Dresden – Heimatgefühle

„Wann kommst du uns denn mal wieder besuchen?“ – Wohl jeder hat diesen Satz schon mal von seinen Eltern gehört. Ich in der letzten Zeit öfter, wobei ich sie ja sogar verstehen kann. Ich war schon ein paar Jahre nicht mehr „zu Hause“ in Dresden. Direkt nach Ende der Ausbildung vor 13 Jahren zog es mich an die Ostsee, in Dresden war ich seither eher selten.
Arbeitet man mit Kunden bzw. Patienten, bleibt es nicht aus, dass man gefragt wird, warum man denn so „ausländisch“ klingt. Wurde ich in den ersten Monaten immer wieder und mehrmals täglich. Und dabei hab ich nicht mag groß gesächselt. Hörten die Patienten dann „Dresden“, passierte immer das Gleiche: neben ganz vielen Ahhh’s und Ohhhhh’s wurde als nächstes die wunderschöne Stadt zur Sprache gebracht. Und der Zwinger wäre doch so toll. Und die Semperoper erst. Und die Gemäldegalerie. Außerdem vermutete man, dass ich das ganze doch alles in- und auswendig kennen müsste.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich noch die in der Semperoper war. Mein Mann, hier an der Ostsee geboren, war schon mal drin. Auch im Zwinger war ich nur 2x – beides Schulausflüge, bei denen man genötigt wurde, mitzugehen. Im grünen Gewölbe und in der Gemäldegalerie war ich genau 1x und auch das war eine Schulpflicht. Letzeres ist so lange her, das sich mich schon gar nicht mehr daran erinnere.
Trotzdem weiß ich natürlich, dass es schön war und auch noch ist. ;)

frauenkirche

Nach diesen spontanen Liebesbekundungen habe ich meine Patienten immer gefragt, was sie denn noch alles so von Dresden gesehen haben. Schließlich besteht es ja aus mehr als nur den paar Sehenswürdigkeiten. Meist kam dann die (damals noch) Ruine der Frauenkirche bzw. später der Aufbau, aber damit hatte es sich schon.
Ich machte mir dann meinerseits immer einen Spaß draus, all die negativen Seiten der Randgebiete direkt angrenzend zur Innenstadt aufzuzählen. Geglaubt hat es mir kaum einer, schließlich wäre doch die Innenstadt sooooo schön. Doch damals kümmerte man sich nur um den Stadtkern bestehend aus den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und ließ den Rest mehr oder weniger verkommen. Doch heute ist das anders.
Vieles wurde saniert und restauriert und auch die Randgebiete sich wieder richtig schön. Und es lohnt sich auch durchaus, mal die üblichen Touristenpfade zu verlassen. Ein paar Tipps gefällig? Bitteschön:

