Kleines Mietwagen-Tutorial

Mietwagen – ein fast perfekter Gegenstand. Man fährt irgendwohin in den Urlaub, nimmt sich einen Mietwagen und braucht nicht auf den Luxus eines Autos verzichten. Oder aber man leiht sich übers Wochenende einen Ferrari oder ein Cabrio (klasse Geburtstagsgeschenk übrigens) – auch ein Mietwagen. Und auch wenn alles immer so supereinfach dargestellt wird, sollte man doch einige wichtige Dinge bedenken. Und nachdem ich vor ein paar Tagen erst Mietauto-Schadensbilder zwischen unseren Urlaubsbildern gefunden habe, gibt es heute mal ein paar Tipps von mir dazu. Schließlich ist das ganze Jahr über Mietwagen-Zeit.

Mietwagen – ja oder nein?
Grundsätzlich kommt es darauf an, wohin man fährt. Auf dem Land macht sich ein Mietwagen sicher besser als in der überfüllten Großstadt, wo man sowieso alles zu Fuß und per Bahn erledigen und ansehen kann. Die nächste Frage ist dann direkt, ob man sich auch zutraut, zu fahren?! Was nutzt ein Mietwagen in England, wenn man sich nicht traut, auf der „falschen“ Seite zu fahren? In Spanien würde ich zum Beispiel im Leben nie Auto fahren wollen, genauso nicht in Italien. Da sind oft Beulen schon vorprogrammiert.

Hummer mit Platten

Und wo mieten? Welchen Wagen?
Das „wo“ ist sicher eine Glaubensfrage. Mein Mann buchte früher seine Flüge beim Reisebüro ums Eck – den Mietwagen gleich mit dazu. Zu Zeiten des Internets wird nun immer online ausgesucht. Oft blieb es trotzdem bei Europcar, weil es sie halt an fast allen Flughäfen gibt. Denn mietet man sein Auto am Flughafen, ist man oft recht eingeschränkt in der Auswahl. Abhilfe schafft hier relativ einfach ein Mietwagenvergleich.
Die Autogröße muss auch jeder für sich selbst entscheiden. Allerdings musste mein Mann selbst leidvoll feststellen, dass man mit 1.86cm nicht wirklich bequem hinter das Steuer eines Kleinstwagens passt. Er erzählt auch heute noch, dass er fast im Kofferraum saß und sich trotzdem kaum bewegen konnte. Aber wenn es möglichst preiswert sein soll, gibt es halt nichts anderes. In der Regel kann man die Autogröße anhand der abgebildeten Koffersymbole recht gut einschätzen. Im Zweifelsfall sollte man lieber eine Nummer größer nehmen, denn ein Umtausch vor Ort ist dann oft nicht mehr möglich.
Als nächstes sollte man sich Gedanken machen, wer das Auto alles fährt. Mein Mann ist inzwischen von abgekommen, andere Mitfahrer anzumelden, denn es ist einfach zu teuer. Vor allem, wenn die Fahrer unter 25 sind, steigt der Preis drastisch an.

Ganz wichtig vor Vertragabschluss ist das Lesen des Kleingedruckten. Dort findet man neben Ausschlüssen oder ähnlichem auch, was der Vertrag alles beinhaltet. Bei Europcar war damals vor Jahren sogar noch ein bisschen was an Schäden im Mietpreis inbegriffen, ich bekomme es nur leider nicht mehr zusammen. Im Zweifelsfall kann aber genau das wichtig werden. (Mehr dazu gleich)

und die Versicherung?
Normalerweise muss man sich bei einem Leihwagen um nichts kümmern. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, kann aber zusätzlich eine sogenannte Leihwagenversicherung abschließen. Die Versicherung springt im Falle eines Schadens ein und übernimmt die Selbstbeteiligung. Das klingt im ersten Moment vielleicht nicht viel, allerdings ist es bei Mietwagen oft so, dass die Mietpreise günstig, die Selbstbeteiligung aber extrem hoch ist. Für einen kleinen Kratzer kommen da mal schnell 500 Euro an Zusatzkosten zusammen, die man zu zahlen hat. Nicht auszudenken, wenn man einen wirklichen Schaden hat. Gegen die Selbstbeteiligung kann man sich jedoch versichern. Einige Autovermietungen bieten diesen Service direkt mit an, allerdings geht es auch preisgünstiger. (Wer mag, findet hier eine preiswerte Mietwagen Versicherung.)

den Wagen abholen
Holt man seinen Wagen ab, sollte man sich mindestens eine halbe Stunde Zeit nehmen. Damit meine ich nicht die oft ewig lange Wartezeit an den Vermietungsstationen, sondern nur, um sein Auto zu kontrollieren. Auf dem Übernahmebogen stehen zwar alle Mängel, jedoch kann man sich nie sicher sein, dass da wirklich alle stehen. Jeder noch so kleine Mangel sollte protokolliert werden – sowohl innen, als auch außen. Das klingt kleinlich und penibel, jedoch mussten wir leidvoll erfahren, dass nicht jede Station seriös arbeitet.
Vor Jahren mieteten wir einen Wagen am Flughafen in Spanien. Tiefgarage, kaum Licht, dunkles Auto. Nicht gerade die besten Voraussetzungen. Wir schauten zwar grob durch, übersahen aber einen winzig kleinen Kratzer (oder war es eine Delle?). Es war winzig und selbst bei Tageslicht kaum zu sehen. Doch bei der Endkontrolle bzw. Übergabe fiel genau dieser Makel auf. Welch ein Zufall.  Ein noch größerer Zufall war sicherlich, dass man im Büro nur eine Liste zückte und sofort wusste, wie viel wir denn zu zahlen hätten. Irgendwas um die 500 Euro waren es damals. Widerspruch einlegen ging nicht, denn wir wären eindeutig Schuld gewesen. Angeblich. Zurück in Deutschland wandten wir uns sofort an Europcar und erfuhren dort, dass der Schaden sogar abgedeckt gewesen wäre! Lange Rede, kurzer Sinn – das Geld bekamen wir zurück, die Vermietungsstation eins auf den Deckel und wir waren um eine Erfahrung reicher. Seit dem machen wir von jedem Makel ein Foto – selbst von den schon bekannten. Es gibt dafür einfach viel zu viele schwarze Schafe. …

Also – bei der Vermietung noch vor dem Einsteigen (!!!) das komplette Auto überprüfen. Der Mann hat inzwischen sogar schon immer eine kleine Lampe dabei, denn gerade am Flughafen stehen die Wagen oft in schlecht beleuchteten Garagen. Bitte fahrt nicht mit dem Auto ins Helle. Damit habt ihr das Auto bewegt und seit somit auch schon für Beschädigungen verantwortlich!
Findet ihr einen Fehler, holt einen Mitarbeiter und lasst den Fehler in den Übernahmebogen eintragen. Achtet hier auch darauf, dass er richtig aufgenommen wird, vor allem von der Größe. „Klein“ und „leicht“ sind sehr dehnbare Begriffe und können bei Bedarf ganz schnell anders ausgelegt werden.

vorhandener Schaden

Grundsätzlich lohnen sich Mietwagen dank der günstigen Preise fast immer. Und wenn man ein paar Kleinigkeiten beachtet, wird man auch nie Probleme haben – unfallfreies Fahren mal vorausgesetzt.  …

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