Mudis und das natürliche Stillkissen

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Bei uns herrschte eine ganze Zeit lang Krieg, teilweise immer noch. Und damit meine ich nicht den alltäglichen Wahnsinn mit einem stark trotzenden Kleinkind, das auch noch gleichzeitig 2 Backenzähne bekommt. Vielmehr geht es um ein Stillkissen. Mein neues Stillkissen, das der große Sohn komplett für sich beansprucht. Das es eigentlich für das Baby gedacht ist, interessiert dabei nicht.
Und während er in einer ruhigen Minute mit Körperkraft und reichlich Kopfeinsatz versucht, mich vom Kissen zu schieben, vergrabe ich meinen Kopf noch tiefer im Kissen, fühle mich bei dem Duft nach Kornfeld und Getreide seltsam entspannt und überlege, warum ich Mudis nicht schon beim ersten Kind gefunden habe.
Ich glaube es lag daran, dass ich mich von den ganzen Anbietern habe blenden lassen. Überall sieht man Stillkissen mit Styroporfüllung. Gleichzeitig liest und sieht man zwar auch immer wieder, dass die Füllung nach spätestens 2 Jahren platt ist, aber das gehört halt so. Gerade beim ersten Kind weiß man es ja auch gar nicht besser. Doch beim 2. Kind schon und genau deshalb entschied ich mich für ein Stillkissen von Mudis und gegen Styroporkügelchen.

Mudis bietet viele verschiedene Kissen mit Körnerfüllung Naturfüllung an. Das kann zum Beispiel Dinkel sein, Hirseschalen, Zirbenholz, Schafschurwolle und vieles mehr. Je nach Produkt sind bis zu 15 verschiedene Füllungen möglich! Doch auch Decken, Bettwäsche und sogar Matratzen finden sich im Programm.
Dabei stellt Mudis sehr strenge Qualitätsrichtlinien auf. Sowohl die Baumwolle, die Bedruckung, als auch alle Füllstoffe werden ökologisch und schafstofffrei hergestellt. Produziert und gefertigt wird nach den strengen Richtlinien von IVN/GOTS und ausschließlich im heimischen Unterallgäu, denn das schafft Arbeitsplätze in der ländlichen Gegend.

Die Stillkissen gibt es grundsätzlich in 2 Varianten: Das normale Stillkissen in 1.50m oder 1.90m oder das wesentlich kleinere und mondförmige Reisestillkissen. Ich persönlich bevorzuge ein großes Kissen und so wurden es 1.50m – gefüllt mit Hirseschalen und Dinkelspelzen. Und weil er so wunderwunderschön ist, musste der Bezug Kinderstoff Pia auch noch mit.

Stillkissen

Schon beim Auspacken zeigte sich ein gravierender Unterschied zu den styroporgefüllten Kissen aus einem 08/15-Shop. Während ich es eher so kenne, das irgendwo lieblos ein Bezug und ein Stillkissen im Karton liegen, kam mein Stillkissen schon fertig angezogen zu mir. Ich weiß, das ist ne Kleinigkeit. Aber es wirkt gleich viel positiver und einfach irgendwie besser. Und es passt zu Mudis, die sich ganz klar von Massenware abgrenzen und für Handarbeit stehen.
Der Stoff Pia besteht aus Baumwollsatin und fasst sich unglaublich weich und toll an. Außerdem sieht er einfach nur genial aus. Das Muster wurde übrigens extra für Mudis entwickelt und ist nirgendwo anders erhältlich! Am Ende findet sich auf beiden Seiten ein Tunnelzug mit Kordel. Normalerweise bindet man die Enden zu, aber ich find die Kordel zum Anfassen total praktisch. Inzwischen wurde er schon 2x gewaschen und sieht immer noch aus wie neu. Einzig bügeln muss man ihn, denn er knittert recht leicht.