  • Ein bisschen Natur, ein bisschen Geschichte und ganz viel großartige Aussicht gibt es am blauen Wunder. Als blaues Wunder wird die Brücke zwischen Loschwitz und Blasewitz bezeichnet. Doch nicht nur die Brücke selbst ist sehenswert, sondern auch die 2 verschiedenen Bahnen. Zum einen die Standseilbahn, die am Körnerplatz startet und zum anderen die älteste Bergschwebebahn der Welt, die ein Stück weiter in der Pillnitzer Landstraße startet.
  • Wer gern Eisenbahn fährt, sollte unbedingt mal in den großen Garten. Dort fährt die Parkeisenbahn seit Jahren ihre Runden. Und wie vor Jahren schon wird sie immer noch von Kindern und Jugendlichen betreut bzw. gefahren.
  • Wenn man sowieso schon am Großen Garten ist, lohnt sich auch ein Blick in die Gläserne Manufaktur von VW. Damals wurde der Phaeton dort zusammengebaut, ich weiß allerdings nicht, ob es heute auch noch so ist.
  • Absolut Sehenswert ist auch die Neustadt – die innere eher für’s Auge, die äußere eher für den Durst. Dort gibt es unheimlich viele nette kleine Kneipen und Bars, aber auch Geschäfte.
  • Wer in den Sommermonaten in Dresden ist, sollte sich unbedingt die Filmnächte am Elbufer gönnen. Freiluftkino total und ein ganz besonderes Erlebnis mit der Elbe im Hintergrund.
  • Doch es gibt noch mehr Festivals. Da wären zum Beispiel das jährliche Dixieland Festival oder das Filmfest.
  • Wer gern spazieren geht, sollte das unbedingt am Elbufer tun. Breite und ewig lange Wege, Aussicht auf diverse Sehenswürdigkeiten und ganz viel Natur.
  • Und weil so viel anschauen hungrig macht, sucht man sich abend ein kleines gemütliches Restaurant in der Alt- oder Neustadt. Oder noch besser fährt man ins Brauhaus am Waldschlösschen und genießt die dort gebrauten Biersorten und im Sommer den riesigen Biergarten.
  • Wer Kunst und Kultur mag und ein bisschen fahren möchte, sollte sich das Pillnitzer Schloss ansehen und dabei auch unbedingt Zeit für den schönen Schlosspark nehmen. Ich muss ehrlich gestehen – der hat mich damals wesentlich mehr beeindruckt als der Dresdner Park. ;). Wer mag, fährt ganz stilecht mit einem historischen Schaufelraddampfer auf der Elbe entlang und steigt in Pillnitz aus.
  • Auch nicht sehr weit weg und mitten in einem riesigen Karpfenteich liegt Schloss Moritzburg. Kunstliebhaber besuchen das Schloss, Fischliebhaber das große Fischerfest im Spätherbst. Der Teichwasser wird dann abgelassen und der ganze Teich abgefischt. Verkauf inklusive.

Es gibt natürlich noch sehr viel mehr Sehenswürdigkeiten und Tipps, die man unbedingt gesehen haben sollte. Da wäre zum Beispiel das Elbsandsteingebirge. Nicht Kniekranke sollten sich unbedingt die Schwedenlöcher antun. Rund 800 Stufen führen durch wunderschöne Natur. Am besten geht man die übrigens runter. Wahnsinnige gehen sie direkt im Anschluss auch wieder rauf. Habe ich vor Jahren mal gemacht und kann es zumindest gesundheitlich nicht empfehlen. Nicht, wenn man von den nächsten Tagen auch noch etwas haben möchte. ;)

Die ganze Gegend in und um Dresden ist eigentlich wunderschön. Und auch wenn ich vor Jahren weggezogen bin und das letzte Mal vor 4 oder 5 Jahren da war – irgendwie zieht es mich doch immer wieder hin. Ich könnte ein paar Tage verreisen – mit meiner Familie, oder aber auch nur der Junior und ich. Am meisten reizen würde mich ja eine Wellness-Reise (richtig schöne habe ich bei http://www.wellnessurlaub-sachsen.de gefunden). Das gönne ich mir aber erst in ein paar Monaten oder Jahren, wenn ich unseren Jüngsten problemlos mit Bruder und Papa allein lassen kann.
So wird es wohl doch der Familienausflug. So weit ist es ja eigentlich nicht. Von uns aus rund 5 Stunden Fahrt – Stau schon mit eingerechnet.  Meine Eltern würden sich sicher freuen. Und mein Fotoalbum auch. Denn irgendwie habe ich nicht mal richtig gute Bilder von Dresden. Eigentlich peinlich, oder? …

3 Kommentare

  1. JennyKA

    Dresden mag ich auch sehr. Das Szeneviertel Dresdens befindet sich in der Äußeren Neustadt. Das liebe ich echt über alles. War schon mehrmals da mit Freunde, die vor Ort wohnen! Dort befinden sich zahlreiche Kneipen, Lokale und Bars, und auch die meisten Clubs der Stadt. In der Nähe der Hochschulen gibt es außerdem verschiedene Studentenclubs.
    Wenn ich mal endlich schaffe, eine Sprachreise für Schüler zu bekommen, will ich Deutschland besuchen und wenn dann genau in Dresden!

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  2. Romy

    Dresden ist wirklich die schönste Stadt im Osten. Ich habe in Leipzig studiert, bin aber immer gerne nach Dresden gefahren. :)

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    1. Sandra (Beitrag Autor)

      Wobei Leipzig aber auch sehr schön ist :)

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