„Ich will nicht schlafen!“

Ich gebe zu – manchmal bin ich ein bisschen naiv. Ich habe tatsächlich geglaubt, dass wir mit unserem Großen um das leidige Streitthema Schlafen herumkommen. Schließlich war er in diesem Bereich immer super gut drauf und machte (fast) nie Probleme. Und wenn, dann nur, weil er zahnte, erkältet war oder ähnliches. Im Vergleich zu den Kindern von Freunden war er tatsächlich fast ein Musterkind. Nach Zähneputzen und Buch vorlesen ging es ins Bett – ganz ohne Gezeter oder Betteln – und dort blieb er auch bis morgens. Irgendwann mitten in der Nacht krabbelte er zwar in unser Bett, aber das ist völlig ok, zumal er da auch sofort weiterschlief.
Doch seit Anfang Oktober ist alles anders. Mittagsschlaf, auf den er bis dahin immer bestanden hat, ist plötzlich total doof und auch abends findet er kein Ende. Nicht, dass er dann gezielt etwas bestimmtes spielt. Vielmehr versucht er hier und da und überall Zeit zu schinden, hat plötzlich noch Hunger oder Durst, hat vergessen, einen bestimmten Zahn zu putzen oder muss kucken, ob seine Kindergartentasche noch am Haken hängt. Natürlich ist er zu diesem Zeitpunkt schon völlig übermüdet müde und teilweise allein deshalb schon wirklich anstrengend.

heul doch

Zum Schlafen zwingen?
Meine Eltern und wohl auch Schwiegereltern würden es sich wahrscheinlich einfach machen und den Großen zum Schlafen zwingen. Nur stößt man bei einem 3.5-jährigen mit solchen Aktionen eher auf noch mehr Widerstand und Trotz, so dass wir es gar nicht probiert haben (und auch nie würden tun wollen!). Einer von uns legte sich also mit ins Bett, um den Großen kuschelnd „einzuschläfern“. Leider spornte ihn das regelmäßig zu nur noch mehr Blödsinn an, schließlich kann man soooooo viele Dinge mit Mama oder Papa im Bett tun, außer zu schlafen. Wir versuchten es lieb, mit Erklären und Reden, wir versuchten es mit Strenge – nichts half. Zwischendurch bekamen wir von einer Bekannten gesagt, dass es doch ganz bestimmt an der Schlafumgebung unseres Sohnes liegen würde und wir viele günstige Schlafzimmermöbel  bei moebelonlinekaufen.de bekommen würden. Wir sollten mit ihm zusammen neue Möbel kaufen und dann würde er bestimmt auch wieder freiwillig ins Bett gehen.
Ich habe in dem Moment darauf verzichtet, ihr zu sagen, dass bei ihm auch keine neuen Möbel helfen. Wenn es die neue (und heiß geliebte!) Bettwäsche mit Baggern und LKWs schon nicht tat, was sollen dann neue Möbel bringen?

Nach Ängsten fragen!
Am Anfang stellten wir immer nur eine Frage: „“Warum willst du nicht ins Bett?“. Eine Frage, auf die ich, wie nicht anders zu erwarten, keine wirkliche Antwort bekam. Auf „Hast du Angst im Bett?“ allerdings schon! Man sollte in dem Fall deshalb auch eine Frage in dieser Richtung nicht vergessen. Bei uns kam raus, dass er gern mehr Licht im Schlafzimmer hätte. Das Nachtlicht allein reichte ihm nicht.
Doch trotzdem ich am nächsten Tag die Tür offen, das Flurlicht anließ und es ihm hell genug war – schlafen wollte er nicht.

2 Tage lang versuchten wir es daraufhin nach seinen Wünschen und ließen ihn einfach machen. Wir erklärten ihm, dass er am nächsten Morgen genauso wie immer aufstehen müsste und sich nichts ändern würde. Außerdem, dass Mama und Papa arbeiten müssten und keine Zeit für ihn hätten, er aber gerne in einer normalen Lautstärke spielen dürfte. Schlussendlich wuselte der Mann durch die Gegend und machte Papierkram, ich saß am PC und schrieb Blog und das kleine Milchzahnmonster saß (immer im Blickfeld von uns) da und spielte relativ friedlich. Irgendwann gegen 23 Uhr ging er dann freiwillig ins Bett, weil er kaum noch stehen konnte.
Für uns war das die friedlichste Möglichkeit, aber mal ehrlich – ich will nicht, dass mein Kind erst gegen 23 Uhr ins Bett geht. Die Tage danach waren dann natürlich dementsprechend anstrengend, denn wie immer wollte er keinen Mittagsschlaf machen. Ab 16 Uhr war er dann meist schon nur noch am Weinen, Wüten und Schreien, weil er so müde war. Schlafen wollte trotzdem nicht.