Gummizug

Das Stillkissen selbst besteht aus einem festen Baumwollsack. Auf einer schmalen Seite ist ein Reißverschluss eingenäht, so dass man problemlos an die Füllung kommt. Eine super Idee ist der seitlich eingenähte Gummizug. Normale Stilkissen sind oft schon halbrund genäht – kein Chance, sie anders zu legen. Dieses Kissen ist ein langer Schlauch, der sich aber durch den Gummizug sehr leicht „rund legen“ lässt. Man hat grundsätzlich also auch die Möglichkeit, das Kissen lieber der Länge lang zu benutzen. Gerade als Seitenschläferkissen ist es damit super geeignet.

Füllung

Einzig an das „etwas“ höhere Gewicht musste ich mich erst gewöhnen. Verwendet man das Kissen nur zum Stillen, stört es nicht weiter. Am liebsten schläft Junior aber nach dem Stillen auf dem Kissen und auf meinen Beinen ein – das wird nach ein paar Stunden dann schon recht unangenehm. Das Kissen wiegt halt aber auch rund 4kg.
Im direkten Vergleich zum Styroporkissen ist mir die Naturfüllung trotzdem sehr viel lieber, auch wenn sie schwerer ist. Zum einen finde ich es sehr viel stabiler als ein Kissen mit kleinen Kügelchen, es bleibt einfach viel besser in Form. Und gerade das ist unglaublich wichtig, wenn man sein schlafendes Kind mitsamt Stillkissen irgendwie unbemerkt neben sich ablegen möchte.
Der Hauptgrund ist für mich aber die Luftzirkulation und das Nicht-Schwitzen. Stellt euch mal dieses Verpackungs-Füll-Styropor vor, mit dem viele Geräte in den Verpackungen geschützt werden. Würdet ihr darauf schlafen oder auch nur eine halbe Stunde liegen wollen? Auch wenn eine dünne Schicht Stoff dazwischen ist – für mich kein verlockender Gedanke. Schwitzen vorprogrammiert. So ging es unserem großen Sohn auch mit meinem damaligen Stillkissen. Kaum lag er eine halbe Stunde darauf, war er überall total nassgeschwitzt und heiß. Das Material ließ einfach nichts anderes zu und es war schon ein recht gutes (Marken)Stillkissen. Bei Mudis ist es so, dass sich selbst nach stundenlangem Liegen der Körper oder vor allem das Köpfchen nicht heißer anfühlt. Man schwitzt einfach nicht. Auch nachts nicht, wenn Mama es als Seitenschläferkissen benutzt.

Mudis in Aktion

Oranges Kissen als Mama-Bauch-Ersatz. – Irgendwann muss jeder mal aufstehen …

Ich bin total begeistert von meinem neuen Stillkissen, auch wenn es einen kleinen Haken hat. Man kann es nicht einfach so wie die Styropor-Kissen in die Waschmaschine stecken. Der Bezug und auch das Stillkissen selbst ohne Füllung sind natürlich waschbar. Für die Füllung hat man 2 Möglichkeiten: Entweder auf ein großes Blech schütten und ab in die Sonne damit – das wird übrigens auch ohne Verschmutzung ab und an empfohlen. Dann riecht die Füllung auch wieder schön frisch.
Oder auf ein Blech und in den Ofen. Allerdings kenne ich die Möglichkeit nur für Dinkel, bei Hirse wird wohl eher davon abgeraten. Mit dem heiß machen erreicht man eine keimabtötende Wirkung – der gleiche Effekt, den man auch bei Wärmekuscheltieren in der Mikrowelle hat.
Um einer Verschmutzung vorzubeugen, sollte man alle Kissen immer nur mit Überzug verwenden. Ich lege bei meinem Spuck-Kind  oft sogar noch ein Mulltuch drüber. So kann wirklich nichts durchgehen. Das gleiche habe ich damals auch beim anderen Kissen gemacht – ich wollte es nicht ständig waschen müssen…

Stillkissen

neu gegen alt – die Füllung gleichmäßig verteilt

Nach den Erfahrungen, die ich mit meinem Mudis-Kissen gemacht habe, würde ich mir nie wieder ein Styropor-Kissen kaufen. Und während das alte Stillkissen garantiert keine neue (eigentlich dringend benötigte Füllung) bekommt, werde ich nach 3 oder 4 Jahren für das Mudis-Kissen bestimmt eine Füllung nachkaufen. Sollte man sogar, denn auch die Naturfüllungen reiben sich bei ständigem Gebrauch klein und sollten (auch aus hygienischen Gründen) ausgetauscht werden.

