Kinderkleidung – muss es immer Marke sein?

Mütter wollen in der Regel nur eins: Das Beste für ihr Kind. Bei vielen drückt sich genau das auch in der Kinderkleidung aus und nur teuer gilt auch als gut genug für den Nachwuchs. Häufig darf selbst Babykleidung nicht mehr second Hand sein, sondern muss zwingend ein Markenlabel tragen. Kaum größer geworden, kommen nur noch teure Label ins Haus – häufig auch in der Annahme, dass man damit auch etwas qualitativ hochwertiges und vor allem langlebiges kauft. Aber ist das wirklich so? Heute gibt es mal einen Einblick in unseren Kleiderschrank, ein paar Erfahrungen aus den letzten knapp 6 Jahren und DEN für uns ultimativen Hosen-Tipp.

Babykleidung – preiswert und gut

Schon bei unserem ersten Sohn habe ich überhaupt nicht eingesehen, einen Babybody für 5 oder mehr Euro zu kaufen, den Kind dann vielleicht nur 5 Mal trägt. Ich besuchte immer wieder Flohmärkte und kaufte viele schöne und qualitativ gute Sachen für oft schon nur 50 cent das Stück. Mit nicht einmal 30 Euro hatte ich eine schöne Erstausstattung zusammen, bei der sogar einige wirkliche Lieblingsteile waren, die ich auch heute einfach nicht weggeben mag. Damals konnte man sogar noch gut H&M-Kleidung gebraucht kaufen, die qualitativ wirklich hochwertig war. Ist ja heute leider nicht mehr so.
Wenn wir denn doch mal etwas brauchten, wurde ich häufig bei Ernstings Family fündig, einzig für gute Strumpfhosen musste ich lange suchen. Hier gab mir meine Nachbarin damals einen tollen Tipp: KIK. Mir missfällt zwar die komplette Politik des Ladens und ich würde da im Normalfall nie einkaufen, aber die Strumpfhosen sind wirklich super und absolut eine Ausnahme wert. Für mein gutes Gefühl haben sie allerdings vor Benutzung ein paar Runden mehr in der Waschmaschine gedreht. ….

Beim zweiten Kind bekamen wir plötzlich ganz viele Babybodys geschenkt. Mit dabei zum Beispiel zwei von Kanz, denen man in der Regel eine super Qualität nachsagt. Kann ich nicht behaupten, denn sie waren sehr dünn und nach nur einer Benutzung riß schon ein Druckknopf halb aus – obwohl der Body noch viel zu groß war! Unsere Bodys von petit bateau und Steiff waren super, wenn auch recht klein und schmal geschnitten. Qualitativ aber absolut hochwertig und zu empfehlen.

diverse Kleidungsetiketten / Label

Kleinkinder – durchgescheuerte Knie und Lauflernschuhe

Für den Großen kaufte ich auch damals noch viele Dinge auf dem Flohmarkt, vor allem preisgünstige (Jogging)Hosen zum Krabbeln. Ansonsten hatte ich damals das Glück, dass er Strumpfhosen genauso liebte wie Krabbelschuhe. Beim kleinen Bruder war dagegen alles anders. Er fand nichts schrecklicker als Lederpuschen und Strumpfhosen und trug am liebsten weite und bequeme Hosen. Ich kaufte damals so einiges bei Jako-o, vertraute auf die angepriesene Qualität und wurde bitter enttäuscht. Zwei der drei verschiedenen Hosen waren nach nicht einmal 3 Monaten komplett durchgescheuert. Nie wieder!
Bei einer Verkaufsaktion schlug ich damals bei Finkid zu und kaufte 2 Zip in-Jacken. Die sind wirklich super, vor allem die Daunenvariante (die es leider nicht mehr gibt) ist großartig und reichte nun schon den 3. Winter als normale Winterjacke. Bei meiner Begeisterung könnte ich glatt vergessen, dass schon nach der zweiten Wäsche ein recht großer Teil einer Außennaht aufdröselte und sie unter die Nähmaschine musste. Ich verbuche es mal als Montagsexemplar, denn die Qualität ist ansonsten wirklich super.

Für den kleinen Sohn zogen damals auch die ersten Sachen von Freds World hier ein, die wir seit dem abgöttisch lieben. Wäscht man sie konsequent auf links, sehen sie selbst nach der 50. Wäsche noch aus wie neu und fühlen sich auch so an. Selbst Motoröl ging ohne speziellen Fleckentferner nach nur einer Wäsche raus.

Vom Kleinkind zum Kind – Robust heißt die Devise

So ab Größe 98/104 passt Kind die Kleidung deutlich länger und für viele Eltern ist jetzt die Zeit, auf hochwertige Qualitätskleidung umzusteigen. Ich kaufte für den Großen damals probeweise einen Pullover von Finkid, weil ich ihn online so süß fand. Ist er auch, allerdings fällt er so breit aus, dass er an meinem schmalen Sohn aussieht wie ein Sack. Damals fragte ich mich zum ersten Mal, was ich eigentlich so toll finde an Finkid und warum man eigentlich jedem Marken-Hype hinterherlaufen muss. Nachdem wir zwischenzeitlich noch 2 andere Oberteile gleicher Marke anprobierten, die ähnlich breit und sackig waren, habe ich mich gedanklich inzwischen auch völlig davon verabschiedet und kaufe lieber Kleidung, die wirklich passt und trotz Hochwertigkeit nicht mal die Hälfte kostet.

