Lebensplanung? Kinder kriegen!

Noch 3 Monate, dann ist der kleine Mann schon 1 Jahr alt.  In der letzten Zeit habe ich mich fast täglich gefragt, wo eigentlich die Zeit geblieben ist. Wo ist das letzte Jahr hin? Ich habe immer wieder das Gefühl, dass mir 5-6 Monate einfach so „durchgerutscht“ sind. Vieles lief einfach so perfekt und eingespielt, dass die Monate nur so rannten. Monate, in denen es nur ein Hauptthema gab: die Kinder. Doch nun, mit Ende des 1. Lebensjahres wird es Zeit, wieder über den Tellerrand zu schauen und sich Gedanken zu machen, wie es nach dem Ende des Elterngeldes weitergeht. Auch wenn das Geld jetzt, beim 2. Kind, nicht mehr so hoch ist wie beim ersten – fehlen wird es schon.
Noch bevor der kleine Mann geboren wurde, spann ich mir die weitere Entwicklung grob zurecht. Ich würde im ersten Jahr Elterngeld bekommen und mich nach dem 1. Geburtstag wieder auf eine Teilzeitstelle bewerben. Ich bin zwar eigentlich noch fest angestellt, jedoch ist es aufgrund der Arbeitszeiten fast unmöglich für mich, dort hin zurückzukehren. Zu meiner Sicherheit bin ich aber noch in Elternzeit und habe so immer noch 2 Jahre Zeit (in denen sich ja auch immer noch was bei meinem Arbeitgeber tun kann).
Denke allerdings die letzten Wochen bzw. eher Monate zurück, frage ich mich, ob ich jemals wieder Zeit finden werde, um arbeiten zu gehen. Seit der Große im Kindergarten ist, schleppt er ständig Krankheiten mit nach Hause. Banale Erkältungen, Magen-Darm, Angina, Mittelohrentzündung, Bindehautentzündung – wir hatten alles. Wenn es nur bei ihm bleiben würde, wäre es ja gar nicht schlimm, doch entweder steckt er jeweils seinen kleinen Bruder an, manchmal mich, manchmal auch gleich uns alle. Noch dazu zahnt unser kleiner Mann schon seit Monaten mehr oder weniger durchgehend. Er lässt sich zwar viel Zeit dabei, schiebt dann aber auch gleich 2 Zähne kurz hintereinander raus. Ich weiß, dass das alles nur zeitlich begrenzt ist, aber es zehrt an den Kräften. Ich habe in den letzten Tagen so viel Kaffee getrunken, wie vorher in den ganzen letzten Jahren zusammen – irgendwie musste ich die Nächte mit nur knapp 2 Stunden Schlaf neben dem kleinen Mann im Hängesessel ja rumkriegen. Wenn ich mir dann noch vorstelle, tagsüber arbeiten gehen zu müssen? …

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Die Tochter einer Bekannten von uns macht es sich ganz einfach, auch wenn ich mich unglaublich darüber aufregen könnte (und auch tue). Anstatt sich eine Lehrstelle zu suchen, plante sie nach der Geburt ihres ersten Kindes schon, wie und wann sie mit dem nächsten Kind schwanger werden muss, um Elterngeld zu bekommen, aber auch möglichst lange zu Hause bleiben zu können. Ich kenne das Thema zwar auch recht gut, schließlich wurde unser 2. Sohn auch noch während meiner Elternzeit geboren, aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, es so auszunutzen. Für uns ist nach 2 Kindern Schluss, für ihre Tochter nicht. 3 Kinder sind geplant, gerne auch mehr, denn schließlich bekommt man für mehr Kinder auch mehr Kindergeld. Das man mit Kindern auch viele Ausgaben hat, sieht sie nicht oder will sie nicht sehen. Aber vielleicht ist es so, wenn man gerade erst 18 ist. War ich damals auch so? Bestimmt nicht.
Ich würde nicht die ganze Zeit zu Hause bleiben und mich vom Staat und den Eltern aushalten lassen wollen. Doch ihr macht das anscheinend nichts aus – ihren Eltern auch nicht. Man nimmt mit was geht, wie zum Beispiel auch das Kindergeld. Bis 24 wird jetzt ganz neu gezahlt, wenn das volljährige Kind noch eine erste Ausbildungsstelle sucht. (Hier gibt es übrigens die Änderungen zum Kindergeld 2013 während der Ausbildung). Also sucht sie nun offiziell, plant dabei aber schon das nächste Kind. Fairness anderen gegenüber? Fehlanzeige. Statt dessen lieber geplantes Leben auf Kosten der anderen.
Ein Leben, dass ich überhaupt nicht nach vollziehen kann und auch nie würde führen wollen. Denn was ist, wenn die Kinder größer sind? Was ist mit der eigenen Moral und einer gewissen Selbstachtung?
Mir fällt dazu immer nur ein Satz ein, den ich mal irgendwo gehört habe. Ein Junge wurde gefragt, was er denn gern mal werden möchte wenn er groß ist. Seine Antwort: „Hartz 4!“

Was meint Ihr – Arbeiten oder Kindergeld beziehen?

