Kann man als Blogger Geld verdienen?

Klar kann man das. Es gilt nur einiges zu beachten und genau darüber möchte ich euch heute einen kleinen Überblick geben. Gleich zu Anfang allerdings der Hinweis: Dieses Posting stellt keine Rechtsbelehrung dar und ich übernehme keine Haftung bei evtl. Fehlern. Schlussendlich muss sich jeder für sich selbst erkundigen. Einige Dinge sind evtl. auch in jedem Bundesland unterschiedlich.

Bevor es wirklich ans Geld verdienen gehen kann, sollte man einige Dinge überprüfen:

  • Der Blog muss über ein Impressum verfügen! Ein Punkt, der gerade von vielen neu entstandenen „Produkttestblogs“ gern völlig außer Acht gelassen wird. Grob gesagt ist jede Internetseite, die nicht durch ein Passwort vor dem Mitlesen geschützt wird, an die breite Menschenmasse gerichtet und unterliegt damit dem Telemediengesetz. Damit gilt auch die Impressumspflicht.
  • Ein weiteres Thema ist die Pflicht eines Gewerbescheins. Im Internet findet man immer wieder unterschiedliche Aussagen. Die einen sagen, dass man ihn nicht braucht, wenn man kostendeckend arbeitet (zum Beispiel die Werbeeinnahmen die Hostingskosten beim Anbieter ausgleichen). Ich persönlich würde mich nicht darauf verlassen.
    Ein Gewerbeschein wird bei eurem Ordnungsamt oder Rathaus beantragt und kostet zwischen 20 und 50 Euro. Habt ihr ihn nicht, ist es eine Ordnungswidrigkeit. Mit dem Finanzamt hat der Gewerbeschein übrigens nichts zu tun.
  • Den Punkt, den die meisten gern komplett übersehen oder gar nicht erst hören wollen: Ja, man muss auf Einnahmen Steuern zahlen! Hat man regelmäßige Einnahmen, lohnt sich eine Selbstständigkeit. Hier kann man auch evtl. Ausgaben ansetzen – die man ja durch die eigene Homepage auf jeden Fall hat. Und damit wird auch wieder der Gewerbeschein zur Pflicht.
    Ich habe oft gehört, dass man erst ab bestimmten Einnahmen an das Finanzamt melden muss. Ich bin zwar keine Steuerberaterin, halte das aber für Blödsinn. 100 Euro im Jahr sind genauso eine Einnahme wie 10.000 Euro im Jahr. Was jetzt alles in den Freibetrag fällt und was nicht, entscheidet das Finanzamt.

Wer zum Thema Gewerbeschein, Finanzamt usw. gern noch mehr lesen würde, darf sich gern mein Posting aus dem letzten Jahr zum Thema Blogger, Finanzen und Gewerbe durchlesen. Dort ist alles wesentlich ausführlicher erklärt.

Aber es gibt noch einen wichtigen Punkt, den ich bis vor einiger Zeit gar nicht so auf dem (gedanklichen) Zettel hatte:

  • Es besteht eine Meldepflicht beim Arbeitgeber!
    Bei Vollzeitangestellten hat euer Chef mitzureden, ob ihr einen Nebenjob/Selbständigkeit haben dürft. In wie weit Chefs etwas gegen gelegentliche Internetjobs haben, sei jetzt mal dahingestellt. Aber oftmals steht es in den Arbeitsverträgen und kann evtl. zu mächtig Problemen führen. Manche Chefs wollen hingegen auch nicht, dass ihr Angestellter noch anderer Arbeit nachgeht.
    Bei 400-Euro-Kräften kann es sogar zu massiven Problemen führen, wenn ihr Mehreinnahmen habt und die verschweigt. Spätestens dann, wenn euer Chef für euch Sozialabgaben nachzahlen muss….
  • Es besteht eine Meldepflicht über die Einnahmen bei der Krankenkasse!
    Jede zusätzliche Einnahme muss der Krankenkasse gemeldet werden, wobei es hier 2 grundlegende Unterschiede gibt:

