Muttertier @n Rabenmutter – Rezension

Hanna und Maxi waren beste Freundinnen. Sie lernten sich im Gynasium in Mönchengladbach kennen und verbrachten jede freie Minute miteinander. Doch mit dem Studium zog jede in eine andere Stadt und ihre Wege trennten sich. Eher durch Missverständnisse und nicht miteinander Redens sprachen die beiden plötzlich nicht mehr miteinander. 10 Jahre lang.
Maxi wohnt inzwischen am Bodensee, hat einen Mann und hat 2 Kinder. Hanna zog zusammen mit ihrer Tochter Franziska wieder nach Mönchengladbach. Und obwohl jede ihr Leben hat, vermissen sie sich schon ab und an ein bisschen. So kommt es, dass Maxi den Kontakt sucht. Beide beginnen einen erst sehr oberflächlichen, dann doch tiefgehenderen Email-Kontakt miteinander und merken schnell, dass sie sich immer noch so gut wie damals verstehen.
Alles könnte gut sein – wäre da nicht die Jobsuche.
Maxi ist in Elternzeit und möchte wieder in ihren alten Job einsteigen. Doch anstatt als BWL-Studentin in ihren alten Job zurückkehren zu können, bietet man ihr einen Job im Lager an. Auch Hanna geht es nicht viel besser, denn sie findet erst gar keine Anstellung.
Und so ist jede der beiden auf der Suche nach dem, was sie am besten kann und in ihrem Leben anfangen will. …

Ein großer Teil des Buches besteht aus emails, einen kleineren Teil nehmen ganz normale Kapitel ein. In den normalen „Erzählteilen“ erfährt man jeweils alle Geschehnisse aus der Sicht von Hanna oder Maxi. Gekennzeichnet sind die Kapitel jeweils nur durch 2 verschiedene Blumen – entweder rechts oder links.
Für mich war es am Anfang etwas schwierig ins Buch zu finden, da ich immer nicht wusste, wer jetzt wer ist. Allerdings lag es wahrscheinlich auch daran, dass ich wenig Zeit zum Lesen hatte und oft nach ca. 15 Seiten unterbrechen musste. Nach einiger Zeit hatte ich mich zurechtgefunden und dann las es sich wie von selbst.
Eigentlich hatte ich ein sehr witziges Buch erwartet. Das ist es zwar auch, allerdings eher nebensächlich. In der Hauptsache geht es durchaus um ein sehr ernstes Thema: Mütter und Beruf. Müttern wird es heutzutage nicht unbedingt einfach gemacht, wieder in den alten Beruf oder Arbeitsplatz zurückzukehren. Doch was zun? Sich fügen und unter Wert verkaufen? Oder doch lieber etwas eigenes auf die Beine stellen?

Im ersten Moment mag das Buch sehr oberflächlich und trivial erscheinen. Im 2. Anlauf und nach dem Lesen würde ich es sogar als kleinen Ratgeber bezeichnen. Er gibt fast eine Lebenshilfe für Mütter, regt an, sich und seine Träume und Wünsche nicht aufzugeben. Egal was die Gesellschaft sagt. Denn das Bild in der Gesellschaft ist oft einfach: Kümmert man sich als Mutter ständig und immer, ist man ein Muttertier. Will man wieder arbeiten, wird man als Rabenmutter abgestempelt.

Der Schreibstil ist locker und sehr flüssig. Das Buch liest sich sehr angenehm und auch „mal eben zwischendurch“. Es wirkt wie mitten aus dem Leben gegriffen und beide, Hanna und Maxi, kommen sehr sympathisch rüber. Ein bisschen holperig wird es beim Gladbacher Platt, dass Hannas Vermieterin spricht. Aber es ist auch für Nicht-Eingeweihte lesbar.

Insgesamt ein sehr schönes Buch, dass nicht nur als leichter Frauenroman daherkommt. Wirklick vom Hocker gerissen hat es mich allerdings nicht.

Ich gebe 4/5 Sternen!

1 Kommentar

  1. Janina

    Danke für diese Rezension,klingt interessant :)

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