Gestern abend durfte er dann doch im Elternbett schlafen – auf meinen Vorschlag hin. Bisher ließen wir ihn nie, weil die Bewegungssensor-Matte vom Kleinen im Beistellbett nur dann funktioniert, wenn keiner im Elternbett liegt. Allerdings war mir das gestern auch egal. Ich wollte nach diversen Abenden mit reichlich Stress einfach nur noch mal Ruhe haben. Der Große war begeistert, schließlich darf er zwar immer zu uns kommen, aber einschlafen muss er in seinem Bett. Gestern war er dann schon nach 2 Minuten kuscheln glücklich eingeschlafen. Da war es dann auch egal, dass er wieder bis 21 Uhr gebummelt hatte.

Aber irgendwie soll es mit der Ruhe nicht sein. Schon seit Tagen kaut der Kleine vermehrt und schrie gestern pünktlich um 21.30 Uhr los. Das Weinen zog sich dann durch die ganze Nacht und ließ sich nur auf eine Art abstellen: auf meinem Schoß. Nicht kuschelnd neben mir, nicht an mir – nein, nur auf meinem Schoß, während ich sitze. „Tolle“ Schlafposition. Vielleicht ist Möbel kaufen auf www.moebelonlinekaufen.de doch keine so schlechte Idee. Jedoch sollte ich vielleicht eher nach einem schönen großen Sessel suchen, in dem ich auch schlafen kann.
Heute war vom Zahn zwar noch nichts zu sehen, aber er war eher zu fühlen. Es bleibt also zu erwarten, dass die nächste Nacht genauso „toll“ wird, wie die letzte. Jetzt kann ich nur hoffen, dass der Große heute wieder freiwillig ins Bett geht. Notfalls auch in unser Bett.

Habt ihr ein paar Tipps, was man noch tun kann, wenn das Kind nicht schlafen will?

2 Kommentare

  1. Kerstin

    Die Idee mit einem anderen Bett ist gar nicht so verkehrt manchmal. Unser Großer hatte letztes Jahr auch so eine schlimme Phase – er bekam gerade das große Bett, auf das er sich total gefreut hatte. Doch genau damit ging es los… irgendwann zog er wieder ins Gitterbett und seitdem ist alles wieder gut (meistens jedenfalls).

    Einschlafprobleme hatten unsere ansonsten kaum (außer der Große die ersten 1,5 Jahre seines Lebens), bei uns sind es eher Durchschlafprobleme, die wirklich schlauchen, weil hier keine Nacht auch nur ein einziges Kind durchschläft. Ich kann dir schon nachfühlen. Halte durch!

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  2. Tini

    Oh das kenne ich :-)
    Unsere Lütte ist jetzt 4 1/2 und seit sie ihr neues Bett hat schläft sie auch dort und bleibt dort. Wir hatten auch nie Probleme damit doch eines Tages fing es an und sie kam mitten in der Nacht zu uns rüber. Das hat mich auch nie gestört, da sie zum Einschlafen immer in ihrem Bett war doch die Abstände wurden immer kürzer. Von 20.00 – 0.00 Uhr lag sie in ihrem Bett und danach bei uns.Das ging 1 ganzes Jahr.Ganz ehrlich das war nicht einfach für die Beziehung :-) aber irgendwann wünschte sie sich ein Prinzessinbett mit Leiter und Rutsche. Ich war am Anfang dagegen hatte bedenken wenn sie mitten in der Nacht zu uns will und aus dem Bett fällt. Wäre das nicht so toll gewesen. Sie versprach uns aber wenn sie ein neues Bett hat dort drin auch zu schlafen weil sie dann ein „GROSSES MÄDCHEN“ ist. Es vergingen ca. 3 Monate und sie sprach nur davon das sie es sich soooooo sehr wünscht. Die Abstande wurden größer und irgendwann schlief sie wieder in ihrem Bett man merke sie WILL ein großes Bett. Sie fragt mich auch immer „Mama bin ich ein großes Mädchen? Ich hab fein in meinem Bett geschlafen“ Ich lobte sie dafür und sagte immer „JA klar du bist ein großes Mädchen und wenn du fein weiter in deinem Bett schläfst bekommst du dein neues Bett“. Und dieses Jahr im April haben wir eins gekauft ein Traum in Rosa wie sie es wollte nur ohne Rutsche aber was soll ich sagen. Seit dem Tag an schläft sie in ihrem Bett und ist ganz stolz drauf. Ich bin echt froh drüber das es bei uns geklappt hat. Und hoffe das ihr auch eine Lösung findet.
    Lg Tini

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