Den Kleiderschrank der Jungs befüllt inzwischen ein kunterbunter Mix aus no-name-Kleidung, diversen Flohmarktfunden, aber auch eher exklusiver Kinderkleidung von S.Oliver, Tom Tailor und vor allem Fred’s World. Manchmal ist das gar nicht so einfach, denn gerade die teureren Kleidungsstücke darf er nicht zu den Großeltern oder zum draußen Rumtoben anziehen – viel zu schade wäre es, wenn (mal wieder) ein Fleck nicht mehr rausgeht oder die Kleidung aus Versehen zerreißt. Aber macht das mal dem Kind (und dem Mann!) begreiflich!
Die größte Herausforderung für mich war eine lange Zeit der Hosenkauf. Eine normale Jeans scheuerte der bald 6jährige meist in einem halben Jahr durch – egal ob no name oder Marke. Bei meinen selbst genähten Hosen verstärkte ich den Bereich schon beim Nähen 3fach, bei gekauften Hosen ist das allerdings nicht so einfach. Inzwischen haben wir aber auch dafür eine perfekte Lösung: Kinder-Arbeitshosen mit speziell verstärktem Kniebereich aus Cordura-Gewebe. Da scheuert nichts mehr durch, sie sieht cool aus und hat sogar noch Reflektorstreifen. Wir zogen damals auch nur im Trend mit, inzwischen haben die Hälfte der Jungs aus unserer Kindergartengruppe genau solche Hosen. Früher verabredete man sich noch mit einem bestimmten Spielzeug, heute beschließt man, dass am nächsten Tag alle ihre Arbeitshosen anziehen, damit man rumwerkeln kann. …

Ein gesundes Mittelmaß macht’s!

Richtig schöne Kinderkleidung zu finden, ist gar nicht so schwer und wie bei allem macht es das gesunde Mittelmaß. In preisgünstigen Sachen, die vielleicht noch vom Flohmarkt kommen, lässt es sich prima rumtoben und es interessiert nicht so wirklich, ob da ein Fleck nicht mehr rausgeht oder vielleicht sogar ein kleines Loch ist. Bei Markenkleidung ist das schon schwieriger, schließlich will man sie häufig auch noch für einen halbwegs guten Preis weiterverkaufen. Ich persönlich mag die eher neutralen Teile skandinavischer Kindermode, aber auch so ein paar hochwertige, neutrale Basics. Für letztere gibt es ganz viele Shops als Anlaufstelle, aber auch schöne Übersichtsseiten, auf denen man sich inspirieren lassen kann (wie zum Beispiel diese hier). Inzwischen habe ich auch keine Hemmungen mehr, bei schönen Teilen einfach mal die Eltern zu fragen, wo es denn herkommt. Nur so findet man manchmal wahre Schätze – so wie unsere Arbeitshosen.

Schlussendlich haben wir in den letzten 6 Jahren viele Marken ausprobiert und fanden sowohl Verlierer, als auch einige Lieblingsmarken. Während ich nie wieder Kleidung bei Jako-o oder Kanz kaufen würde, waren wir von S.Oliver, Tom Tailor und qualitativ auch von Finkid sehr überzeugt. Am liebsten mag ich allerdings immer noch die Kleidung von Fred’s World, die auch nach 50x waschen wie neu aussieht, wo andere Marken schon längst verblassen oder sich sehr viel rauer anfühlen.

Habt ihr bestimmte Marken, die ihr empfehlen könnt? Wo würdet ihr nie wieder einkaufen?

5 Kommentare

  1. Romy Matthias

    Ich gebe dir in allen Punkten Recht. Als Mutter von Zwillingen sehe ich das genau so. Eine gesunde Mischung macht es. Nur bei Schuhen schaue ich darauf, dass sie hochwertig sind, da bezahle ich gern etwas mehr. LG Romy

    Antworten
    1. Sandra (Beitrag Autor)

      Stimmt, bei Schuhen achte ich auch immer sehr auf Qualität. Wir haben Glück und einen Laden fast um die Ecke, der alle Nas lang viele Markenschuhe reduziert hat. Das schafft doch so einiges :D.

      Antworten
  2. Dominik

    Hallo Sandra,
    ein schöner Beitrag. Ich habe ein kleine persönlich Ergänzung. Ich glaube es gibt noch ein paar Ausnahmen mehr, als nur die Schuhe, bei denen man auf die Qualität achten sollte. Gerade jetzt in der Übergangszeit von Winter auf Sommer ist gute Kleidung für Draußen wichtig. Preisgünstige Matschhosen halten bei uns beispielsweise höchstens eine Woche. Billige Hosen reißen viel schneller ein und immer wieder reißen die Träger ab.

    Antworten
    1. Sandra (Beitrag Autor)

      Stimmt, gerade die Übergangszeit ist immer schwierig. Ich kenne es auch, dass man in den billigen Sachen eher schwitzt als in den teuren und es so gleich viel schwieriger wird, etwas für den Übergang zu finden.

      Matschhosen halten hier recht lange, der Kleine trägt sogar noch die Hosen vom Großen auf. Gekauft habe ich sie bei Ernstings für recht wenig Geld. Bisher hatten wir da immer GLück, selbst die damals in der Not gekaufte gefütterte Matschkombi von Aldi sieht immer noch aus wie neu, obwohl sie echt viel mitmachen musste.

      Ich wünsch dir schöne Ostern! :)

      Antworten
  3. Beate Storant

    Toller Artikel! Ich persönlich sehe es so: Billige Klamotten für Kinder haben in der Regel oftmals einen großen Nachteil: Sie werden in irgendwelchen dritten Weltländern unter menschenunwürdigen Verhältnissen produziert und alleine dies wäre für mich ein Grund, nicht solche Kleidung für meine Kinder zu erwerben.

    Letztlich muss das aber jeder selbst entscheiden, nicht wahr … :-)

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.