Für das alte und fast platte Stillkissen habe ich inzwischen auch eine Verwendung gefunden – bzw. der Große hat es. So ganz still und heimlich riss er es sich unter den Nagel und verwendet es seit einiger Zeit selbst als Seitenschläferkissen. Irgendwann abends bestand er plötzlich auf sein Kissen. Und als ich es neulich zum Stillen verwenden wollte, gab es ein riesen Drama. Das wäre schließlich nun sein Kissen – das Baby hätte ja das andere. … ;)

(Das Stillkissen wurde mir für diesen Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Meine Meinung beeinflusst das nicht.)

7 Kommentare

  1. Moni

    Ich habe 3 Kinder und 5 verschiedene Stillkissen. Mit keinem bin ich zufrieden, denn sie kleben im Sommer an der Haut. Alle Kinder haben geschwitzt. Jetzt will ich kein neues Kissen mehr kaufen ich brauche es auch nicht. Aber ich liebe Dinkel und könnte mir das in einem Stillkissen gut vorstellen.

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  2. Karin

    Hi,

    habe mit vor einigen Wochen ein Stillkissen von mudis gekauft. Ist echt super.
    Sandra es auf den Punkt gebracht. Ich und meine Tochter möchten das Stillkissen nicht mehr missen.

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  3. Katja

    Ja jedes Kind braucht ein Stillkissen…die sind meistens nicht wiederverwendbar ;-)

    Und wie man Naturfüllungen ‚rein‘ bekommt wusste ich bisher garnicht…toller Tipp.

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  4. Svenja

    Sehr schöner Artikel!
    Das Stillkissen ist gar nicht mehr wegzudenken. Wir haben auch ein Stillkissen gekauft, welches ich später auch als Seitenschläfer nutzen kann.

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  5. Annette

    Hatte vorher noch nie von einem Seitenschläferkissen gehört.. Hat da jemand gute Erfahrungen mit gemacht? Mein Mann klagt in letzter Zeit desöfteren über anhaltende Rückenschmerzen – ob ein solches Kissen Abhilfe schaffen kann? Auf http://seitenschlaefer-kissen.de/ werden mehrere aufgeführt, unter anderem auch ein Stillkissen aufgeführt, dass gleichzeitig auch als Seitenschläferkissen verwendet werden kann. Leider findet man im Netz nicht allzuviele Berichte darüber. Würde gerne verschiedene Meinungen einholen, ob es wirklich bequem ist, welche Füllung es besitzen sollte und welche Größe (Mein Mann ist ca. 1,85 m groß).

    Würde mich über Rückmeldungen freuen, gerne auch an meine Mail. Dankeschön Annette :-)

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  6. Marcus

    Schöner Artikel. Seitenschläferkissen/Stillkissen bieten eine tolle Möglichkeit als Stütze und geben die nötige Sicherheit. Allerdings kann es anfangs etwas Zeit erfordern, bis man sich an das neue Kissen gewöhnt hat. Aber wenn das passiert ist, dann hat man wirklich eine gute Nacht…

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  7. Jenni

    Wir hatten auch so ein Kissen. Anfangs wollte ich es gleich wieder zurückschicken weil ich das Gefühlt hatte es passt irgendwie nicht. Ich glaub aus Faulheit habe ich es dann behalten und mit der Zeit hats mir immer besser gefallen. Inzwischen möchten wir es nicht mehr missen. Toller Artikel!

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