Musikalische Früherziehung – sinnvoll oder nicht

Für die einen ist es ein Schimpfwort, für andere die tollste Sache der Welt. Früherziehung. Bei uns im Freundeskreis ist es grad ganz groß in Mode. Unser Nachbarskind besucht mit seinen 3 Jahren den Spielkreis in der Musikschule. Sie singen und tanzen die ganze Zeit über mit ihren Eltern, versuchen sich an Instrumenten und so weiter. Eine Freundin dagegen hat ihrer 6jährigen Tochter hier eine Kindergitarre gekauft. Noch darf sie darauf rumzupfen und in einem gewissen Rahmen spielen, aber schon bald soll sie Gitarre spielen lernen.

Manchmal kann ich einfach nur den Kopf schütteln und frage mich, ob die anderen total übertreiben. Oder vielleicht liege ich ja falsch und ich verbaue unserem Sohn die Zukunft, nur weil er mit seinen 3 Jahren noch kein Instrument spielen lernt oder eine andere spezielle Förderung bekommt? Bei uns läuft das halt eher nebenbei so mit. 

Musikcenter

Frühförderung ist in aller Munde und hat sicher auch ihren Sinn. So soll man selbst den ganz Kleinen schon nicht nur Lieder vorsingen, sondern sich dazu auch bewegen – sei es durch Fingerspiele oder ähnliches. Das Singen fördert zum Beispiel die Sprachentwicklung, die Bewegung schult das Gleichgewicht, die Motorik und das Rhythmusgefühl. Durch erste Instrumente können Kinder sich ausprobieren und selbst ein Gefühl für vieles entwickeln. Hier gilt natürlich, je kleiner das Kind ist, desto einfacher sollte das „Instrument“ sein. Unser Großer hatte früher kleine Brotaufstrich-Dosen, die ich innen mit Papier beklebt und mit div. Lebensmitteln gefüllt hatte. Jede Dose rasselte anders und noch dazu konnte man tolle Türme damit bauen. Inzwischen darf es mit seinen 3 Jahren schon etwas spezieller sein und so liebt er auch das Schlagzeug im benachbarten Tonstudio. Super finde ich auch diese Keyboardmatten, mit denen man durch Raufspringen Töne erzeugt. Gerade für unser recht wildes Kind wäre das wahrscheinlich der absolute Höhepunkt.

Selbst im Kindergarten-Spielkreis steht Frühförderung ganz weit oben. So wird für jeweils 4 Wochen immer das gleiche Lied gesungen – zum einen, um den Wiedererkennungswert zu steigern, zum anderen, damit die Kinder die Lieder auch „lernen“ können. Begleitet wird alles immer von Lucy – der Kindergartengitarre. Die Gitarre wird geweckt und ausgepackt, Lieder werden gesungen und Gitarre gespielt. Am Ende darf jedes Kind selbst noch über die Saiten streichen. Klar, dass das ein absolutes Highlight für die 1-3jährigen ist.

Für mich ist Frühförderung in einem gewissen und  vor allem gesunden Maß absolut sinnvoll. So haben wir hier zum Beispiel auch ein Musikcenter von I’m Toy mit Glockenspiel, Triangel und ganz vielen anderen Sachen. Und vielleicht kaufen wir auch irgendwann eine Gitarre für unseren Sohn. Und für mich. Denn eigentlich wollte ich auch schon immer spielen können. Und wenn ich mir die Schnäppchen im musikshop-ms.de so ansehe, steht das nächste Weihnachtsgeschenk wohl schon fest….

8 Kommentare

  1. Ela

    Das Musikcenter sieht irgendwie echt klasse aus! Wir haben „nur“ ein einfaches Xylophon und ein Klavierbuch, wo sie Melodien nachspielen kann. Ansonsten hat unsere Tochter mit 3 Jahren noch keine Termine ;-).
    Im Kindergarten wird für die Größeren ein Nachmittag die Woche Musikschule angeboten. Da werde ich sie evtl. später mal mit anmelden, da es auch direkt im Kindergarten statt findet.

    Lg Ela

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    1. Sandra

      Termine klingt gut :D Gibt es bei uns aber auch nicht, nur den Spielkreis 1-2x pro woche. Da bestehe ich auch drauf, allein schon, um mal 2 Stunden Zeit für mich zu haben ;)

      Das Musikcenter ist auch total klasse und absolut hochwertig (wie alle Sachen von I’m Toy). Nur leider inzwischen extrem teuer geworden. Wir haben glaub ich gut 60 Euro für gezahlt ….

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      1. Ela

        Puh, 60€ ist schon eine Zahl, aber wenn das Spielzeug gut verarbeitet ist, dann kann man schon mal drüber nachdenken. Ich finds jedenfalls klasse wie nur das übliche Xylophon.

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        1. Sandra

          Es lohnt sich auf jeden Fall, zumal es auch nicht so ewig laut ist. :)

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  2. Marc

    Gitarren sind spitze! Aber da bin ich wohl auch nicht allzu objektiv, immerhin spiele ich schon seit Ewigkeiten dieses coolste aller Instrumente :-)

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  3. Elli Spirelli

    Unser Großer spielt Gitarre ;-) Puberteenie-Girl hört ausschließlich nur Musik und tanzt (auch professionell), Randalieschen liebt tanzen schon jetzt und Krawall-Lotte übt fleißig mit dem Xylophon :D Dennoch habe ich Nichts davon wissentlich gefördert … sondern ich nenne das auch heute noch „normal“ …

    Mir ist schon klar was Du sagen wolltest – ich finde auch, dass gerade Musik ein Bereich ist, der einfach zur Kindheit gehört (egal wie) – ich bin aber niemand, der so auf Frühförderung steht oder sich damit auseinander setzt – ich fördere da, wo ich sehe, dass Interesse da ist, ich meine aber dass der Begriff „Frühförderung“ für mich generell etwas ist, was ich mit vielen Kursen und sowas verbinde, daher entschuldige, falls mein Kommentar etwas komisch rüberkommen sollte – das soll er nämlich nicht, ich wollt nur meine Meinung sagen *g -das Musikcenter ist trotzdemtoll und ich denke das ist etwas, was man mit viel Spaß verbindet :-)

    Liebe Grüße
    Elli

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    1. Sandra

      Randalieschen und Krawall-Lotte – wie cool :D

      Mir ist schon klar, was Du damit sagen wolltest. ;) Bei uns gibt es hier immer nur das eine oder das andere Extrem. Sind wie vielleicht die einzig normalen? Bestimmt :D

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  4. Prinz von Moabit

    Nun sind fast sechs Jahre vergangen und Früherziehung scheint immer noch „in“ zu sein. Wie ist es denn mit Deinem Sohn ausgegangen? Legt er mittlerweile Gitarrensolos hin – oder Du? ;-)
    Unser dreijähriger Sohn geht zur Musikschule, weil er sich in das Akkordeon im Schaufenster verliebt hat. Zurzeit ist es Früherziehung, wobei es für mich nur um seinen Spaß geht. Dass er wirklich lernt, ist mir nicht wichtig. Was dort so gemacht wird, habe ich hier beschrieben: https://prinz-von-moabit.blogspot.de/2018/03/musikalische-fruherziehung-genuss-oder.html
    In letzter Zeit erwähnt er öfter, dass er gern Kontrabass spielen würde. Mal sehen, was er sagt, wenn er dafür groß genug ist ;-)

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