Ich kenn da wen, der macht das!

Selbermachen ist total angesagt und wenn man die nötige Ahnung und/oder die richtige Ausrüstung hat, kann sich das durchaus lohnen. Die Kindergartenhosen des großen Sohnes zum Beispiel werden nur noch genäht – dann aber genau so, wie er sie haben möchte. Bequeme Schrittlänge und weiter Schnitt, riesige Hosentaschen und Flicken auf den Beinen. Im Endeffekt kostet mich die Hose dann zwar ein klein bisschen mehr als eine günstige Spielhose im Laden kosten würde, sie sieht aber viel besser aus und hält auch länger. Allein dafür lohnt es sich schon.

Fall 1 – das Auto

In der Regel ist Selbermachen aber sehr viel günstiger, als neu zu kaufen oder vom Fachmann machen zu lassen. Mein (inzwischen verkauftes) Auto zum Beispiel bekam mit fast 10 Jahren den Todesstoß von der Autowerkstatt. Rund 3.000 Euro hätte ich nach deren Rechnung investieren müssen, um es überhaupt durch den TÜV zu bekommen. Dabei war zwar diverses Material, aber auch sehr viel Arbeitszeit enthalten. Ende der Geschichte: Ich besorgte die Teile, mein Schwager übernahm den Einbau und die Schweißarbeiten und mein Auto erhielt noch 2 Mal problemlos die Plakette. Kostenpunkt: weniger als 300 Euro.

Auch mein Mann lässt sich gern von seinem Bruder helfen, auch wenn er nicht alles machen kann. Vieles aber schon und so kaufte der Mann schon öfter nur die benötigten Teile und beide verkrochen sich dann in eine Auto-Mietwerkstatt oder aber in eine freie Scheune. Inzwischen weiß er, dass man die Teile online oft günstiger als beim Fachhändler vor Ort bekommt und sich dann damit die Eigenleistung so richtig lohnt. Er bestellt übrigens immer bei www.autoteilexxl.de und bis jetzt war wirklich jedes Teil günstiger als beim örtlichen Fachhandel.

Das funktioniert allerdings nur, weil mein Schwager Automechaniker ist. Hat man den nicht zur Hand, ist es ohne Fachwissen fast unmöglich und man ist doch wieder auf die Werkstatt angewiesen. Hier hilft allerdings auch durchaus ein Preisvergleich.

Es muss aber nicht immer so rund laufen:

Fall 2 – das Fahrrad

Vor einem guten halben Jahr machte ich auf dem Flohmarkt ein tolles Schnäppchen. Ein 14er-Kinderfahrrad für nur 10 Euro. Die Bremsen mussten neu eingestellt werden (kein Problem für meinen Mann!) und ein paar neue Lenkerhörnchen mussten her. Außerdem war ein Reifen nicht mehr taufrisch, aber das Rad wäre ganz normal aus dem Fahrradladen und Ersatzteile kein Problem, sagten sie. Und ich glaubte es natürlich (schön blöd!).
Das Rad wurde zu Hause erst einmal gut versteckt, schließlich sollte es der Große bis zu seinem Geburtstag nicht finden. Nur leider war es damit nicht nur aus seinem, sondern auch aus meinem Sichtfeld und ich vergaß es schlicht und einfach. Zwei Wochen vor seinem Geburtstag lief ich dann endlich zum Fahrradladen meines Vertrauens hier um die Ecke und wollte die Ersatzteile kaufen. Lenkergummis und zwei neue Mäntel – mehr brauchten wir tatsächlich nicht. Leider stellte sich dann recht schnell heraus, dass 14er-Räder wohl eine Sondergröße sind, für die ein normaler Fahrradladen wohl keine Ersatzteile bekommt. Er riet mir, es bei Toys’R’Us zu versuchen, die würden solche Räder verkaufen. Viel besser wäre es aber, gleich ein neues Puky-Rad zu kaufen.
Nach einiger Lauferei war das Ende vom Lied, dass es tatsächlich keine Mäntel für die Räder gibt. Im Internet kann man zwar welche bestellen, nicht aber in BMX-Ausführung, sondern nur in „schmal“. Es musste also tatsächlich ein neues Rad her – eine gute Woche vor dem Geburtstag.
Aber da ich manchmal einfach mehr Glück als Verstand habe, fand ich am gleichen Tag noch ein gut erhaltenes Rad von Puky für einen unschlagbaren Preis. Glück gehabt!

Gokart von Puky

das sieht irgendwann mal richtig schön aus!

