Ich will auch ein Mädchen!

Ich wollte immer mindestens ein Mädchen. Am Anfang meiner 2. Schwangerschaft war ich sogar völlig überzeugt davon, dass es diesmal bestimmt ein Mädchen wird. Warum auch nicht, schließlich ist es hier im Freundes- und Bekanntenkreis bei fast allen so, dass sie erst das eine, dann das andere Geschlecht bekamen. Selbst mein Frauenarzt meinte damals, dass aus unseren vorherigen Umständen beim Beginn der Schwangerschaft zu 99% immer Mädchen werden. Aber dann kam die 12. Woche und mit ihr der Ultraschall. Und wie schon der große Bruder präsentierte der kleine Mann sein „bestes Stück“ so unübersehbar, dass man eigentlich keinen Zweifel mehr haben konnte.
Jetzt, wo der kleine Sohn schon fast 2 Jahre alt ist, kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, warum ich unbedingt ein Mädchen wollte. Alles ist gut und perfekt so wie es ist und immerhin bleibt mir jetzt auch jegliche pinke oder rosarote Phase und Hello Kitty erspart. Der Große sagt zwar immer noch, dass rosa seine Lieblingsfarbe ist, allerdings richtet er seinen Klamottengeschmack immerhin nicht danach aus und der Rest ist mir (fast) egal. Wobei – wenn ich beim stöbern in Katalogen oder online die ganzen Mädchenkleider sehe, dann werde ich manchmal schon ein wenig wehmütig, denn süß sind die Sachen ja schon. Allerdings ist unsere Familienplanung definitiv abgeschlossen und wir werden keinen dritten (oder vierten, fünften, …) Versuch wagen, um vielleicht doch noch ein Mädchen zu bekommen – egal wie viele Freunde oder Bekannte uns noch danach fragen.

puppen

Und dabei haben wir sogar schon zwei Mädchen!

Schon seit einem guten halben Jahr wohnt Marissa, eine Babypuppe, bei uns. Beide Jungs kümmern sich total süß um sie, auch wenn „Mechen“, die Puppe des kleinen Sohnes inzwischen auch immer interessanter wird. Ehrlich gesagt sind mir das inzwischen auch Mädchen genug, denn die Ansprüche des bald 5jährigen an die Kleidung seiner Puppendame wachsen fast stündlich. Mal soll es eine bestimmte Farbe, dann wieder ein ganz bestimmter Schnitt sein. Freute er sich zu Weihnachten noch sehr über Hose, Shirt und Wendejacke, so hätte er inzwischen gern T-Shirts und kurze Hosen, aber auch einen Rock und natürlich Kleider für Marissa. Am liebsten natürlich in rosa. Sehr zu meinem Leidwesen hat er sich dabei anscheinend in die Mädchenkleider von Pampolina verliebt, die die Tochter einer Freundin gern trägt. Der neuste Auftrag von ihm lautet auf ein Kleid mit ganz vielen Wellen (= Rüschen) und Blumen drauf, das genauso wie ihr Kleid aussehen soll. Und dazu soll ich noch eine Leggins nähen, weil es ja noch ein bisschen zu kalt für ein Sommerkleid ist und seine Freundin die auch immer dazu trägt.

Bisher dachte ich immer, dass Frauen anstrengend sein können. Kleine Kinder vielleicht auch noch, wenn sie gerade ihren eigenen Willen kennenlernen. Allerdings scheinen Puppenväter nicht weniger anstrengend zu sein, wenn es um die Kleiderwahl der Mädchen geht. Mir ist es an manchen Tagen schon zu anstrengend und ich lobe mir die recht einfachen Sachen, die ich immer wieder für beide Jungs nähe. Pumphosen und Kapuzenshirts oder ähnliches sind mir da eigentlich wesentlich lieber als Rüschenkleider. Und vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass ich wirklich 2 Jungs habe, schließlich sind sie bei einigen Dingen doch sehr viel pflegeleichter als Mädchen. …

Kennt ihr das Problem auch von euren Kindern? Haben eure Jungs überhaupt eine Puppe?

1 Kommentar

  1. Mimi

    Vielen Dank für den Beitrag :)
    Ich musste doch sehr schmunzeln, als ich gelesen habe wie detailliert sich ein kleiner Junge Gedanken über Puppenmode machen kann ;)
    Wahrscheinlich mehr als manch junges Mädchen (mich als Kind eingeschlossen).

    Liebe Grüße
    Mimi

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