    • Versichert als Mitglied, weil voll berufstätig bzw. mehr als 400 Euro-Verdienst – Vorsichtshalber sollte man mit seiner Krankenkasse sprechen und sich das OK holen, aber es gibt keine Probleme. Man darf so viel verdienen, wie man will.
      Ausnahme: Wird das Nebeneinkommen so hoch, dass man davon allein leben könnte, muss es gemeldet werden! Hier kann euch eure Krankenkasse am besten Auskunft geben, wie hoch die Grenze anzusetzen ist. In diesem Fall muss man sich privat versichern.
    • Versichert in der Familienversicherung mit oder ohne 400 Euro-Job – Das Einkommen (egal wie viel) muss unbedingt gemeldet werden!
      Hier sind bestimmte Verdienstgrenzen einzuhalten. Hat man schon eine geringfügige Arbeit, darf man (so weit ich weiß) so viel dazuverdienen, dass die monatliche Grenze von insg. 400 Euro nicht überschritten wird. Hat man keine Arbeit, liegt die Grenze für Nebeneinnahmen wohl bei 365 Euro. Aber auch hier kann euch die Krankenkasse weiterhelfen.

Gerade der Punkt mit der Krankenkasse kann für viele zum Stolperstein werden. Viele Produkttestblogger(innen) sind Mütter, die in der Elterzeit nebenbei ein bisschen bloggen. Oder sie sind Hausfrauen, die in der Regel immer familienversichert sind. So kann eine Nebeneinnahme ganz schnell von Begeisterung in das genaue Gegenteil umschlagen. Nämlich dann, wenn die Krankenkasse plötzlich zusätzliche Beiträge für eine private Krankenversicherung fordert, weil die Einnahmen zu hoch sind. Das kann übrigens auch für div. Monate rückwirkend passieren!

Hat man allerdings irgendwann doch ständig ein hohes Nebeneinkommen, lohnt sich vielleicht wirklich der Umstieg auf eine private Krankenversicherung. Doch der Markt ist riesig und praktisch unüberschaubar. Abhilfe kann hier ein Blick ins Krankenversicherungforum.com bringen. Der interessierte Leser findet hier die wichtigsten privaten Kassen und Meinungen vieler Versicherter. Gerade für einen ersten Überblick, aber auch für viele offene Fragen (die ja doch immer wieder auftauchen) lohnt es sich auf jeden Fall, mal reinzuschauen!

10 Kommentare

  1. Sarah

    Netter und interessanter Bericht. Ich habe auch ein Kleingewerbe angemeldet etc.
    Viele haben sicherlich Einnahmen und tuen das nicht, obwohl sie damit ein wenig was riskieren.Vllt. öffnest du mit diesem Bericht ein paar Bloggern die Augen :)
    Und eine Kleingewerbeanmeldung ist nun echt nicht teuer ;)

    Antworten
  2. Kerstin

    Liebe Sandra,
    der Artikel war längst überfällig und ich bin froh, dass du dich der Sache angenommen hast. Die Sache mit dem Gewerbeschein ist tatsächlich umstritten, hier würde ich im Zweifelsfall Rat beim örtlich zuständigen Gewerbeamt einholen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass Einnahmen beim Finanzamt gemeldet werden, – egal ob man Gewerbetreibender ist oder nicht.

    Was man neben der Krankenversicherung auch nicht außer acht lassen darf, ist die IHK.

    „Ich habe oft gehört, dass man erst ab bestimmten Einnahmen an das Finanzamt melden muss“ – das liest man leider immer wieder und man muss kein Steuerberater zu sein, um den Haken zu entdecken. Gemeldet werden muss es auf alle Fälle, ob man am Ende auch wirklich Steuern bezahlt, hängt mit ganz vielen unterschiedlichen Sachen zusammen und auch das sollte im Einzelfall vorher bedacht werden.

    Viel zu oft liest man „aber ich teste ja nur Produkte und bekomme nur Gutscheine“ – wenn es so einfach wäre, könnte ich auch den Schornsteinfeger, das Bauunternehmen und jeden anderen Menschen in Gutscheinen bezahlen und niemand müsste mehr Steuern bezahlen. Ich schätze, das würde nicht allzu lange gut gehen.

