Mama, ich geh jetzt arbeiten!

Ich weiß es noch, als wäre es gestern gewesen. Wir unterhielten uns über Spielzeug und Schwiegerpapa meinte, dass so viel Spielzeug doch gar nicht gut wäre. Unser Großer würde bei ihnen auf jeden Fall nichts weiter zu spielen bekommen, schließlich könne er auf dem Hof rumrennen – das müsse reichen.
Das war vor 2 Jahren. Inzwischen ist einiges an Zeit vergangen und der Spielzeughaufen bei Oma und Opa beträchtlich gewachsen. Gekauft wurde tatsächlich sehr wenig, vielmehr meint das halbe Dorf, dass unser Sohn unbedingt noch ein Spielzeugauto mehr braucht. Jeder bringt ihm ständig Spielzeug mit – teils neu, teils von den eigenen erwachsenen Kindern. Mir soll es recht sein und ich sage da auch nichts gegen. Er freut sich und alles ist gut. Wir achten jedoch grundsätzlich drauf, dass das Spielzeug halbwegs sinnvoll ist. Und das ist leider nicht immer der Fall.

Nehmen wir zum Beispiel batteriebetriebenes Kinderwerkzeug. Freunde von uns könnten eine komplette Werkstatt damit ausrüsten und haben für ihre beiden Jungs alles in 2-3facher Ausführung. Da liegen dann Kettensägen, Bohrmaschinen, eine Flex, Stichsäge, Kreissäge und diverse Werkzeugkoffer. Sobald wir bei ihnen zu Besuch sind, kennt unser Sohn kein Halten mehr und verschwindet ins Kinderzimmer. Der Forstschutzhelm wird aufgesetzt und nacheinander alles ausprobiert. Er findet es total toll, das alles Geräusche macht. Das es außer Lärm nicht viel machen kann und unsere Freunde einen großen Garten zum Toben haben, interessiert ihn dann überhaupt nicht mehr. Einen Vorteil hat es immerhin – man muss ihn nie suchen. ;)

Kettensäge

Doch wie sinnvoll ist solches Werkzeug? Klar, es ist schon witzig wenn er genauso wie Papa die Kettensäge anschmeißen kann – auch wenn er damit eher über den Teppich saugt, als das er sägt. Aber die Dinger machen einen Höllenlärm, vor allem wenn dann 3 oder 4 davon zur gleichen Zeit laufen. Phantasievolles Spielen geht dann oft total unter. Teils halte ich die Spielzeuge sogar für gefährlich. Zum Beispiel wenn Kind 1 dem Kind 2 eine laufende Bohrmaschine direkt ins Gesicht hält (tatsächlich erlebt, auch wenn mein Sohn nicht dabei war.)
Nachdem unser Sohn ja nun keins von diesen Werkzeugen selbst besitzt und die Freunde so weit weg wohnen, dass wir sie nur recht selten besuchen, hat er es irgendwie geschafft, Oma und Opa um den Finger zu wickeln. Letzte Woche beim Einkaufen bekam er ein Set aus batteriebetriebener Bohrmaschine, Arbeitshandschuhen und Gehörschutz geschenkt. Die Handschuhe sind witzig, die Bohrmaschine immerhin noch akzeptabel. Der Gehörschutz ist schlichtweg fahrlässig, denn die Konstruktion vermindert keineswegs den Lärm. Im Gegenteil, er wird sogar noch verstärkt. Schwiegereltern jedoch setzten ihm den Gehörschutz auch wirklich bei Lärm auf um ihn zu schützen – schließlich stand davon doch was auf der Verpackung und so wird es schon helfen, dachten sie.
Inzwischen höre ich fast täglich den Spruch, dass unser Großer nun arbeiten geht. Bei ihm heißt das so viel wie „ich geh jetzt zu Oma und Opa“. Dort rennt er mit seiner Bohrmaschine durch die Gegend und bohrt alles an, was sich ihm in den Weg stellt.

Ich muss gestehen, dass ich wirklich froh bin, dass er die Bohrmaschine nicht mit nach Hause nehmen will. Da sind mir unsere nicht-batteriebetriebenen Spielzeuge viel lieber. Das heißt natürlich nicht, dass sie langweilig sind oder wir nur pädagogisch wertvolles Spielzeug haben. Aber bei uns machen sehr wenige Sachen auf Knopfdruck Lärm oder Licht. Wenn, dann muss man schon selbst drücken, schieben oder was auch immer.

Wie ist das bei euch? Habt ihr vielleicht sogar sämtliche batteriebetriebenen Werkzeuge? Oder kommt euch nur Holzspielzeug ins Haus?

2 Kommentare

  1. Stefanie

    Mein Sohn hat zu seinem 1.Geburtstag eine ganze Werkbank inklusive Werkzeug (batteriebetriebene Kettensäge/Bohrmaschinen etc…)Er ist ein richtiger kleiner Handwerker,eben ganz der Papa.Jetzt wird er bald 3 und ich würde ihm nie Eines seiner geliebten Werkzeuge wegnehmen,auch wenn es mal laut wird:-)
    Was er schon alles repariert hat im Haus mit seiner Profi-Ausstattung…Er liebt es und ich finds total ok.Dennoch achte ich darauf das nicht ganz soviel Lärmzeug ins Haus kommt und er auch mal kreativ ist und sich zum Beispiel draußen Stöcke als Kettensägen imaginiert und damit mindestens genauso viel Spaß hat.

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    1. Sandra

      Jetzt – nach dem zweiten Kind – sehe ich es auch irgendwie entspannter. Wir hatten und haben zwar trotzdem nur sehr sehr wenig Krachmach-Spielzeug, aber so einige Teile haben wir schon. Und auch die werden heiß geliebt. ;)

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