Kinderwurst – besser als ihr Ruf?

Produkte speziell für Kinder sind einfach nur teuer, viel zu süß und kalorienreich – so die gängige Meinung. Allerdings wird dabei auch immer wieder jedes Produkt einfach mit allen anderen in einen Topf geschmissen. Bei vielen Sachen stimmt es allerdings wirklich. Mein Lieblingsbeispiel hier immer die Milchschnitte oder auch Capri-Sonne – die würde es bei uns hier nie geben. Die Großeltern kaufen dagegen die (viel zu) süßen Kindergetränke in der tollen Flasche mit Sportverschluss. Seit Monaten versuchen wir ihnen zu erklären, dass der große am liebsten Wasser trinkt und ihr Zeugs viel zu süß ist. Aber genauso gut könnten wir wohl gegen Windräder anreden. ;)

Aber die Kinderprodukte ziehen – gerade bei fürsorglichen Eltern. Wie oft hab ich schon aus dem Freundeskreis gehört oder auch bei uns beim Einkaufen gesehen, dass man sich schnell von Kinderprodukten verleiten lässt. Doppelte Vitamine (was für ein Schwachsinn…), mehr Kalzium (genau Blödsinn, weil oft geschummelt wird), fettarm und vieles mehr sind die perfekten Beschreibungen, die uns Eltern das schlechte Gewissen nehmen. Schließlich haben wir ja nur das Beste fürs Kind getan. Und wo Kinder drauf steht, darf ja nichts schlechtes drin sein, oder? Falsch gedacht, denn für spezielle Kinderprodukte gibt es keine speziellen Vorgaben, sondern nur Richtlinien. Nur die Baby- und Kleinkindprodukte bis zum 1. Lebensjahr unterliegen strengen Richtlinien.

Und auch wenn wir für unsere Wurst eigentlich die perfekten Sorten und Shops gefunden haben, muss ich zugeben – auch ich bin ein Opfer der Kinder-Konsumgesellschaft. (alle Wurst-Fans sollten übrigens unbedingt mal hier klicken für einen ganz tollen Shop-Tipp)

Kinderwurst

Ich selbst esse gern Salami und stolperte schon Jahre vor der Geburt unseres Sohnes über die Leo Lausemaus Kinderwurst. 30% weniger Fett durch mehr mageres Fleisch klingt überzeugend – nicht nur für Kinder. Vergleicht man die Kinder-Salami mit handelsüblicher Cervelatwurst aus dem Discounter, enthält sie wirklich weniger Fett. Ganze 5g weniger pro 100g gibt es. Doch dafür ist der Rest erschreckend: verglichen mit der Land Cervelatwurst von Brotzeit sind 0.06g mehr Natrium (Salz) in der Kinderwurst und der Kohlenhydrat-/Zuckergehalt liegt bei 2g. In der normalen Cervelatwurst liegt er bei 1.5g.

Ein Blick auf die vom Sohn so heiß geliebte TomTom-Wurst zeigt, Honig und Kakao als Inhaltsstoffe. Nun habe ich zwar keine Ahnung, wie im Normalfall Wurst verfeinert wird, aber Kakao hatte ich dabei noch nie im Kopf. Ein Blick auf Mortadella-Konkurrenzprodukte zeigt teils gravierende, teils gar keine Unterschiede. Der Fettgehalt ist tatsächlich kleiner als bei anderen Sorten. Hier sind es 15g, bei einer normalen Mortadella teilweise sogar 23g. Allerdings ist in letzterer auch kein Süßungsmittel enthalten. In der Wiesenhof Geflügel-Mortadella ist Traubenzucker, in der Kinderwurst Honig.
Sehr extrem dagegen wieder der Salzgehalt in der Wurst. Die Land Mortadella von Brotzeit enthält pro 100g 0,23g Natrium. In der Kinder-Mortadella finden sich 0,76g – das ist mehr als 3x so viel!!

Um es zu vervollständigen – auch die Leberwurst enthält Honig, dazu auch genau so viel Natrium wie die Kinder-Mortadella. Nimmt man sich gegen die Kinderwurst einen klassischen Lachsschinken oder auch Hähnchenbrust, hat man nicht nur sehr viel weniger Fett, sondern auch weniger Salz. Und falls ihr euch jetzt fragt, warum ich so auf dem Salz rumreite: in erhöhten Mengen sorgt es für ein erhöhtes Risiko auf Bluthochdruck. Damit wäre die Kinderwurst alles andere als gesund.