Fall 3 – das unbekannte Fahrobjekt

Ich hätte es nach der Aktion mit dem Fahrrad durchaus wissen müssen, als ich die Kleinanzeige mit dem Gokart sah. Dem Gokart, bei dem extra dabei stand, dass es für Bastler ist. Der Mann entschied trotzdem, dass wir es kaufen. Die vom Vorbesitzer fachmännisch eingebaute Verlängerung um rund 20cm könne man recht gut entfernen und wieder umbauen, der Rest wäre noch super. Und das wackelnde Hinterrad bekäme man bestimmt auch ganz leicht wieder fest. Sagte er.
Zu Hause angekommen verkrochen sich meine beiden Männer direkt, um das Gokart kleiner zu bauen und wenig später hörte ich nur ein „Du Schahatz, wir brauchen da was…“ Böses schwahnte mir, aber immerhin ist es ein Gokart von Puky, auch wenn keiner mehr weiß, was für ein Modell es ist. Theoretisch dürfte es aber nicht so schwierig sein, eine neue Freilaufnarbe inkl. Verbindungslager zu bekommen, dachten wir.

Der mehr oder weniger nette Mann im Fahrradladen sagte mir damals, dass man für alles von Puky Ersatzteile bestellen kann. Das geht wirklich, auch online – so man denn die Typenbezeichnung seines Modells kennt. Da ich überfragt war, schickte ich eine Anfrage mit Bild an Puky und die Antwort kam promt. So genau könne man mir das leider nicht sagen, man vermute aber einen bestimmten Typ, der das Baujahr 1993 hätte. Und für ein 20 Jahre altes Gokart könne man leider keine Ersatzteilzusagen mehr machen. Verstehe ich natürlich, auch wenn ich geschockt war über die Altersangabe. So sieht es nämlich nicht aus!

Inzwischen habe ich noch zwei Mal mit dem Kundendienst von Puky telefoniert, verschiedene Typenbezeichnungen bekommen, die es haben könnte und bin ein klein wenig schlauer als zuvor. Nett waren sie, die Damen von Puky, aber per Ferndiagnose kann man halt nicht wirklich helfen. Den Rat, zu einem Fachmann zu gehen, nahm ich zu gerne an, allerdings erkundigte ich mich vorher telefonisch in den Läden, ob sie mir auch wirklich helfen könnten.
Wie sich im Nachhinein herausstellte, war es eine gute Idee, denn kurz gesagt – die Fachleute hatten alle keine Ahnung und vor allem auch gar kein Interesse daran, überhaupt zu helfen. Laut Puky könnten die Fachleute sich die Hinterachse und vor allem die Freilaufnarbe inkl. Aufnahme davon anschauen und wüssten dann, was es für ein Modell ist und könnten das entsprechend nachbestellen. Keiner der Fachhändler vor Ort bestätigte das, sondern alle sagten, dass sie genau das nicht könnten. Eigentlich traurig. Nach deren Aussage könnte man nur anhand der Modellbezeichnung des Gokarts im Katalog schauen und das jeweilige Ersatzteil bestellen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Einzig zwei Fahrradhändler, die eigentlich gar keine Gokarts im Sortiment haben, boten Hilfe an. Sie wollten sich das Gokart gern anschauen und boten sogar an, den Vertreter von Puky um Hilfe und einen Besuch zu bitten, denn der würde hier in der Stadt wohnen. Und das, obwohl ich gleich sagte, dass ich nur das Ersatzteil bräuchte, sie also nicht mal Gewinn mit den Ersatzteilen machen würden!

Gekauft haben wir die Freilaufnarbe immer noch nicht, aber das Gokart fährt inzwischen wieder. Das eine Rad wackelt natürlich immer noch, aber immerhin kann der Große inzwischen damit fahren. Neu lackieren muss ich es noch, das werde ich wohl machen, wenn der Mann die Hinterachse wieder ausbaut.

Ein wirkliches Schnäppchen war das Gokart so im Nachhinein betrachtet übrigens nicht mehr unbedingt. Die Freilaufnarbe allein kostet schon um die 25 Euro und damit fast genauso viel, wie wir für das Gokart bezahlt haben. Ich tröste mich allerdings damit, dass wir jetzt ein cooles Fahrzeug haben, dass die Kinder wirklich lange nutzen können und das sogar eine Anhängekupplung hat. Noch ist der Große eigentlich 5cm zu kurz zum fahren, das geht im Moment nur dank Decke auf dem Sitz und Holzklötzen an den Pedalen. Wenn ich mir aber anschaue, wie sehr er allein in den letzten Monaten gewachsen ist, wird er wohl schon zum Herbst hin problemlos und ohne Hilfe fahren können. Trotzdem ist noch Zeit genug für mich, das Gokart gründlichst zu säubern und zu lackieren.
Und irgenwie – je länger ich darüber nachdenke – Selbermachen lohnt sich doch.

1 Kommentar

  1. Luca

    Hallo,

    ich finde das selber machen einen sehr guten Ansatz, ich praktiziere es meistens bei Lebensmitteln. Soll heißen, ich koche sehr viel ein und mache es haltbar.
    Ebenso bei den Möbeln und der Elektronik.

    Gruß
    Luca

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