Hattu Kopf wie Sieb, muttu aufschreiben – 6 Tipps für ein bisschen mehr Ordnung im Leben

Mein Kopf ist ein Sieb. Obwohl ich erst 36 bin, so vergesse ich doch viel zu viel und das, obwohl Schwangerschafts- und Stilldemenz längst hinter mir liegen. Allerdings habe ich mit einem Vorschulkind und einem trotzigen 2jährigen, Hausbau in Eigenleistung, Selbständigkeit und Ehrenamt im Sportverein und Kindergarten schon so viele Dinge im Kopf, das da nicht mehr viel Platz für anderes bleibt.
Seit einiger Zeit nimmt aber alles irgendwie zu und wird extremer. Abende, an denen wir bis 23 Uhr draußen auf dem Gerüst arbeiteten, Nächte mit nur wenigen Stunden Schlaf pro Nacht, der Nervfaktor allgemein. Ich merke, dass ich mich ganz dringend wieder neu strukturieren muss. Nicht nur für die vielen Dinge, die ich tun will, sondern auch für mein Gleichgewicht. Um mir mehr Ruhepausen zu verschaffen. Denn auch wenn meine Liste lang klingt, so ist sie mit ein bisschen Planung eigentlich doch gut zu schaffen.

Um mich selbst ein bisschen zu treten, gibt es jetzt für mich, aber auch für euch, eine Liste mit Dingen, die das Leben (für mich) ein bisschen leichter und organisierter machen. Wenn ich mich denn wieder daran halte.

1 – Das bisschen Haushalt ….

Ich weiß nicht wie das bei euch ist, aber hier ist der Haushalt immer das Erste, das liegen bleibt. So ungeliebte Dinge wie Bad putzen und co bleiben gern auf der Strecke und auch die Wäsche wartet dann mal ein oder zwei Tage länger auf das Zusammenlegen.
Eine ganze Weile praktizierte ich täglich den 5-Minuten-Hausputz, leider kam ich irgendwann davon ab. Dabei ist es total simpel und wirklich gut!

Ihr braucht dafür nur einen Wecker. Den stellt ihr auf 5 Minuten (wahlweise natürlich auch mehr oder weniger) und räumt in einem Zimmer auf. In der Regel reichen 5 Minuten für das Grobe aus – die Oberflächen abräumen und auch abwischen, vielleicht auch Staubwischen. Je nach Raum halt. Für das Bad habe ich mir täglich eine andere Ecke zum Putzen genommen. Nach 5 Minuten wechselt ihr das Zimmer und das Spiel geht wieder von vorn los.
Vorteil: es sieht immer ordentlich aus, auch wenn mal Besuch kommt. Die Feinarbeit erledigt ihr dann entweder an einem Tag als Großputz oder eben auch in den 5 Minuten. Man kann ja auch mal auf 10 verlängern.
Zugegeben – das klappt nicht in allen Räumen gleich gut, aber es ist ein Anfang und man hat das gute Gefühl, etwas geschafft zu haben.

Waesche

2 – Was du heute kannst besorgen  …

Ungeliebte Dinge legt man gern zur Seite. Jedes Jahr nehme ich mir zum Beispiel vor, dass ich die Steuererklärung am Anfang des Jahres erledige. Und jedes Jahr wieder kommt irgendwann die Erinnerung vom Finanzamt ins Haus geflattert, so auch vor 2 Wochen. Das passiert mir aber auch mit anderem Papierkram irgendwie immer wieder.

Schon seit einigen Wochen erledige ich deshalb alles sofort (mal abgesehen von der Steuer). Kommt ein Schreiben, wird es noch am selben Tag ausgefüllt und dann auch bald wieder abgeschickt. Würde ich es erst zur Seite legen und mein Mann es dann irgendwo auf seinem Stapel unterwühlen, dann wäre es auch weg.

3 – Listen für einfach alles …

Eine normale To do-Liste kennt inzwischen wohl jeder, auch ich nutze sie liebend gern. Leider verschwindet meine häufig ganz weit aus meinem Blickfeld, so dass ich inzwischen fast nur noch mit der Kalenderfunktion am PC arbeite. Sobald ich mein Mailprogramm öffne, startet der Kalender und zeigt mir unbarmherzig jede Arbeit, die noch zu erledigen ist. Das klappt immerhin zuverlässiger als eine normale Liste.

Ich erstelle jedoch nicht nur To do-Listen, sondern auch welche, um zu kontrollieren. Beim Verein zum Beispiel habe ich eine genaue Auflistung aller Sachen, die ein Prüfling bei mir abgeben muss. So muss ich am stressigen Seminartag nicht mehr nachdenken, sondern nur noch stur meinen Zettel lesen und kann ihn abgehakt und kontrolliert einfach an den Prüfer weitergeben. Das vereinfacht die Sachen ungemein und noch dazu reduziert es die Fehlerquote, denn die Liste erstelle ich mir weit im Voraus, wenn ich Ruhe habe.
Kleiner Tipp für alle, die keine Tabellen erstellen wollen: Ich nutze immer gern Excel, da ist ja praktisch schon alles in Tabellenform. Noch dazu lassen sich die Linien auch mit ausdrucken.