Bei uns wird es wohl trotzdem auch weiterhin Kinderwurst geben, wenn auch sehr viel seltener als vor meiner “Entdeckung”. Grundsätzlich essen wir sowieso schon eher Lachsschinken oder auch Hähnchenbrustfilet, so dass eine Umstellung nicht sehr schwer fällt. Und auch der große Sohn ißt oft lieber nur ein Butterbrot als unbedingt Wurst darauf. Im Moment hat er sowieso Leberwurst in allen möglichen Sorten für sich entdeckt. …

10 Kommentare

  1. Ela

    Da sagst du was mit den Kinderlebensmitteln. Ich habe mich teilweise auch immer blenden lassen, aber mittlerweile achte ich sehr auf die Inhaltsstoffe. Ganz verteufeln und gar nicht mehr kaufen klappt nicht, da die Kleine oft beim Einkaufen dabei ist. Da ziehn die Kinderprodukte schon optisch (sie kann ja nicht lesen). Aber das Maß ist ausschlaggebend. Auch bei uns gibt es manchmal Milchschnitte oder Capri Sonne oder die süßen Getränke mit Sportverschluss ;-) Aber nur manchmal und das eher selten.

    Normalerweise kommt weder Kakao noch Honig in die Wurst – ist auch total unnötig meiner Meinung nach.

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    1. Sandra

      Bei uns ist es dann eher mal die Schokocreme auf dem Brot. Aber wie Du schon sagst – immer in Maßen.

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      1. Ela

        Ich meine, was ist das für ne Kindheit, wenn man keine ungesunden Lebensmittel bekommt? Das gehört dazu, solange es nciht das Hauptlebensmittel ist ;-)

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        1. Sandra

          Stimmt :D

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  2. Bester Puschel

    Ich denke, eine gesunde Mischung macht es aus. LG

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  3. gafi1

    Auch meine Meinung. Man sollte alles mit Maß und Ziel geniessen ;). lg

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  4. Erdbeerfee

    Ich denke auch schmecken sollte es und eine Mischung aus Gesund und ungesund sein. Wir sind doch auch groß geworden und damals durfte man auch noch Nutellabrot mit in den Kindergarten nehmen. ;o)

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    1. Ela

      Du wirst es nciht glauben, aber bei uns wird man nciht gleich gesteinigt, wenn das Kind mal nen Marmeladen- oder Nutellabrot dabei hat ;-)

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  5. Bibilotta

    Auch ich muss und will mich hier anschliessen. ICH kann und will auch nicht, mein Kind auf Dauer davon fernhalten, macht die Lust darauf dann eh nur grösser. Gelegentlich landet bei uns auch mal eine Kinderwurst im Einkaufwagen oder eine Milchschnitte und Co. Aber wie schon von anderen erwähnt…. in Grenzen. Das haben wir ja als Eltern gut in der Hand und sollten es auch im Auge behalten. Dass man bei Oma und Opa eh immer die Zuckerlis bekommt, das wissen die kleinen ganz genau.
    Solange es nicht ausartet und es keine Hauptnahrungsmittel wird, ist doch alles in Butter. Denn eine Kindheit ohne diese Sünden kann ich mir auch nicht vorstellen ;)

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  6. Vera

    Ich denke auch, wenn man den Kindern immer alles vorenthält ist es auch nicht gut…wenn man alles im normalen Bereich konsumiert kann es nicht schaden!

    Aber natürlich sind auf den Produktbeschreibungen immer alles so Gesund und dabei ist oft ganz im Gegenteil!

    Wenn man aber die Kinder auch entsprechend Gesund erzieht und ihnen einfach und verständlich erklärt warum man nicht 10 Milchschnitten am Tag essen soll, dann werden diese das auch verstehen.

    Ich tappe aber auch selber oft in die Falle und esse so manches ungesunde „Zeug“, was ich auch im nachhinein wieder bereue, aber da sieht man auch das in unserer Konsumgesellschaft die Verlockungen sehr groß und überall vorhanden sind…meist ist das ungesunde ja nur ein Happen, aber gerade eines zuviel…;-)

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