilen vor und auch die nächsten Male änderte es sich nicht wirklich. Inzwischen habe ich „Das wilde Määäh“ schon viele Male vorlesen müssen und beide Kinder lieben es wie am ersten Tag.
Sehr ausgiebig angeschaut werden hier übrigens auch die wunderschönen schwarz-weiß Zeichnungen, die in der Regel auf jeder zweiten Doppelseite zu finden sind. Sie sind total niedlich und bringen die Geschichte gleich noch ein ganzes Stück plastischer rüber.

„Das wilde Määäh“ ist eine wunderbare Geschichte um Freundschaft und Familie, die jede Grenze überwinden kann. Sie zeigt selbst den Kleinen, dass man mit den richtigen Freunden jedes Abenteuer meistern kann und das Heimat nicht zwangsweise da sein muss, wo man herkommt. Sie ist unglaublich süß und witzig und ist für uns ein absolutes Highlight. Und schon jetzt warten wir alle sehr gespannt auf Teil 2, der hoffentlich bald erscheinen wird.

Von uns gibt es eine unbedingte Kaufempfehlung und 5 von 5 Sternen!

Buchinfo

  • „Das wilde Määäh“
  • Vanessa Walder
  • Loewe Verlag
  • gebundene Ausgabe
  • 192 Seiten
  • Altersempfehlung: 8-10 Jahre (auch 4jährige sind total begeistert!!)
  • ISBN 978-3785579695
  • 9,95 Euro

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