4 – Erweitere deinen Horizont!

Klingt zwar überhaupt nicht so, als würde es zum Thema Ordnung gehören, tut es aber irgendwie doch. Es macht den Kopf frei und verhilft zu einem kleinen Glücksgefühl, wenn man einfach mal wieder etwas nur für sich selbst tut und vor allem lernt. Ich habe zum Beispiel meine Rubrik „Wissen des Tages“ bei Facebook immer sehr geliebt und in der kurzen Zeit sehr viel Neues gelernt. Leider musste ich aus zeitlichen Gründen erst einmal aufhören, aber sie wird ganz bestimmt wiederkommen.

Nimm dir täglich 5 Minuten Zeit für Bildung. Schau öfter mal in den Livestream eines Nachrichtensenders oder einer Zeitung oder lies die normale Tageszeitung. Versuche, Neues mit Altem zu verknüpfen und so geistig fit zu bleiben. Ich baue mir selbst gern verrückte Eselsbrücken, denn damit kann ich mir viele Sachen relativ einfach wieder herleiten, wenn ich sie schon fast vergessen habe. Wer das nicht kann und ein paar Ideen braucht, schaut mal hier bei eselsbruecken.woxikon.de. Generell gilt – je komischer, desto besser, denn gerade das merkt man sich oft am besten.

5 – Arbeite effektiv!

Es gibt Tage, da sitze ich am PC und komme zu fast gar nichts. Da kommt erst ein Kind, weil es mal wieder nicht schlafen will, dann der Mann, weil er was braucht, dann piepst ständig ein Messenger und schon ist es Mitternacht. Kennt ihr bestimmt auch, oder? ;)

Arbeite konzentriert und effektiv. Lasse Facebook und co aus, lege das Handy weg. Arbeite dafür aber auch nur 1-2 Stunden. Du wirst in der Zeit wahrscheinlich mehr als an zwei Abend schaffen, an denen du alles gleichzeitig machen willst. …

6 – Ein Date mit dir selbst

Kinderlos und nicht verheiratet war ich früher oft jeden Abend unterwegs und ziemlich spät zu Hause. Erholungspausen brauchte ich auch damals schon und nahm sie mir einfach, indem ich einen Tag in der Woche für alle anderen verabredet war. Ich ging an dem Tag nicht ans Telefon und jeder, der mich treffen wollte, bekam das gleiche zu hören: Ich habe da keine Zeit.
Das heißt nicht gleich, dass man ein supertolles Wellnessprogramm starten muss, wie es immer wieder empfohlen wird. Ich finde es auch total entspannend, mal nur ein paar Stunden auf dem Sofa fernzusehen oder in Ruhe ein gutes Buch zu lesen. Dazu komme ich in der Regel nämlich nicht.

buecherchaos

Ich könnte euch jetzt noch etwas über das Ausmisten und die positiven Wirkungen erzählen, aber das liest man sowieso schon überall. Diese Top 6 sind meine persönlichen Dinge, die mir selbst am besten helfen – auch in dieser Reihenfolge. Ab und zu miste ich dann auch aus und finde es total entspannend. Aber ich würde es bestimmt nicht tagtäglich machen wollen, wie man es so oft liest.

Es sind doch die kleinen Kleinigkeiten, die das Chaos ein bisschen besser machen und dafür sorgen, dass man die Lust an seiner Arbeit nicht verliert. Um mehr geht es ja gar nicht ….

6 Kommentare

  1. Olga

    Sehr schöne Tipps, ist immer wieder gut sich das in Erinnerung zu rufen :) glg Olga

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  2. Bärbel

    Tolle Übersicht :-) Als Mutter zweier Kinder mit ebenfalls ganz vielen Aufgaben, hilft nur eine Selbstorganisation. Ich werde jetzt Deinen Tipp aufgreifen und auch einen Wecker nutzen.
    Eine Idee ist auch, den Kindern einen hinzustellen… lach.. „in 5 Minuten ist das Zimmer aufgeräumt!“ Die Reaktion wäre interessant zu beobachten ;-)
    Danke für Deine tollen Tipps.
    LG. Bärbel

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  3. Markus

    Hey Sandra!

    Der Bericht ist wirklich super und ich glaube gerade in meiner aktuellen Situation (gerade in die erste eigene Wohnung gezogen) mehr als hilfreich. Ich werde versuchen, die Tipps so gut es geht in die Praxis umzusetzen.

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  5. Oliver

    Ordnung zu halten ist so wichtig, weil es so viel Zeit spart. Vor allem wenn man selbstständig ist (so wie ich) muss man sich einfach immer überlegen, wie man seinen Alltag noch ordentlicher und organisierter gestalten kann.

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    1. Sandra

      Stimmt absolut. Ich merke es ja selbst immer wieder. Vor allem dann, wenn ich mal wieder was suche *hust* :D

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