6 Kommentare

  1. sabo

    Ich gehöre auch zu denen, die nicht wieder angefangen haben, zu arbeiten. Eigentlich wollte ich nach dem Ende der ersten Elternzeit wieder los. Hatte mich auch schon beworben, war zu Gesprächen eingeladen – bis ich merkte, dass Nummer 2 im Anmarsch war. Inzwischen sind es 3 – und das Kindergeld ist sicherlich keine Lebensgrundlage. Wenn ich könnte, würde ich auch -zumindest in Teilzeit- wieder arbeiten. ISt nur in meinem Beruf eher schwierig – eine unflexible Physiotherapeutin, die seit 10 Jahren „raus“ ist … hm. Und jetzt sind die Kinder so schön verteilt, dass immer von 3 unterschiedlichen Quellen die Keime heimgeschleppt und freudig rumgereicht werden. Aktuell gibt sich hier eine Grippe die Ehre von einem Kind zum nächsten zu wandern.
    Aber zu planen, dass ich so und so viele Kinder bekommen muss, damit ich ja nicht arbeiten gehen brauch – um Himmels willen. Nee, dann kann ich ja gleich als Berufsziel: Mutter und Hartz4-Empfänger angeben. Und darüber kann ich nur mit dem Kopf schütteln.
    LG, Sabo

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    1. Sandra

      Genau davor graust mir später auch. Meine Kinder haben einen Abstand von 3 Jahren. Wird später wohl so laufen, dass sie munter Krankheiten zwischen Schule und Kindergarten tauschen :/

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  2. Mel

    Genau mein Thema…
    Abgesehen davon, das es für mich total unverständlich ist, Kinder in die Welt zu setzen um nicht arbeiten zu müssen, finde ich es den Kindern gegenüber unfair, welche sozusagen nur als Mittel zum Zweck entstehen. Schlimmer aber noch, ist es das dieses Dummen Menschen – anders kann man das nicht nennen – überhaupt nicht bedenken das Kinder mit der Zeit viel mehr kosten, alsm man vom Staat Geld bekommt.

    Zuhause sitzen und dem Staat bze. allen Steuerzahlern auf der Tasche zu sitzen würde mir nie in den Sinn kommen. Ich arbeite wieder, seit dem mein Kind 10 Monate wurde. Zwar auch nicht mhr in meinem alten Job, aber ich denke es findet sich immer ein weg, für die Menschen die es auch möchten.

    Natürlich verurteile ich keine Menschen, die nicht aus freien Stücken vomStaat leben müssen, das gibt es immer mal und man kann sich sein Leben sicher nicht immer aussuchen, doch wer Kinder bekommt um nicht arbeiten zu müssen ist n meinen Augen a******!

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  3. Sandra

    Ich denke auch, dass es immer Situationen gibt, in denen es halt so ist, dass man zu Hause bleibt und dann ist das auch völlig ok. Bei dieser speziellen Lebensplanung allerdings bekomme ich regelmäßig die Krise ….

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  4. Manus-Testwelt

    Oh ja da bin ich bei Mel. Meine Kinder sind nun allerdings fast alle schon aus dem Haus. Nur Michelle und Sven sind noch da. Arbeiten gegangen bin ich schon wieder, da war mein Gro0er (heute 23 ) nicht ganz ein Jahr. Ich kann gar nicht zu Hause sitzen. Da fällt mir die Decke auf den Kopf. So wie grade – ich habe einen Budenkoller. Nur wer will so was *Altes* wie mich noch? :/
    Wenn man sich hier bei uns in Hannover mal umschaut wird – wie aller Orts – viele Familien mit dutzenden von Kindern sehen und treffen. Ganz ehrlich? Schuld an vielen Dingen hat der Staat doch auch selber. Schaut man sich mal Mütter mit Einkommen an – Mindestgrenze. Schaut man sich dagegen Mütter mit mehr als 3-4 Kindern an, die können inkl Kindergeld usw doch echt fein in den Tag leben. Ich denke meine weiteren Gedanken spare ich mir an dieser Stelle ^^
    Lg
    Manu

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  5. Der NetzBlogger

    Hallo Sandra,
    jetzt bin ich rigendwie auf dein Blog gestoßen und finde sofort einen tollen artikel zu einem Thema, was für mich auch ein Reizthema ist.
    Ersteinmal im Nachhinein herzlichste Glückwünsche zu Deinem „kleinen Mann“ und natürlich auch deinem „Großen“.
    Bei mir kommt ein „kleiner Mann“ Mitte April und ich hoffe, dass alles ebenso problemlos verläuft, wie bei Dir.

    Ich persönlich finde, dass es den Frauen in Sachen Geld für die Kinder zu einfach gemacht wird auch wenn jeder Cent für das Kind gut angelegt ist. Doch bei manchen Eltern bin ich da wirklich am zweifeln ob das Kindergeld wirklich für das Kind ausgegeben wird. Da hilft auch keine Ausrede von wegen „sie ist ja noch jung“.
    Wie kann eine 18-jährige freiwillig vom Leben Abschied nehmen, bevor es begonnen hat?
    Nicht falsch verstehen. Ich meine die Zeit, das Leben kennenzulernen vor dem ersten Kind. Von was soll das Kind denn profitieren? Von der Einstellung zu Hartz 4 und wie ich den staat sonst noch ausnutze? (Ok, der Staa nutzt auch uns aus, aber in Sachen Kind …)
    Das Kind braucht doch Vorbilder und das sind an erster Stelle die Eltern.
    Aber das verwundert mich alles nicht, wenn ich die letzten Generationen betrachte.

    Wie auch immer. Du wirst für Dich und dem Kind mit Sicherheit die richtige Entscheidung treffen. So wie Du denkst, glaube ich schon, dass Du in zwei Jahren wieder arbeitest. :)
    Alles gute und liebe Grüße
    Timm

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