    Viele Grüße
    Kerstin
    (natürlich mit Gewerbeschein!)

    Antworten
    1. Sandra (Beitrag Autor)

      Stimmt, auf die IHK bin ich hier gar nicht eingegangen. Die hatte ich in meinem letzten Bericht über Blogger, Gewerbe und das Finanzamt erwähnt. Bei uns ist es so, dass das Gewerbeamt die IHK automatisch benachrichtigt, man sich darum also gar nicht kümmern muss. Etwas komisch ist es nur schon, wenn man plötzlich 2x post bekommt. Im ersten Brief stand nur ein „Herzlichen Glückwunsch in der IHK“, im 2. Bericht ging es gleich um die regelmäßigen Kosten. ;) Allerdings sah ich nach ein paar Seiten lesen dann auch, dass ich wohl nie so hohe Einnahmen/Gewinne erzielen werde, dass ich IHK-Beiträge zahlen muss. Ist ja auch schon mal beruhigend ;)

      An das Bezahlen lassen nur mit Gutscheinen hatte ich beim Schreiben auch gedacht. Ich weiß nicht, ob man damit sich damit auf Dauer nicht sogar strafbar macht, denn schließlich arbeitet man damit ja explizit am Finanzamt vorbei. Hab es deshalb lieber rausgelassen. ;) Ich für meinen Teil sehe eh lieber Geld auf meinem Konto … 8)

      Antworten
      1. Kerstin

        Ich habe dich ins Email-Abo genommen, dann verpasse ich auch keine IHK-Berichte, den hatte ich nicht gelesen (und nein, du musst mich nicht zurückverfolgen und mir keinen Award schicken :D). Die zwei Briefe von der IHK kamen bei mir auch und ja, diese Grenze ist nur schwer zu erreichen, jedenfalls mit dem, was ich mache. ;)

        Gutscheine kann man ganz normal als Geld buchen, amazon-Gutscheine kann ich gut gebrachen, das ist schon fast wie Geld auf dem Konto. Und klar, das Finanzamt hätte auch gerne seinen Teil davon ab, da ist es nicht anders als bei einer normalen Rechnung.

        Ich finde es jedenfalls gut, dass du noch einmal darauf hingewiesen hast, – auch wenn ich sicher bin, dass in ein paar Wochen wieder gesagt werden wird, dass man DAS ja gar nicht wusste. ;)

        Antworten
        1. Sandra (Beitrag Autor)

          Lol, keine Sorge – vor Awards bist Du bei mir sicher ;) Der letzte Bericht zum Them war ja nun auch schon ein Jahr her, so dass den wahrscheinlich die meisten eh schon vergessen hatten …

          Würde übrigens behaupten, dass es nicht mal ein paar Wochen dauert, bis keiner mehr von irgendwas weiß ;)

          Antworten
          1. Kerstin

            Leg dir den Artikel auf Wiederholung für jeden Donnerstag, ich werde ihn jedesmal gerne teilen. ;)

  3. ticketi2000

    Danke für den informativen Beitrag Sandra.
    LG

    Antworten
  4. Pingback: Steuern zahlen? – Betrifft mich doch nicht! › Sandra's Testblog

  5. Rene

    Vom Bloggen können einige Leben, diese machen alles richtig: Leidenschaft, Traffic, Vermarktung … Bestes Beispiel sind die Digitale Nomaden Blogger, die über ihre Reisen berichten und nebenbei noch Ebooks verkaufen. Allerdings schätze ich, dass es bei 99% bei einem Nebeneinkommen von unter 300€ im Monat bleibt, viel Geld für ein Hobby, aber zu wenig um davon Leben zu können ;).

    Antworten
  6. Rene Walter

    Früher als Google SEO einfach war, konnte man mit einem Blog sehr viel Geld verdienen, heute muss ein Blog schon höheren Zielen dienen, als Google für Affiliate zu nutzen z.B. Listenaufbau, Branding & Expertenstatus usw.

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.